EUR/CHF – Es wird auf die EZB geschielt

Ein Euro kostet heute etwa 1,085 Franken. Damit notiert der Franken so hoch wie zuletzt vor rund zwei Jahren. Wächst der Druck auf den Franken weiter, könnte die SNB mit weiteren Zinssenkungen und Interventionen aktiv werden.

Ein heißer Sommer geht für die Schweizer Nationalbank (SNB) zu Ende. Mit allem was sie zu bieten hat, versuchte die SNB eine zu starke Franken Aufwertung zu verhindern. Dies ist ihr allerdings nur bedingt gelungen, da der Franken seit Anfang Mai um 5% zulegen konnte. Anders herum könnte man aber auch sagen, dass es die SNB , mit ihren Mitteln, geschafft hat das Währungspaar über der 1,05 CHF Marke zu halten. Wie viele Fremdwährungen die SNB gekauft hat, lässt sich nicht zu 100% bestimmen, jedoch können die Interventionen über die sog. Sichteinlagen in der Bilanz SNB erahnen. Zuletzt gingen diese Sichteinlagen um 154 Millionen Franken zurück, nachdem sie in den Vorwochen jeweils um mehrere Milliarden zugelegt hatten.Durch den starken Franken werden Schweizer Waren tendenziell im Ausland teurer. Dies belastet die exportorientierte Schweizer Wirtschaft enorm.

EZB- Sitzung wichtig für die SNB

Nächste Woche tagt die EZB, um über weitere Maßnahmen zur Stimulierung der Konjunktur in der EU zu beraten. Dies wird die SNB mit Argusaugen verfolgen. Der Druck auf den Franken würde weiter steigen, wenn die EZB mehr als nur eine „Bazooka“ auspacken würden. Damit der Zinsabstand zwischen beiden Wirtschaftszonen nicht zu groß wird, werden dann weitere Maßnahmen der SNB für möglich gehalten. Eine Maßnahmen wäre u.a. eine weitere Zinssenkung. Ein Euro kostet heute etwa 1,085 Franken. Damit notiert der Franken so hoch wie zuletzt vor rund zwei Jahren. Wächst der Druck auf den Franken weiter, könnte die SNB mit weiteren Zinssenkungen und Interventionen aktiv werden – es wäre nicht das erste Mal, dass die SNB die Märkte überrascht.

SNB experimentiert häufiger mit ihrem Maßnahmenkatalog

Vor den Negativzinsen und den gezielten Interventionen, probierte die SNB die Stabilisierung des Währungskurses mit einem Euro-Mindestkurs. Dieser wurde aber im Januar 2015 aufgehoben, da es zu kostspielig für die Notenbank wurde und die Kapitalzufuhr in die Schweiz zu groß wurde. Das bedeutet, dass die Notenbanker mit selbst gedruckten Franken, Fremdwährungen wie den Euro oder Dollar erwerben. Die Bilanz der SNB ist dadurch massiv gewachsen, wodurch sich auch viele kritische Stimmen melden, die eine „Blase“ um die Notenbankbilanz sehen.

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