Index Update
Der DAX notiert nur knapp unter seinem Allzeithoch, doch die Trenddynamik lässt nach. Sowohl der Average True Range (ATR) als auch der ADX fallen – ein Signal, das Anleger genau beobachten sollten.
Von einer Sommerflaute konnte Anfang Juli beim DAX nicht die Rede sein. Der deutsche Leitindex markierte mit 25.903 Punkten ein neues Allzeithoch. Doch die Freude darüber wehrte nicht lange. Der wieder neu entfachte USA-Iran-Konflikt hat den Anleger einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Und eine Deeskalation ist im Augenblick nicht in Sicht.
Damit ein charttechnischer Ausbruch glückt, bedarf es unter anderem Stärke, sprich Dynamik. Und daran hat es zuletzt gemangelt. Sowohl die nachlassende Average True Range (ATR) als auch der ADX – jeweils mit einer Periode von 10 Wochen – waren bereits vor dem genannten Ausbruchsversuch rückläufig. Somit fehlte dem DAX Anfang Juli die benötigte Durchschlagskraft, um das vorherige Allzeithoch bei 25.509 Punkten im Wochenchart signifikant zu überwinden.
Aber wann ist ein Ausbruch signifikant? In der klassischen Chartanalyse werden zur Beantwortung dieser Frage zwei Kriterien angewendet, die Preis- und Zeitregel. Bei der Preisregel muss der Kurs um einen vorher definierten Wert (Punkte oder Prozent) überwunden werden. Dem Widerstand, in diesem Fall das Hoch bei 25.509 Zählern, wird eine Average True Range dazu addiert. Am Beispiel des heimischen Börsenbarometers wäre ein Wochenschlusskurs von 26.389 Punkten notwendig gewesen. Bei der Zeitregel sollte der Kurs um eine vorher festgelegte Zahl an Tagen oder Wochen über dem Widerstand liegen. Beide Kriterien konnten zuletzt nicht erfüllt werden.
Wenngleich ATR und ADX den Rückzug angetreten haben, hält sich der DAX weiterhin in der Nähe seines Allzeithochs auf. Im Moment halten sich Käufer und Verkäufer zunehmend die Waage. Erst wenn beide Indikatoren wieder nach oben drehen, könnte der Ausbruch gen Norden gelingen. Das vorherige Allzeithoch bei 25.509 Punkten sollte dann anhand der Preis- und Zeitregel nachhaltig bezwungen werden. Gefährlich wäre dagegen ein Rutsch unter die Mitte der derzeitigen Handelsspanne bei 23.624 Zählern.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen