Market Update
Mit der Blockade der iranischen Ölhäfen setzt die USA den Erzrivalen China unter Druck und könnte somit den nächsten Streit mit Peking vom Zaun brechen. Dass zurzeit kein Öl mehr aus dem Iran kommt, sehen die Marktteilnehmer bislang recht gelassen.
Das Reich der Mitte gehört zu den größten Importeuren vom iranischen Rohöl. Rund 98% des schwarzen Golden geht nach China. Nun aber ist diese Quelle infolge der US-amerikanischen Blockade erst einmal versiegt. Und Applaus gibt es dafür aus den Reihen der chinesischen Staatsführung nicht. Vielmehr wird der Ton gegenüber Washington wieder rauer. Das zarte Pflänzchen der Entspannung zwischen den beiden Großmächten könnte ganz schnell zertreten werden. Dies wäre dann die Saat für das nächste geopolitische Risiko.
Die Blockade selbst hat bislang noch nicht den Ölpreis großartig gen Norden gehievt. Vielmehr hoffen die Anleger auf eine baldige Einigung zwischen den USA und China und natürlich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Charttechnisch könnte die derzeitige Korrektur durchaus fortgesetzt werden. Zum einen konnte zuletzt mit 118,47 USD das vorherige Hoch bei 119,56 USD nicht überwunden werden, was aus charttechnischer Sicht ein Warnsignal ist. Und zum anderen mahnt der Oszillator Momentum mit der Einstellung 20 Handelstage zur Vorsicht. Dieser signalisiert eine negative Divergenz. Die jüngsten neuen Hochs wurden nicht durch das Momentum bestätigt. Im Augenblick fällt der Oszillator und hält sich unterhalb der Nulllinie auf. Dies bedeutet einen neuen Abwärtstrend mit entsprechender Dynamik.
Im Tageschart steuert der Ölpreis der Sorte WTI eine wichtige Kreuzunterstützung an. Diese besteht aus der exponentiellen 50-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell 87,22 USD sowie dem 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 86,95 USD. Darunter wäre die Oberseite der Handelsspanne bei 78,59 USD das Ziel der Reise.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen