Aktien Update
Die Messlatte für die am Freitag anstehenden Quartalszahlen liegt nicht allzu hoch. Im Fokus steht vor allem der Ausblick für das zweite Halbjahr. Charttechnisch bräuchte die VW-Aktie endlich einmal gute Nachrichten. Die Erwartungen diesbezüglich sind verhalten.
Viel zu feiern gab es bei den letzten Quartalszahlen wahrhaftig nicht. Es gab mehr Schatten als Licht. Daher könnten die Anleger bei den am Freitag anstehenden Bilanzdaten eher zurückhaltend sein. Allerdings stehen nicht die Ergebnisse, sondern vielmehr der Ausblick für das zweite Halbjahr im Mittelpunkt des Interesses. Vor allem drängen sich den Investoren die Fragen zu den US-Zöllen, zum China-Geschäft und den Margen auf.
Die Erwartungen sind nicht allzu groß und die Messlatte liegt nicht allzu hoch. Wider Erwarten positive Daten könnten die leidgeplagte VW-Vorzugsaktie beflügeln. Enttäuscht dagegen die Konzernleitung, dürfte sich der Abwärtstrend fortsetzen.
Operative Marge |
Im ersten Quartal lag die operative Marge mit 3,3 % deutlich unter dem langfristigen Ziel. Anleger werden darauf achten, ob Volkswagen im zweiten Quartal eine Verbesserung erreicht hat oder ob die Profitabilität weiter unter Druck steht |
Auswirkungen der US-Zölle |
Die jüngsten US-Zölle könnten die Gewinne belasten. Entscheidend ist, wie hoch Volkswagen die Belastung beziffert und ob Gegenmaßnahmen bereits greifen |
China-Geschäft |
Der Wettbewerb durch chinesische Hersteller bleibt enorm. Investoren erwarten Hinweise darauf, ob sich die Marktanteile stabilisieren oder der Preisdruck weiter zunimmt |
Elektroautos |
Positiv ist, dass Volkswagen zuletzt einen deutlich gestiegenen Auftragseingang für Elektrofahrzeuge in Europa gemeldet hat. Nun muss sich zeigen, ob sich dies auch in Umsatz und Margen niederschlägt |
Die derzeitige technische Verfassung lässt sich sehr gut im Big Picture auf Monatsbasis ableiten. Seit dem Doppelhoch im März 2021 geht es für die Vorzugsaktie abwärts. Zuletzt musste sogar das markante Tief bei 79,38 EUR den Bären überlassen werden. Und die Talfahrt könnte weiter gehen. Das nächste Ziel wäre dann das Tief bei 51,22 EUR von November 2009.
Auch die Indikatoren machen zurzeit wenig Hoffnung. Der exponentielle 12-Monats-Durchschnitt zeigt unverändert gen Süden. Ebenfalls auf Rot steht die Ampel beim Relativen Stärke-Index (RSI), der mit einer Einstellung von ebenfalls 12 Monaten als Trendfolgeindikator fungiert. Im Februar rutschte der RSI unter die Marke von 48 und hat damit ein Verkaufssignal generiert, welches bis zum heutigen Tag Gültigkeit hat. Erst wenn der besagte Indikator oberhalb der Marke von 52 schließt und der Aktienkurs die 12-Monats-Durchschnittrslinie zurückerobert, würde sich die technische Lage auf einem Schlag verbessern.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Szenario |
Trigger |
Zielbereich |
Stopp |
Long |
Bei einer Rückeroberung der ehemaligen Unterstützung bei 79,35 EUR könnte es zu einer technischen Gegenbewegung kommen |
98,64 EUR |
79,38 EUR |
Short |
Die Unterstützung bei 79,38 EUR musste bereits im Juni den Bären überlassen werden. Somit könnte sich die Talfahrt fortsetzen |
51,22 EUR |
98,64 EUR |
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen