(EUR/USD) Euro Dollar – Trump will im "Währungsmanipulationsspiel" mitmischen

Wird das „Weiße Haus“ Taten folgen lassen? Aussagen besitzen die Möglichkeit, wie eine Bombe auf den US-Dollar einzuschlagen. Das Währungspaar EUR/USD notiert heute fast unverändert zum Vortag unter 1,13 Dollar.

Präsident Trump war noch nie ein Fan eines starken Dollars. Und nachdem er monatelang um den heißen Brei gesprochen hat, könnte er nun Taten folgen lassen. Bisher forderte er öffentlich Zinssenkungen und mehr QE von der Fed. Er sieht die USA durch die Politik der FED im Nachteil gegenüber der EU und China. Es scheint, dass der US-Präsident nun ausdrücklich fordert, den Dollar mit allen notwendigen Mitteln künstlich zu schwächen.

Sind Forex-Interventionen vorstellbar?

Obwohl Zentralbanken und dazu zählt auch die FED nicht explizit den Wechselkurs einer Währung als geldpolitisches Werkzeug bezeichnen, würde man als praktischer Beobachter dieser Aussage wiedersprechen wollen. Zu häufig intervenierten in der Vergangenheit Zentralbanken, vor allem aus den Emerging Markets, in den Markt und kauften oder verkauften riesige Währungsbestände.

Die Trump-Administration könnte also versuchen, den US-Dollar zu schwächen, indem sie das US-Finanzministerium (über die New York FED) anweist, Deviseninterventionen durchzuführen. Dies würde den Verkauf von US-Dollars und den Kauf von Fremdwährungen bedeuten.

ESF als Vehikel

Praktisch würden diese Transaktionen über den sog. "Exchange Stabilization Fund" (ESF) ablaufen. Der ESF, erlaubt es dem US-Finanzminister, mit Zustimmung des Präsidenten, Devisen und andere Kredit- und Wertpapierinstrumenten zu handeln. Dies wäre sogar möglich ohne dabei den „Kongress“ befragen zu müssen.

US-Währungsinterventionen sind in der Vergangenheit spärlich gesät. Die letzten koordinierten Aktionen mit anderen Zentralbanken, konnten 1998 und 2000 beobachtet werden. Damals ging es darum relativ schwache Währungen im Zuge der Russlandkrise und zur Stützung des Euros nach seiner Einführung zu unterstützen. Die letzte einseitige Intervention der US-Regierung, um den Dollar zu schwächen, erfolgte Anfang der 90er Jahre.

Das Haupthindernis für eine wirksame US-Währungsintervention über den ESF ist dessen Größe. Für Währungsinterventionen über den ESF müssen US-Dollar Anlagen in der ESF-Bilanz verkauft werden.

Auswirkungen wie bei der Franken Intervention möglich

Zum 31. Juli 2018 befanden sich in der ESF-Bilanz jedoch nur etwas mehr als $22,27 Milliarden Vermögenswerte. Selbst wenn der US-Finanzminister alle diese Mittel zum Kauf von Fremdwährungen verwenden würde, wären die direkten Auswirkungen auf den USD-Markt mit einem Tagesumsatz von 4 Billionen US-Dollar wohl relativ gering oder zumindest nur von kurzfristiger Dauer.

Wie auch immer sich die US-Regierung entscheidet, es wird immer deutlicher, dass der Dollar im Vergleich zu seinem langfristigen effektiven Wechselkurswert deutlich überbewertet ist. Rechnungen machen deutlich, dass der US-Dollar 13% über dem langjährigen Durchschnitt liegt.

Ob dies ein Paradigmenwechsel ist, können Sie ebenfalls hier nachlesen.

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