Fünf aussichtsreiche Uranaktien

Uran und Kernkraft stehen im politischen Diskurs oft an prominenter Stelle – und auch an der Börse. Erhalten Sie in diesem Artikel einen Überblick in den Uran-Markt und in verschiedene aussichtsreiche Uranaktien.

Der Uran-Markt im Überblick

Uran als Substanz braucht nur eine kurze Einführung. Das energiedichte, radioaktive Metall kommt in der Erdkruste ziemlich häufig vor, da es in Verbindungen mit über zweihundert Mineralien besteht. In der Natur ist es weit verbreitet – eine Tonne Gestein enthält im Schnitt 2 – 4 Gramm Uran. Im Vergleich zu Gold kommt Uran fünfhundert Mal häufiger vor.

Deutschland ist zwar dabei, aus der Atomkraft auszusteigen, weltweit nimmt allerdings die Bedeutung von Atomkraft unverkennbar zu, und Uran ist weiterhin der wichtigste Brennstoff von Atomkraftwerken. Das Fukushima-Unglück in Japan (2011) führte zu einer Beschleunigung des Atom-Ausstiegs auf Seiten der deutschen Bundesregierung. Von dieser Katastrophe ganz abgesehen haben Atomkraft und Uran schon lange einen schlechten Ruf.

Weltweit gesehen allerdings nimmt die Nachfrage nach Atomkraft und somit auch nach Uran deutlich und regelmäßig zu; und obwohl beide zur Diskussion stehen, birgt die Kernenergie doch einige Vorteile. Da Atomkraft CO2-neutral ist, spielt Kernenergie durch die Senkung der Treibhausgas-Emissionen, die durch gewöhnliche Stromerzeugung freigesetzt werden, eine wichtige Rolle. Zudem wären ohne Atomkraft und ohne Uran Konzepte wie die E-Automobilisierung einfach nicht durchführbar.

Im Allgemeinen lässt sich dann auch sagen, dass eine hohe Nachfrage nach diesem Rohstoff, wie bei jedem Rohstoff, dazu führt, dass die Uranpreise und die Preise der Uranaktien ansteigen. Dies wirkt sich positiv auf die Uranindustrie aus – höhere Verkaufspreise gleichen die hohen Produktionskosten aus.

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Die Zukunft der Atomkraftwerke

Der steigende Elektrizitätsbedarf weltweit ist kein Geheimnis – trotz Kampf gegen den Klimawandel stieg allein im vergangen Jahr der weltweite Energiebedarf um 2 %. Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen wie Wind und Wasser steigt zwar langsam an, ist aber dennoch nicht genug, um mit dem wachsenden Energiehunger der Welt mitzuhalten.

Aufgrund von Uranproduktionskürzungen wegen hoher Produktionskosten im Niger entsteht eine Unterversorgung des Uranmarktes. Diese Unterversorgung, kombiniert mit dem ständig wachsenden Energiebedarf und dem Aufschrei nach CO2-freien Energiealternativen, sorgt dafür, dass Kernenergie und die Nachfrage nach Uran, vor allem das beliebtere, stabilere U3o8 (Triuranoctoxid, U3o8), auf dem Markt weiter wächst.

Obwohl sich Deutschland von der Kernkraft abnabelt, werden weltweit 56 Kernkraftreaktoren gebaut, zwanzig davon in China (Stand – Mitte 2018). Bis 2020 will China beispielsweise seine Nuklearkapazität verdoppeln. Zudem sind circa 150 zusätzliche Reaktoren in der Planungsphase, und über dreihundert weitere Reaktoren sind weltweit vorgeschlagen worden. Diese Zunahme an Nuklearenergie führt dazu, dass der Bedarf an Uran auch ansteigt.

Der Uranpreis: Angebot und Nachfrage

Uran ist der wichtigste Brennstoff für den Antrieb und den Betrieb von Atomkraftwerken, daher führt auch die Zahl der neuen und geplanten Kernkraftwerke zu einer erhöhten Nachfrage nach Uran. Die IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation) schätzt, dass der jährliche Uranverbrauch von 73,000 Tonnen im Jahr 2016 auf circa 108,000 Tonnen bis 2030 ansteigen wird.

Im Gegenzug allerdings sorgen stetige Minenschließungen aufgrund hoher Produktionskosten für ein befürchtetes Versorgungsdefizit auf dem Uran-Markt. Etwa 80 % der weltweiten Uranversorgung stammen aus nur zehn Uranminen. Da es kaum Minen gibt, die von dem aktuellen Verkaufspreis von Uran (25 US-Dollar pro Pfund - Stand: 13. November 2019) einen Profit machen, kommt es regelmäßig zu Minenschließungen. Der Produktionspreis liegt, von Mine zu Mine abhängig, bei circa 40 US-Dollar pro Pfund Uran. Das Eröffnen neuer Minen ist auch nicht simpel, sondern ein zeitaufwendiger, kostspieliger Prozess, der nach Exploration und Entdeckung eines Uranvorkommens bis zu zwanzig Jahre dauern kann.

Im Januar 2019 erreichte der Uranpreis ein Hoch von 29 US-Dollar pro Pfund und damit einen Wert, der 2016 zuletzt erreicht (und nur in den Jahren davor weit übertroffen) wurde. Allerdings wird sich die oben abgebildete Lücke zwischen Nachfrage und Angebot weiterhin vergrößern, was langfristig, und vor allem nachhaltig, zu einer Uranpreis-Rally führen könnte.

Fünf aussichtsreiche Uranaktien

  1. Kazatomprom
  2. Cameco
  3. Energy Fuels
  4. Denison Mines
  5. Uranium Energy

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Atomenergie und Uran gibt es einige aussichtsreiche Aktien und Minengesellschaften. Wir stellen Ihnen hier fünf börsennotierte Uranproduzenten vor.

Kazatomprom

Kazatomprom ist ein internationales Rohstoffgewinnungsunternehmen und ist der weltweit größte Produzent von natürlichem Uran. Seit 2018 ist Kazatomprom auch börsennotiert, unter anderem am London Stock Exchange (LSE). Mit Hauptsitz in Kasachstan ist das Unternehmen der dortige nationale Betreiber des Imports und Exports von Uran, weiteren Kernkraftwerkskraftstoffen, Spezialausrüstung und -technologien. Von Kazatomprom allein stammen jährlich 20 % der weltweiten Uranminenproduktion.

Cameco

Die kanadische Minengesellschaft Cameco Corp (CA) (Canadian Mining & Energy Corporation) hält in Kanada, Kasachstan und in den USA Minen. Die gehaltenen Minen verfügen schätzungsweise über 15 % – 18 % des weltweiten Abbaupotentials und Cameco liegt somit knapp hinter Kazatomprom, dem weltgrößten Uranproduzenten. Cameco ist nicht nur für den Abbau und die Gewinnung von Uran bekannt, sondern auch für Dienstleistungen für andere Unternehmen in der Kernkraft- und der Nuklearbranche.

Energy Fuels

Energy Fuels Inc. hält drei der wichtigsten amerikanischen Uranproduktionszentren, unter anderem auch die White Mesa Mill in Utah – die einzige konventionelle Uranmühle in den USA. Diese Mühle allein kann jährlich 8 Millionen Pfund Uran produzieren. Die Firma, mit Minen in Colorado, Utah, Arizona, Wyoming und New Mexico, spezialisiert sich zudem in die Gewinnung und Produktion von Vanadium.

Denison Mines

Denison Mines Corp. ist eine kanadische Uranminengesellschaft, die für die Exploration, den Abbau und die Produktion von Uran bekannt ist. Schwerpunkt des Unternehmens ist die Region des Athabasca Bassins im Norden von Saskatchewan, Kanada. Am bekanntesten ist das Unternehmen für das Wheeler River-Projekt, von dem sich 90 % im Besitz des Unternehmens befinden. Zudem umfasst das Athabasca Bassin-Portfolio von Denison Mines zahlreiche Projekte mit einer Fläche von rund 310.000 Hektar.

Uranium Energy

Uranium Energy Corp. gilt als ein vergleichsweise kleines Unternehmen, das sich nicht nur mit dem Uranabbau beschäftigt, sondern auch mit damit verbunden Aktivitäten, beispielsweise der Exploration der Minen, und der Verarbeitung von Urankonzentraten. Die Uranprojekte des Konzerns finden vor allem in den USA statt; in Texas, Wyoming, New Mexico, Arizona und Colorado. Um sich gegen fluktuierende Uranpreise abzusichern, ist Uranium Energy auch als Titan-Aktie börsennotiert. In Paraguay betreibt Uranium Energy beispielsweise ein 70,000 Hektar Platin-Projekt mit fünf Minen.

Fazit: Handel mit Uranaktien

Der Rohstoff selbst ist nicht nur von der Debatte um Gefahr, Schädlichkeit und Gesundheitsrisiken versus CO2-freie Energiegewinnung, Klimawandel und einem Rückgang in CO2-Emmissionen ausgezeichnet, sondern auch von einer ständig wachsenden Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf einem Markt, der sich verstärkt auf Nachhaltigkeit konzentriert und für den eine Uranpreis-Rally bevorstehen könnte – ein für Trader aussichtsreiches Szenario. IG bietet Ihnen neben der in diesem Artikel besprochenen Uranaktien über 12.000 weitere Aktien-CFDs, über die Sie sich long oder short auf Unternehmenskurse positionieren können.

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