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Quartalszahlen 2026 - Q1
Die AMD-Aktie hat vor den Quartalszahlen massiv Momentum aufgebaut. Doch nach dem Ausbruch aus der Keilformation, einem überkauften Kursbild und schwacher Saisonalität zwischen Mai und Juli wird die Reaktion auf die Zahlen entscheidend
Die AMD ist vor den Quartalszahlen regelrecht explodiert. Seit Ende März hat der Chipwert rund 85 % zugelegt und notiert bereits deutlich über dem durchschnittlichen Analystenkursziel. Doch genau jetzt treffen mehrere Risikofaktoren aufeinander: ein stark vorgelaufener Chart, eine wichtige Widerstandszone bei 368/369 US-Dollar, ein Optionsmarkt, der eine große Bewegung erwartet – und eine historisch schwache Saisonalität zwischen Mai und Juli. Wird AMD nach den Zahlen weiter gekauft oder beginnt jetzt die große Korrektur?
AMD veröffentlicht heute die Zahlen für das erste Quartal 2026 nach US-Börsenschluss. Die vom Markt erwartete Veröffentlichung um 16:15 Uhr Eastern Time entspricht 22:15 Uhr MESZ. Der offizielle Conference Call ist für 17:00 Uhr ET bzw. 23:00 Uhr MESZ angesetzt.
Für das erste Quartal hatte AMD selbst einen Umsatz von rund 9,8 Milliarden US-Dollar plus/minus 300 Millionen US-Dollar sowie eine Non-GAAP-Bruttomarge von etwa 55 % in Aussicht gestellt. Genau an dieser Erwartungshürde dürfte sich die erste Marktreaktion orientieren.
Die AMD-Aktie befand sich seit Oktober 2025 in einer größeren Keilformation. Der entscheidende technische Befreiungsschlag gelang mit dem Ausbruch über den Bereich um 253 US-Dollar. Parallel dazu durchbrach der RSI die wichtige Schwelle bei 48,5 Punkten, was das Momentum zusätzlich bestätigte.
Seit Ende März/Anfang April beschleunigte sich die Rallye deutlich. Von rund 198 US-Dollar stieg die Aktie bis Anfang Mai auf etwa 347/348 US-Dollar. Damit ist der Titel in wenigen Wochen um mehr als 70 % gestiegen. Die Käuferseite dominiert weiterhin, aber die Bewegung ist inzwischen stark gestreckt.
Der monatliche Pivotpunkt bei rund 303/305 US-Dollar bleibt nun die zentrale Unterstützungszone. Solange AMD darüber bleibt, ist der übergeordnete Ausbruch intakt. Ein Rückfall darunter würde das Chartbild jedoch deutlich eintrüben und könnte eine Korrektur in Richtung 250/253 US-Dollar auslösen. Dort verläuft nicht nur ein Pivot-Support, sondern auch die ehemalige obere Keilbegrenzung, die nun als Unterstützung fungieren kann.
Auf der Oberseite ist der Bereich um 368/369 US-Dollar entscheidend. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde neues Momentum freisetzen und den Weg in Richtung 375 US-Dollar sowie später in Richtung der oberen Pivot-/R1-Zone öffnen.
Der Optionsmarkt preist zur Zahlenvorlage eine Bewegung von ±8,55 % bzw. rund 29,20 US-Dollar ein. Ausgehend vom angegebenen Kursbereich um 341,53 US-Dollar ergibt sich damit ungefähr folgende Earnings-Spanne:
| Szenario | Kurszone |
|---|---|
| Oberes Expected-Move-Ziel | ca. 370,70 USD |
| Referenzkurs | ca. 341,50 USD |
| Unteres Expected-Move-Ziel | ca. 312,30 USD |
Das ist charttechnisch bemerkenswert: Die obere Spanne liegt fast exakt oberhalb der kritischen Hochzone bei 368/369 US-Dollar. Schafft AMD nach den Zahlen den Sprung darüber, wäre das ein starkes Momentum-Signal. Die untere Spanne liegt dagegen knapp oberhalb des monatlichen Pivots bei 303/305 US-Dollar. Ein schwacher Ausblick könnte also schnell zu einem Test dieser Unterstützungszone führen.
Laut TipRanks liegt das durchschnittliche Analystenkursziel bei 308,09 US-Dollar. Bei einem Kurs von rund 341/348 US-Dollar notiert AMD damit bereits fast 10 % über dem Konsensziel.
Die Analysten sind zwar weiterhin überwiegend positiv eingestellt: 17 Buy, 9 Hold, 0 Sell. Das Problem ist jedoch die Bewertung nach der Rallye. Der Markt hat bereits sehr viel Optimismus eingepreist. Damit steigt das Risiko, dass selbst solide Zahlen nicht ausreichen, wenn der Ausblick keine neue Fantasie liefert.
Die saisonalen Muster sprechen kurzfristig eher gegen die Aktie. Auf Basis der langfristigen Daten zeigt AMD zwischen Mai und Juli historisch eine schwächere Phase. Besonders in Zwischenwahljahren fällt die Statistik negativ aus: Die Trefferquote für steigende Kurse liegt in diesem Zeitraum nur bei rund 18 %, die durchschnittliche Rendite bei etwa minus 19 %.
Auch über alle Jahre hinweg zeigt sich zwischen Mai und Juli eine eher bärische Tendenz. In Kombination mit der starken Rallye, dem bereits überschrittenen Analystenkonsens und dem Widerstandsbereich um 368/369 US-Dollar entsteht damit ein Setup, bei dem kurzfristig Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher werden.
| Setup | Trigger | Ziele | Stopp |
|---|---|---|---|
| Long-Breakout | Schlusskurs oder starke Reaktion über 368/369 USD | 375 USD, danach 390/400 USD | unter 348 USD |
| Long-Pullback | Stabilisierung bei 303/305 USD | 335 USD, 348 USD, 368 USD | unter 295 USD |
| Short-Rejection | Abweisung im Bereich 368/369 USD | 335 USD, 312 USD, 305 USD | über 375 USD |
| Short-Breakdown | Bruch unter 303 USD | 253/250 USD, danach 222 USD | über 315 USD |
Die AMD-Aktie geht mit starkem Momentum, aber auch mit erhöhtem Rückschlagrisiko in die Quartalszahlen. Der Ausbruch aus der Keilformation ist technisch klar bullisch. Gleichzeitig ist der Kurs nach der massiven Rallye stark vorgelaufen. Der Markt verlangt nun mehr als nur solide Zahlen: AMD muss den hohen Erwartungen beim Wachstum, der Marge und vor allem beim Ausblick gerecht werden.
Der wichtigste Bereich auf der Oberseite liegt bei 368/369 US-Dollar. Ein Ausbruch darüber könnte Anschlusskäufe auslösen. Auf der Unterseite entscheidet die Zone bei 303/305 US-Dollar, ob die Rallye nur konsolidiert oder in eine tiefere Korrektur übergeht.
Die AMD-Aktie bleibt technisch stark, solange sie oberhalb des monatlichen Pivots bei rund 303/305 US-Dollar notiert. Nach der starken Kursexplosion ist der Titel jedoch anfällig für Gewinnmitnahmen, vor allem wenn die Zahlen oder der Ausblick nicht klar positiv überraschen.
Für bullische Trader ist der Bereich über 368/369 US-Dollar der zentrale Trigger. Für vorsichtigere Anleger könnte ein Rücksetzer in Richtung 303/305 US-Dollar interessanter sein. Unterhalb dieser Zone würde sich das Bild deutlich verschlechtern und eine Korrektur in Richtung 250/253 US-Dollar wahrscheinlicher machen.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Morning Report
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