Quartalszahlen 2026
SAP legt am 23. Juli seine Quartalszahlen vor. Cloud-Wachstum, operative Marge und die Unterstützung bei 129 Euro entscheiden über die nächste Bewegung.
SAP AG veröffentlicht am Donnerstag, den 23. Juli 2026, um 22:05 Uhr MESZ die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr. Der offizielle Analystenkonsens erwartet einen Gesamtumsatz von 9,85 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,75 Euro. Besonders wichtig werden das Wachstum im Cloud-Geschäft, die operative Marge und Aussagen zur Monetarisierung der KI-Angebote.
Charttechnisch steht die SAP-Aktie gleichzeitig an einer entscheidenden Unterstützungszone. Ein nachhaltiger Bruch der Marke von rund 129 Euro könnte den übergeordneten Abwärtstrend erneut beschleunigen.
Die Zone um 129 Euro fungierte früher als Widerstand und dient nun als Unterstützung. Hält sie, bleibt eine Stabilisierung möglich. Ein Wochenschluss darunter wäre dagegen ein neues technisches Schwächesignal.
Neben dem Gesamtumsatz erwarten Analysten für das zweite Quartal einen Cloud-Umsatz von rund 6,26 Milliarden Euro, was einem Wachstum von etwa 22 Prozent entsprechen würde. Der bereinigte operative Gewinn wird bei 2,88 Milliarden Euro und die operative Marge bei 29,4 Prozent gesehen.
Entscheidend dürfte daher nicht allein sein, ob SAP die Umsatz- und Gewinnerwartungen übertrifft. Anleger werden vor allem prüfen, ob das Cloud-Wachstum stabil bleibt und ob die hohen Investitionen in Business AI bereits einen messbaren Beitrag zu Umsatz und Profitabilität leisten. Auch Aussagen zum aktuellen Cloud-Auftragsbestand und zur Margenentwicklung dürften die Kursreaktion bestimmen.
Seit Jahresbeginn hat die SAP-Aktie rund 35 Prozent verloren. Im Wochenchart notiert sie deutlich unter der fallenden 40-Wochen-Linie, womit das übergeordnete Marktbild weiterhin angeschlagen bleibt.
Aktuell stabilisiert sich der Kurs im Bereich von 136 bis 138 Euro. Die zentrale Unterstützung liegt bei 129,35 Euro. Wird diese Zone per Wochenschluss unterschritten, wäre eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung 118 Euro wahrscheinlich. Darunter könnte langfristig sogar der Bereich um 103 Euro in den Fokus rücken.
Auf der Oberseite muss die Aktie zunächst die Marke von 143,65 Euro zurückerobern. Erst darüber würde sich das Chartbild etwas aufhellen. Die nächsten Erholungsziele lägen anschließend bei rund 160 Euro und an der 40-Wochen-Linie im Bereich von 169 bis 170 Euro.
Der RSI auf Basis von 34 Perioden bleibt unter der Schwelle von 48,5 und bestätigt damit die weiterhin schwache technische Ausgangslage.
Die Trendgüte der vergangenen drei Monate liefert derzeit kein klares Handelssignal. Das Bestimmtheitsmaß R² liegt lediglich bei 0,21, während der Kurs mit einem Abstand von +0,04 Standardabweichungen fast genau auf seiner Regressionsgeraden notiert. SAP befindet sich kurzfristig somit eher in einer unruhigen Konsolidierung als in einem stabilen Trend.
Mit einem R² von lediglich 0,21 weist die SAP-Aktie aktuell keine ausgeprägte Trendqualität auf. Der Kurs liegt nahezu direkt auf seiner Regressionsgeraden.
Auch die Saisonalität mahnt zur Vorsicht. Im untersuchten Zeitraum zwischen Ende Juli und Anfang Oktober lag die Trefferquote über 25 Jahre lediglich bei 44 Prozent. Die durchschnittliche Kursentwicklung betrug minus 4,72 Prozent, der Median lag bei minus 1,49 Prozent.
Deutlich optimistischer zeigen sich die Fundamentalanalysten: Von 18 erfassten Einschätzungen lauten 14 auf Kaufen, drei auf Halten und eine auf Verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 199,57 Euro und damit rund 45 Prozent über dem in der Grafik zugrunde gelegten Kurs.
| Szenario | Technischer Trigger | Mögliche Kursziele | Absicherung |
|---|---|---|---|
| Long | Wochenschluss über 143,65 Euro | 160 Euro, danach 169 bis 170 Euro | Unter 136 Euro |
| Short | Wochenschluss unter 129,35 Euro | 118 Euro, danach 103 Euro | Über 137 Euro |
Bei der SAP-Aktie treffen hohe fundamentale Erwartungen auf ein weiterhin schwaches Chartbild. Der Markt rechnet mit einem soliden Cloud-Wachstum und einer steigenden operativen Profitabilität. Enttäuschungen bei der Marge, beim Cloud-Auftragsbestand oder bei der KI-Monetarisierung könnten jedoch zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.
Charttechnisch bleibt die Marke von 129 Euro der entscheidende Anker. Solange sie hält, ist eine Bodenbildung möglich. Ein Wochenschluss darunter würde dagegen Raum für eine weitere Abwärtsbewegung bis zunächst 118 Euro schaffen. Für eine nachhaltige Erholung müsste SAP zunächst wieder über 143,65 Euro steigen.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.