Quartalszahlen 2025 - Q4
MicroStrategy steht vor den Quartalszahlen weiter unter Druck. Der Bruch der 200-Wochen-Linie, die anhaltende Bitcoin-Schwäche und ein klar bärisches Momentum belasten die Aktie. Trotz optimistischem Analystenkonsens preist der Markt rund um die Zahlen erhöhte Volatilität ein.
200-Wochen-Linie verloren: Unter 146 USD bleibt das übergeordnete Bild klar bärisch
Bitcoin als Belastungsfaktor: Kursverluste beim Bitcoin wirken überproportional auf MSTR
Earnings = Volatilitäts-Event: Optionsmarkt erwartet eine Bewegung von rund 7–8 %
Charttechnisch zeigt sich MicroStrategy weiter extrem schwach. Seit dem Hoch im Sommer des vergangenen Jahres hat die Aktie über 73 Prozent an Wert verloren. Der Abwärtstrend ist intakt und wird durch mehrere Faktoren bestätigt.
Besonders kritisch: Der Bereich um 146 US-Dollar wurde zuletzt klar unterschritten. Dort verlief die 200-Wochen-Linie, eine der wichtigsten übergeordneten Trendfilter. Erstmals seit August 2023 notiert die Aktie wieder nachhaltig unterhalb dieser Glättung, was ein klares Schwächesignal darstellt.
Solange kein Wochenschlusskurs über 146 USD gelingt, bleibt das Risiko weiter fallender Kurse erhöht. Im übergeordneten Wochenchart rücken nun mehrere Unterstützungszonen in den Fokus:
65–70 USD: markanter früherer Reaktionsbereich
51 USD: Zwischenstütze aus dem langfristigen Chart
30 USD: massive historische Unterstützungszone
Diese Bereiche sind weniger als direkte Kaufniveaus zu verstehen, sondern vielmehr als Liquiditäts- und Reaktionszonen, an denen es technisch zu Stabilisierung oder Gegenbewegungen kommen kann.
Die Schwäche von MicroStrategy ist eng mit der Entwicklung des Bitcoin verknüpft. Seit Oktober des vergangenen Jahres hat der Bitcoin deutlich an Wert verloren und ist zuletzt wieder unter die Marke von 70.000 US-Dollar gefallen – erstmals seit November 2024.
MicroStrategy reagiert auf diese Bewegung überproportional:
Während der Bitcoin seit dem Herbst deutlich zweistellig korrigiert hat,
verlor die MSTR-Aktie im selben Zeitraum mehr als 70 Prozent.
Diese Hebelwirkung wirkt in Aufwärtsphasen positiv – im aktuellen Umfeld jedoch massiv belastend. Solange der Bitcoin keinen stabilen Boden ausbildet, bleibt auch das Saylor-Modell unter Druck.
Trotz der deutlichen Kursverluste zeigt sich der Analystenkonsens weiterhin erstaunlich optimistisch. Der aktuelle Konsens lautet „Strong Buy“.
Durchschnittliches Kursziel: rund 387 USD
Theoretisches Aufwärtspotenzial: über 200 Prozent
Spanne der Schätzungen: ca. 185 bis 705 USD
Dieser enorme Abstand zum aktuellen Kurs verdeutlicht jedoch weniger Sicherheit als vielmehr die hohe Unsicherheit. Sollte der Bitcoin-Preis weiter unter Druck bleiben, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Analysten ihre Kursziele im Nachgang der Zahlen nach unten anpassen – ein zusätzlicher Risikofaktor für die Aktie.
Der Optionsmarkt stellt sich klar auf Volatilität ein. Für den heutigen Earnings-Termin wird eine implizite Bewegung von rund ±7 bis 8 Prozent erwartet.
Das bedeutet:
Ein dynamischer Ausbruch in beide Richtungen ist wahrscheinlich
Die aktuelle Chartlage spricht jedoch eher für Risiken auf der Unterseite, solange zentrale Widerstände nicht zurückerobert werden
Bullishes Szenario:
Trigger: Wochenschluss über 146 USD
Ziel: 165 bis 175 USD
Stopp: unter 138 USD
→ Nur interessant bei gleichzeitiger Stabilisierung des Bitcoin
Bärisches Szenario:
Trigger: Schwäche unter 129 USD
Ziel: 110 USD, später 95 bis 100 USD
Stopp: über 146 USD
→ Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends
MicroStrategy bleibt ein hochvolatiles Bitcoin-Proxy-Investment. Unterhalb der 200-Wochen-Linie ist das technische Bild klar bärisch. Die heutigen Quartalszahlen dürften weniger durch Fundamentaldaten als durch den Bitcoin-Ausblick und das Marktumfeld entschieden werden. Solange der Kryptomarkt keine nachhaltige Stabilisierung zeigt, bleibt Vorsicht angebracht.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.