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FOREX

EUR/USD: Doppelboden vor Bestätigung – EZB unter Zinsdruck

Der Euro legt am Mittwoch gegen Mittag um rund 0,5 Prozent auf 1,1246 US-Dollar zu. Nach dem Abverkauf der vergangenen Monate zeichnet sich bei EUR/USD ein möglicher Doppelboden ab

EUR/USD: Doppelboden vor Bestätigung – EZB unter Zinsdruck Quelle: Bloomberg

Geschrieben von

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

Der Euro legt am Mittwoch gegen Mittag um rund 0,5 Prozent auf 1,1246 US-Dollar zu. Nach dem Abverkauf der vergangenen Monate zeichnet sich bei EUR/USD ein möglicher Doppelboden ab. Gleichzeitig erhöht die Inflation den Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank. Charttechnisch entscheidet jetzt die Marke von 1,1280, ob die Erholung zusätzlichen Schwung bekommt.

Inflation von 4 Prozent bringt EZB-Zinserhöhung ins Spiel

Die Inflation im Euroraum ist im Oktober von 3,8 auf 4,0 Prozent gestiegen. Damit liegt sie doppelt so hoch wie das Inflationsziel der EZB. Haupttreiber bleiben die Energiepreise, während die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel bei 2,5 Prozent verharrt.

Das spricht für einen wachsenden Druck auf die EZB, im Dezember erneut die Zinsen anzuheben. Noch am 29. Oktober hielt sie die Leitzinsen unverändert und verwies auf die Risiken höherer Energiepreise für Inflation und Wachstum. Eine Zinserhöhung bleibt somit ein Szenario, keine beschlossene Sache. Höhere Zinserwartungen können den Euro unterstützen; entscheidend bleibt dabei auch die erwartete Zinsentwicklung in den USA.

EUR/USD: Über 1,1280 wäre der Doppelboden bestätigt

Die Oktober-Tiefs bei 1,1117 und 1,1106 bilden die Grundlage der möglichen W-Formation. Ihre Nackenlinie liegt in der Widerstandszone zwischen 1,1260 und 1,1280. Erst ein Tagesschluss über deren Oberkante würde die Bodenbildung bestätigen.

Über 1,1280 ergibt sich ein rechnerisches Kursziel von rund 1,1455. Zwischenhürden liegen bei 1,1336 und 1,1407. Darüber folgen 1,1478 sowie die Widerstandszone bei 1,1547–1,1568, in der auch die fallende 200-Tage-Linie verläuft.

Der RSI signalisiert nachlassenden Verkaufsdruck, bleibt mit rund 44 aber unter der verwendeten Signalschwelle von 48,5. Die Erholung ist damit noch keine bestätigte übergeordnete Trendwende.

EUR/USD: Über 1,1280 wäre der Doppelboden bestätigt Quelle: IG /Tradingview
EUR/USD: Über 1,1280 wäre der Doppelboden bestätigt Quelle: IG /Tradingview

EUR/USD: Long- und Short-Setups im Überblick

Szenario Voraussetzung Mögliche Kursziele Technische Absicherung
Long: Ausbruch bestätigt Tagesschluss über 1,1280, anschließend erfolgreicher Rücktest der Ausbruchszone 1,1336 → 1,1407 → 1,1455 Unter dem Tief des erfolgreichen Rücktests
Short: Bodenbildung scheitert Tagesschluss unter 1,1106, anschließender Rücktest von unten scheitert 1,1009 → 1,0807–1,0795 Über dem Hoch des gescheiterten Rücktests

Fazit: EUR/USD 

Über 1,1280 könnte EUR/USD seine Erholung bis etwa 1,1455 ausweiten. Solange der Ausbruch fehlt, bleibt der Abwärtstrend seit dem Januarhoch maßgeblich. Unter 1,1106 wäre die Bodenbildung hinfällig.

EUR/USD: Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre 

EUR/USD: Entwicklung fünf Jahre Quelle: IG
EUR/USD: Entwicklung fünf Jahre Quelle: IG

Important to know

Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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