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Quartalszahlen 2026

Goldman Sachs vor Quartalszahlen: Gewinnschätzungen sinken, Aktie unter Druck

Goldman Sachs steht vor einem Richtungstest: Analysten senken ihre Gewinnschätzungen, während die Aktie nach Halt sucht. Die Quartalszahlen am 13. Oktober könnten zeigen, ob Handelsgeschäft und Investmentbanking neue Zuversicht schaffen.

Goldman Sachs vor Quartalszahlen: Gewinnschätzungen sinken, Aktie unter Druck Quelle: Bloomberg

Geschrieben von

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

Goldman Sachs geht mit deutlich vorsichtigeren Analystenerwartungen in die Quartalszahlen: 17 Abwärtsrevisionen und keine Anhebung der Gewinnschätzungen innerhalb von 30 Tagen prägen das Bild. Gleichzeitig kämpft die Aktie nach ihrer Sommerkorrektur um Stabilisierung. Die Ergebnisse müssen zeigen, wie viel vom starken Kapitalmarktgeschäft erhalten geblieben ist.

Goldman-Sachs-Quartalszahlen: Termin und Erwartungen

Goldman Sachs Group Inc veröffentlicht seine Ergebnisse zum dritten Quartal 2026 am Dienstag, 13. Oktober, gegen 13:30 Uhr MESZ. Die Analystenkonferenz folgt um 15:30 Uhr MESZ.

Der aktuelle LSEG-/Refinitiv-Konsens erwartet:

Kennzahl Q3 2026 erwartet Veränderung zum Vorjahr
Gewinn je Aktie 13,02 US-Dollar +6,3 %
Umsatz 16,71 Mrd. US-Dollar rund +10 %

Der StarMine SmartEstimate liegt mit 12,80 US-Dollar rund 1,7 Prozent unter dem Konsens. Zusammen mit den zahlreichen Abwärtsrevisionen unterstreicht dies die zurückhaltendere Erwartungshaltung.

Zum Vergleich: Im starken zweiten Quartal erzielte Goldman Sachs einen Gewinn von 20,98 US-Dollar je Aktie und einen Umsatz von 20,34 Milliarden US-Dollar.

Worauf Anleger bei den Ergebnissen achten sollten

  • Aktienhandel: Erwartet werden 4,68 Milliarden US-Dollar Umsatz nach rund 7,4 Milliarden im zweiten Quartal. Entscheidend ist, wie stark sich das außergewöhnlich gute Geschäft normalisiert.

  • Investmentbanking: Der Konsens liegt bei 2,97 Milliarden US-Dollar Gebühreneinnahmen. Aussagen zum Auftragsbestand und zur Übernahmeaktivität könnten den Ausblick prägen.

  • Vermögensverwaltung und Kosten: Bei erfolgsabhängigen Gebühren werden 218 Millionen US-Dollar erwartet. Das Management hatte für das zweite Halbjahr deutlich höhere Beiträge angekündigt. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung der Vergütungskosten wichtig für die Margen.

Kurz erklärt

Die gesenkten Schätzungen erleichtern einen positiven Ergebnisvergleich. Eine nachhaltige Kurserholung dürfte zusätzlich einen überzeugenden Ausblick auf Handelsgeschäft, Transaktionen und Profitabilität benötigen.

Auch JPMorgan und Wells Fargo stehen zum Auftakt der Bankenberichtssaison im Fokus. Unsere Analyse zur JPMorgan-Aktie vor den Quartalszahlen beleuchtet Zinsausblick, Kreditqualität und wichtige Chartmarken. Im Ausblick zur Wells-Fargo-Aktie stehen Zinsmargen, Kosten und die mögliche Bestätigung der Doppelbodenformation im Mittelpunkt.

Saisonalität und Analystenziele liefern eine positive Gegenperspektive

Die vorliegende Seasonax-Auswertung zeigt für den Zeitraum 9. Oktober bis 7. Dezember über 25 Beobachtungen einen durchschnittlichen Kursgewinn von 7,06 Prozent bei einer Trefferquote von 80 Prozent. Allerdings verloren die fünf negativen Zeiträume durchschnittlich 13,71 Prozent. Das saisonale Muster ist daher keine Absicherung gegen weitere Rückschläge.

Das durchschnittliche Refinitiv-Kursziel von 1.111,95 US-Dollar liegt rund 24 Prozent über dem letzten Schlusskurs von 895,32 US-Dollar. Die Spanne der Analystenziele reicht von 941 bis 1.300 US-Dollar.

Der Optionsmarkt zeigt eine eingepreiste Bewegung von ±4,60 Prozent. Diese Momentaufnahme liefert keine Aussage über die Richtung der Kursreaktion.

Goldman Sachs: Saisonales Muster von Oktober bis Dezember

Goldman Sachs: Saisonales Muster von Oktober bis Dezember Quelle: Seasonax
Goldman Sachs: Saisonales Muster von Oktober bis Dezember Quelle: Seasonax

Chartanalyse: Unterstützung bei 869 Dollar im Fokus

Nach der Frühjahrsrally bis zum Julihoch bei rund 1.154 US-Dollar befindet sich die Goldman-Sachs-Aktie in einer Korrektur. Die wiederholten Tests des unteren Keltner-Bandes unterstreichen den Verkaufsdruck. Zuletzt schloss die Aktie wieder knapp oberhalb dieses Bandes.

Zusätzlich wurden der 200-Tage-EMA bei 944,22 US-Dollar und die Fibonacci-Marke bei 923,71 US-Dollar unterschritten. Letztere bildet zusammen mit der Keltner-Mittellinie um 928 Dollar eine erste wichtige Widerstandszone.

Bei 869,36 US-Dollar zeichnet sich eine erste Stabilisierung ab. Der Abstand von rund 5,2 Prozent zur 200-Tage-Linie lässt Raum für eine Gegenbewegung, liefert allein jedoch kein Kaufsignal. Der RSI bei 40,83 bleibt unter der hier verwendeten Signalschwelle von 48,5.

Eine nachhaltige Rückeroberung von 924 bis 928 Dollar würde eine Erholung in Richtung 944 und anschließend 970 Dollar unterstützen. Unterhalb von 869 Dollar könnte sich die Korrektur dagegen bis in den Bereich um 840 Dollar ausweiten.

Goldman-Sachs-Aktie: Unterstützung bei 869 Dollar im Fokus

Goldman-Sachs-Aktie: Unterstützung bei 869 Dollar im Fokus Quelle: Tradingview
Goldman-Sachs-Aktie: Unterstützung bei 869 Dollar im Fokus Quelle: Tradingview

Goldman Sachs: Long- und Short-Szenarien

Szenario Bestätigung Mögliche Ziele Szenario hinfällig bei
Long Nachhaltig über 928 Dollar; RSI über 48,5 als Bestätigung 944 / 970 Dollar Rückfall unter die zurückeroberte Zone 924–928 Dollar
Short Nachhaltiger Bruch der Unterstützung bei 869 Dollar 840 Dollar Rückeroberung und Stabilisierung über 869 Dollar

GS Aktie: Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre 

GS Entwicklung fünf Jahre Quelle: Tradingview
GS Entwicklung fünf Jahre Quelle: Tradingview

Important to know

Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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