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Rohstoffe

Ölpreis WTI unter Druck vor den Zwischenwahlen in den USA

WTI fällt auf rund 95 Dollar zurück. Hoffnungen auf eine Einigung mit Iran belasten den Ölpreis, während die US-Zwischenwahlen neue Unsicherheit bringen. Im Tageschart rückt die Unterstützung bei 91 bis 92 Dollar näher.

Ölpreis WTI unter Druck vor den Zwischenwahlen in den USA Quelle: Bloomberg

Geschrieben von

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

Der Ölpreis steht am Tag der US-Zwischenwahlen unter Druck. Im IG-Tageschart notiert US-Rohöl am Dienstagnachmittag bei rund 95,34 US-Dollar je Barrel. Hoffnungen auf Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran belasten den Markt. Eine erneute militärische Eskalation könnte dagegen wieder höhere Risikoaufschläge auslösen

Kurz erklärt

  • Politik: Eine Eskalation könnte WTI stützen, eine diplomatische Einigung den Ölpreis weiter belasten.
  • Unterstützung: Um 91 bis 92 Dollar treffen Trendkanal und monatliche Pivot-Unterstützung zusammen.
  • Erholung: Oberhalb von 97,5 bis 98 Dollar würde sich das kurzfristige Chartbild aufhellen.

  • Zwischenwahlen und Iran bestimmen den Ölpreis

    Für den Ölmarkt zählt vor allem, welchen Kurs Washington nach der Wahl einschlägt. Ein denkbares Risikoszenario ist, dass ein deutlicher Sieg der Demokraten Donald Trump dazu bewegt, den militärischen Druck auf Iran nochmals zu erhöhen. Neue Angriffe und mögliche Gegenmaßnahmen würden die Sorge vor Lieferausfällen verstärken. Ein solcher Zusammenhang ist allerdings ein politisches Szenario, keine feststehende Folge des Wahlergebnisses.

    Sollte sich nach einer angespannten Phase eine diplomatische Einigung abzeichnen, könnten geopolitische Risikoaufschläge zurückgehen. Dann würden die tatsächlichen Förder- und Exportmengen wieder stärker ins Gewicht fallen. Laut Reuters meldeten zwei von drei Schiffsdatendiensten für Oktober höhere saudische Rohölexporte als im September. Das könnte den Preisdruck bei einer Entspannung zusätzlich verstärken.

    WTI-Chartanalyse: Entscheidende Zone bei 91 bis 92 Dollar

    Der Rückgang auf rund 95,34 Dollar führt WTI wieder unter die Oberkante der früheren Handelsspanne bei etwa 96 bis 96,5 Dollar. Damit gerät der vorherige Ausbruch nach oben ins Wanken. Solange der seit Juli bestehende Aufwärtstrend hält, bleibt der Rücksetzer jedoch zunächst eine Korrektur innerhalb dieses Trends.

    Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei 91 bis 92 Dollar. Dort verlaufen die untere Trendkanalbegrenzung und die erste monatliche Pivot-Unterstützung S1. Ein nachhaltiger Bruch würde Rückgänge zum gleitenden 100-Tage-Durchschnitt bei rund 88,5 bis 89 Dollar und anschließend zur Rechteckunterkante um 86,5 Dollar begünstigen. Erst darunter käme die nächste monatliche Pivot-Unterstützung S2 bei rund 80 Dollar in Betracht.

    Auf der Oberseite müsste WTI zunächst 96 bis 96,5 Dollar und anschließend den Monats-Pivot bei etwa 97,5 bis 98 Dollar zurückerobern. Dann wären 100 Dollar und die jüngsten Hochs um 103 bis 104,3 Dollar mögliche Ziele.

    Der RSI über 34 Perioden nähert sich der Zone um 48,5 bis 50. Eine Stabilisierung darüber wäre hilfreich; ein klarer Bruch unter 48,5 würde die technische Schwäche bestätigen.

    WTI im Tageschart mit Trendkanal und monatlichen Pivotmarken

    WTI-Chartanalyse: Entscheidende Zone bei 91 bis 92 Dollar Quelle: IG
    WTI-Chartanalyse: Entscheidende Zone bei 91 bis 92 Dollar Quelle: IG

    Long- und Short-Setups für WTI

    Die Szenarien setzen eine Bestätigung voraus. Alle Kursmarken sind gerundet und in US-Dollar je Barrel angegeben.

    Szenario Auslöser und Bestätigung Mögliche Kursziele Technische Invalidierung
    Long an der Unterstützung Bullische Tagesumkehr an 91–92 und Verteidigung der Zone 96–96,5, danach 97,5–98 Bruch des Umkehrtiefs unter 91
    Long nach Rückeroberung Tagesschluss über 98 und erfolgreicher Rücktest des Monats-Pivots 100, danach 103–104,3 Erneuter nachhaltiger Rückfall unter 96
    Short nach gescheiterter Erholung Erholung scheitert an 96–98; eine bärische Tageskerze bestätigt die Abweisung 92, danach 91 Tagesschluss über 98
    Short nach Trendbruch Tagesschluss unter 91 und gescheiterter Rücktest von 91–92 88,5–89, danach 86,5 Rückeroberung und Stabilisierung über 92

    Ausblick: WTI bleibt unterhalb von 98 Dollar anfällig

    WTI bleibt kurzfristig anfällig, solange die Zone zwischen 96 und 98 Dollar nicht zurückerobert wird. Bei 91 bis 92 Dollar entscheidet sich, ob der Aufwärtstrend die Korrektur auffangen kann. Politisch würde eine belastbare Einigung mit Iran die Abwärtsrisiken verstärken; eine erneute Eskalation könnte dagegen rasch neue Aufwärtsimpulse auslösen.

    WTI: Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre 

    WTI: Entwicklung fünf Jahre Quelle: IG
    WTI: Entwicklung fünf Jahre Quelle: IG

    Important to know

    Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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