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Aktienmarkt

S&P 500: Marktbreite erholt sich, Schwergewichte bremsen

Unter der ruhigen Oberfläche des S&P 500 gewinnen zahlreiche Aktien an Boden. Die Marktbreite verbessert sich deutlich – für ein umfassendes Stärkesignal fehlt jedoch noch eine Bestätigung.

S&P 500: Marktbreite erholt sich, Schwergewichte bremsen Quelle: Bloomberg

Geschrieben von

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

Kurz erklärt

Die Marktbreite zeigt, wie viele Aktien eine Börsenbewegung mittragen. Steigen zahlreiche Einzelwerte und überwinden wichtige Durchschnittslinien, spricht das für ein breiteres Fundament des Marktes.

Der S&P 500 liegt im Oktober bis einschließlich 29. Oktober lediglich 0,9 % im Plus bei 7.720 Punkten. Hinter dieser überschaubaren Bewegung steckt eine deutlich kräftigere Erholung: 388 von 502 untersuchten Aktien, rund 77 %, verbuchen Monatsgewinne. Der Median der Einzelwertrenditen beträgt 7,4 %, während der gleichgewichtete S&P 500 um 5,7 % zulegt. Die Erholung erreicht damit weite Teile des US-Aktienmarktes, obwohl der Leitindex kaum vorankommt.

Marktbreite im S&P 500 erholt sich deutlich

Ende September notierten nur noch 40 % der Aktien über ihrer eigenen 200-Tage-Linie und lediglich 21 % über der 50-Tage-Linie. Bis zum 29. Oktober stiegen diese Anteile auf 63 % beziehungsweise 65 %.

Bemerkenswert ist der Vergleich mit dem Rekordhoch: Als der S&P 500 am 6. Oktober 7.819 Punkte erreichte, lagen lediglich 46 % der Werte über ihrer 200-Tage-Linie. Beim vorherigen Hoch am 13. August waren es noch 74 % gewesen. Inzwischen hat sich die Beteiligung wieder verbreitert, während der Index unter seinem Rekord bleibt.

S&P 500 mit seiner 200-Tage-Linie, den Anteil der Aktien über ihren 200- und 50-Tage-Linien sowie die kumulierte Advance/Decline-Linie. 

Die Grafik zeigt den S&P 500 mit seiner 200-Tage-Linie, den Anteil der Aktien über ihren 200- und 50-Tage-Linien sowie die kumulierte Advance/Decline-Linie. Quelle: IG
Die Grafik zeigt den S&P 500 mit seiner 200-Tage-Linie, den Anteil der Aktien über ihren 200- und 50-Tage-Linien sowie die kumulierte Advance/Decline-Linie. Quelle: IG

Sektorrotation: Energie führt, Schwergewichte bremsen

Neun der elf Sektoren liegen im bisherigen Oktober im Plus. Energie führt mit 11,8 %, gefolgt von Basiskonsumgütern mit 9,8 %, Versorgern mit 9,4 % und Gesundheit mit 9,3 %.

Kommunikationsdienste verlieren dagegen 14,2 %, die Informationstechnologie 2,7 %. Ihre Schwäche erklärt, weshalb die breite Erholung im Gesamtindex nur begrenzt ankommt: Der S&P 500 gewichtet seine Mitglieder nach ihrer streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung. Große Unternehmen beeinflussen seine Entwicklung deshalb besonders stark.

A/D-Linie: Die Bestätigung steht noch aus

Auch die Advance/Decline-Linie, die täglich steigende minus fallende Aktien aufsummiert, hat aufgeholt. Der kumulierte Tagessaldo beträgt im bisherigen Oktober +1.497, nach −1.583 im September. Das Septemberminus ist damit nahezu ausgeglichen.

Allerdings liegt die Linie weiterhin unter ihrem Augusthoch. Die verbesserte Marktbreite ist somit ein konstruktives Signal, bestätigt aber noch keine neue, breit getragene Rekordbewegung. Ein Ausbruch des S&P 500 über 7.819 Punkte, begleitet von einem neuen Hoch der A/D-Linie, würde das positive Bild untermauern.

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