Was ist der Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen?
Optionen und Optionsscheine sind bekannte Derivate und werden oft verwechselt. Dennoch unterscheiden sie sich deutlich in Risiko, Preisbildung und Handel. Erfahren Sie, welches Produkt besser zu Ihrem Trading-Stil passt.
Optionen und Optionsscheine: ein Überblick
Sowohl Optionen als auch Optionsscheine sind derivative Finanzinstrumente. Ihr Wert leitet sich von einem zugrunde liegenden Basiswert ab, etwa einer Aktie, einem Index oder einem Rohstoff.
Beide Produkte ermöglichen es Ihnen, auf steigende (Call) oder fallende Kurse (Put) zu spekulieren. Zudem verfügen sie über eine feste Laufzeit, innerhalb derer sich der Markt in die gewünschte Richtung bewegen muss.
Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheiden sich beide Produkte deutlich in ihrer Struktur und Funktionsweise.
Gemeinsamkeiten von Optionen und Optionsscheinen
Optionen und Optionsscheine weisen einige grundlegende Gemeinsamkeiten auf. Beide ermöglichen es Tradern, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu setzen, und beide sind an eine feste Laufzeit gebunden.
Darüber hinaus wird der Preis beider Produkte von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter Volatilität, Restlaufzeit und der Kurs des Basiswertes. Diese Einflussgrößen werden am Optionsmarkt als „Options-Griechen“ bezeichnet.
Der entscheidende gemeinsame Nenner ist jedoch: Beide Produkte sind Derivate, deren Wert sich aus einem zugrunde liegenden Markt ableitet.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen
Trotz ähnlicher Grundstruktur unterscheiden sich Optionen und Optionsscheine in mehreren zentralen Punkten.
Übersicht der Unterschiede
| Merkmal | Optionen | Optionsscheine |
|---|---|---|
| Handelsplatz | Terminbörse / OTC | OTC / Börse |
| Standardisierung | Hoch | Individuell |
| Preisbildung | Angebot & Nachfrage | Emittent |
| Emittentenrisiko | Nein | Ja |
| Strategien | Vielfältig (inkl. Stillhalter) | Eingeschränkt |
Zusammensetzung und Standardisierung
Optionen sind standardisierte Produkte, die an Terminbörsen gehandelt werden. Das bedeutet, dass Laufzeiten, Kontraktgrößen und Ausstattungsmerkmale klar definiert sind.
Optionsscheine hingegen werden von Banken emittiert und können individuell ausgestaltet sein. Dadurch kann es mehrere Produkte mit ähnlichen Eigenschaften geben, die sich dennoch im Detail unterscheiden.
Handelsplatz
Optionen werden ausschließlich an Terminbörsen gehandelt. Dort treffen Angebot und Nachfrage direkt aufeinander, was zu einer transparenten Preisbildung führt. Optionsscheine hingegen werden häufig außerbörslich (OTC) über den Emittenten gehandelt oder als Wertpapier an Börsen.
Preisbildung
Die Preisbildung bei Optionen erfolgt am Markt durch Angebot und Nachfrage. Bei Optionsscheinen wird der Preis hingegen maßgeblich vom Emittenten gestellt. Das kann zu weniger Transparenz führen.
Emittentenrisiko
Ein wesentlicher Unterschied liegt im Risiko. Optionen unterliegen einer Clearingstelle, wodurch das Kontrahentenrisiko minimiert wird. Bei Optionsscheinen besteht hingegen ein Emittentenrisiko: Im Falle einer Insolvenz kann das Produkt wertlos werden.
Handelsmöglichkeiten und Strategien
Optionen bieten deutlich mehr strategische Möglichkeiten. Neben einfachen Call- und Put-Positionen können Trader auch komplexe Strategien oder Stillhaltergeschäfte umsetzen. Optionsscheine sind in ihrer Struktur einfacher, bieten aber weniger Flexibilität.
Optionen vs. Optionsscheine: welches Produkt ist besser?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht – es kommt auf Ihren Trading-Stil an.
Optionen bieten mehr Flexibilität, Transparenz und Sicherheit, sind jedoch komplexer in der Anwendung. Optionsscheine sind einfacher zugänglich, bringen jedoch zusätzliche Risiken mit sich, insbesondere durch den Emittenten. Für viele Trader sind daher standardisierte Optionen die professionellere Wahl.
Welche Möglichkeiten bietet IG für den Optionshandel?
Bei IG haben Sie zwei Möglichkeiten, auf Optionsmärkte zuzugreifen:
Zum einen können Sie klassische Optionen handeln. Diese bieten Ihnen die volle Flexibilität des Optionsmarktes, inklusive komplexer Strategien und einer Preisbildung durch Angebot und Nachfrage.
Zum anderen stehen Ihnen sogenannte Knock-out-Optionen zur Verfügung. Diese ermöglichen es Ihnen, mit klar definiertem Risiko zu handeln, da die Position automatisch geschlossen wird, sobald ein bestimmtes Kursniveau erreicht wird.
Der Vorteil: Sie können je nach Erfahrung und Risikoprofil zwischen komplexeren und einfacheren Instrumenten wählen.
Praxisbeispiel: Optionen vs. Optionsscheine am Beispiel einer Aktie
| Merkmal | Option (z. B. Apple) | Optionsschein (z. B. Apple) |
|---|---|---|
| Basiswert | Apple Inc. Aktie | Apple Inc. Aktie |
| Handelsplatz | Terminbörse / OTC | Emittent / Börse |
| Preisbildung | Angebot & Nachfrage | Vom Emittenten gestellt |
| Laufzeit | Standardisiert | Frei wählbar durch Emittent |
| Risiko | Kein Emittentenrisiko | Emittentenrisiko vorhanden |
| Flexibilität | Hoch (Strategien möglich) | Eingeschränkt |
| Transparenz | Hoch | Geringer |
Im praktischen Beispiel wird der Unterschied besonders deutlich. Während eine Option auf Apple Inc. an einer Terminbörse gehandelt wird und ihr Preis durch Angebot und Nachfrage entsteht, wird ein Optionsschein von einem Emittenten herausgegeben und entsprechend bepreist.
Das bedeutet, dass Trader bei Optionen von einer transparenten Marktstruktur profitieren, während bei Optionsscheinen zusätzliche Faktoren wie die Preisstellung des Emittenten eine Rolle spielen können.
Experten-Fazit: Wann eignen sich Optionen oder Optionsscheine?
Aus Marktsicht zeigt sich, dass viele Trader die Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen unterschätzen. Optionsscheine wirken auf den ersten Blick einfacher, bringen jedoch strukturelle Nachteile mit sich – insbesondere in Bezug auf Preisbildung und Emittentenrisiko. Optionen hingegen bieten mehr Transparenz und strategische Möglichkeiten, erfordern jedoch ein tieferes Verständnis des Marktes.
Für Trader bedeutet das konkret: Wer langfristig professionell handeln möchte, kommt an Optionen kaum vorbei. Einfachere Produkte wie Knock-outs können jedoch ein sinnvoller Einstieg sein.
❓ Häufig gestellte Fragen zu Optionen und Optionsscheinen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Preisbildung und im Emittentenrisiko. Optionen werden an Börsen gehandelt, während Optionsscheine von Emittenten ausgegeben werden.
Sind Optionen oder Optionsscheine sicherer?
Optionen gelten als sicherer, da sie über Clearingstellen abgewickelt werden. Optionsscheine bergen ein Emittentenrisiko.
Was eignet sich besser für Anfänger?
Optionsscheine sind einfacher zu verstehen, während Optionen mehr Wissen erfordern. Alternativ können strukturierte Produkte wie Knock-outs den Einstieg erleichtern.
Kann man mit beiden Produkten long und short gehen?
Ja, sowohl Optionen als auch Optionsscheine ermöglichen es, auf steigende und fallende Kurse zu setzen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Werbemitteilung. Diese Informationen werden von IG Europe GmbH (IGE) bereitgestellt. Zusätzlich zum untenstehenden Haftungsausschluss enthält das Informationsmaterial auf dieser Seite weder eine Auflistung unserer Handelskurse noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit genannten Finanzinstrumenten. IGE übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Informationen und übernimmt in der Folge keine Verantwortung für die Verwendung dieser Informationen und daraus resultierender Folgen. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar, berücksichtigen also nicht die spezifischen Anlageziele, den Anlagehorizont sowie die finanzielle Situation einzelner Personen, welche diese Information erhalten. Der Anleger allein trägt das Risiko für jede eigenverantwortlich getroffene Anlageentscheidung oder Durchführung von Transaktionen in Finanzinstrumenten. Die Informationen wurden darüber hinaus nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit des Investment Researchs (Anlage-oder Anlagestrategieempfehlungen) erstellt und gelten daher insgesamt als Werbemitteilung. Obwohl der Handel in Finanzinstrumenten, die Gegenstand dieser Informationen sind, vor der Bereitstellung dieser Informationen an Kunden und andere Personen für die Mitarbeiter der IG nicht verboten ist, darf gemäß unserer Policy die Information nicht zum Vorteil der Mitarbeiter oder IG genutzt werden. Wir sind bestrebt wirksame organisatorische und administrative Vorkehrungen zu treffen und aufrechtzuerhalten, um alle angemessenen Schritte zu unternehmen, um zu verhindern, dass Interessenkonflikte ein wesentliches Risiko für die Interessen unserer Kunden darstellen oder zu einem solchen führen. Wir verfolgen eine Politik der Unabhängigkeit, die von unseren Mitarbeitern verlangt im Interesse unserer Kunden zu handeln und jegliche Interessenkonflikte bei der Erbringung unserer Dienstleistungen außer Acht zu lassen. Darüber hinaus liegt es nicht im Interesse von IG, die relevanten Informationen einem der Emittenten vor deren Veröffentlichung weiterzuleiten. Die hier erwähnten organisatorischen und administrativen Kontrollen werden in unseren Grundsätzen zur Handhabung von Interessenkonflikten dargelegt. Eine Zusammenfassung der Grundsätze für die Handhabung von Interessenkonflikten ist auf unserer Website verfügbar.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie die Märkte handeln können
Entdecken Sie unsere Bandbreite an handelbaren Märkten und lernen Sie, wie sie funktionieren – mit dem kostenlosen Kurs „Einführung in die Finanzmärkte“ der IG Academy.