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FOREX

US-Dollar: Bullen melden sich zurück

Der US-Dollar zeigt neue Stärke: Der Dollar Basket steigt über wichtige Widerstände, während Spekulanten laut COT-Daten wieder netto long sind. Jetzt rücken 105 Punkte in den Fokus.

US-Dollar: Bullen melden sich zurück Quelle: Bloomberg

Geschrieben von

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

US-Dollar aktuell: Ausbruch über 200-Tage-EMA – neue Dollar-Stärke oder Fehlsignal?

Der US-Dollar meldet sich charttechnisch zurück. Im Wochenchart des US Dollar Basket konnte der Kurs zuletzt die wichtige Zone um 100,00 Punkte zurückerobern und notiert aktuell bei rund 101,13 Punkten. Besonders wichtig: Der Dollar handelt wieder oberhalb des 200-Wochen-EMA, der zuletzt mehrfach als Widerstand fungierte. Damit verbessert sich das technische Bild kurzfristig spürbar.

Gleichzeitig bleibt der übergeordnete Abwärtstrend aber noch intakt. Die seit den Hochs aus dem Jahr 2022 fallende Trendlinie verläuft weiterhin oberhalb des aktuellen Kursniveaus und stellt die nächste große Hürde dar. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Bereich würde das mittelfristige Bild deutlich aufhellen.

Kurz erklärt

Der US-Dollar zeigt kurzfristig neues Momentum. Der Bruch über die Zone um 100,00 Punkte und der Anstieg über den 200-Wochen-EMA sprechen zunächst für eine technische Erholung. Die COT-Daten bestätigen diese Bewegung: Große Spekulanten sind seit Anfang Juni wieder netto long im Dollar. Allerdings ist die Positionierung auf Sicht eines Jahres bereits sehr optimistisch, was das Risiko für Rücksetzer erhöht, falls der Ausbruch nicht weiterläuft.

US-Dollar Basket im Wochenchart: Ausbruch über 100 Punkte

US-Dollar: Bullen melden sich zurück Quelle: IG Handelsplattform
US-Dollar: Bullen melden sich zurück Quelle: IG Handelsplattform

Chartanalyse: US-Dollar zurück über wichtiger Marke

Charttechnisch ist der Bereich um 100,00 Punkte derzeit die zentrale Marke. Diese Zone hatte in den vergangenen Monaten wiederholt als Widerstand gedient und wurde nun nach oben überwunden. Solange der Dollar oberhalb dieser Zone bleibt, spricht vieles für eine Fortsetzung der Erholung.

Auf der Oberseite rückt zunächst der Bereich um 104,00 bis 105,00 Punkte in den Fokus. Dort verläuft die nächste relevante Widerstandszone. Darüber wartet die fallende langfristige Abwärtstrendlinie, die aktuell im Bereich von rund 105,50 bis 106,00 Punkten verläuft.

Ein Ausbruch darüber wäre charttechnisch ein starkes Signal. Dann könnte aus der laufenden Bodenbildung eine größere Trendwende entstehen.

Auf der Unterseite bleibt die Zone um 100,00 Punkte entscheidend. Ein Rückfall darunter würde den jüngsten Ausbruch infrage stellen. In diesem Fall könnte der Dollar erneut in die alte Handelsspanne zurückfallen. Die nächste wichtige Unterstützung liegt dann im Bereich von 96,00 Punkten.

COT-Daten: Spekulanten setzen wieder auf Dollar-Stärke

Die jüngsten CFTC-Daten zeigen eine deutliche Stimmungswende beim US-Dollar-Index. Die spekulativen Marktteilnehmer sind seit Anfang Juni wieder netto long und haben ihre Positionierung zügig ausgebaut.

Aktuell halten die Large Speculators eine Netto-Long-Position von +12.885 Kontrakten. Vor einem Jahr lag diese noch bei −2.997 Kontrakten. Damit ist die Positionierung so bullisch wie seit zwölf Monaten nicht mehr und liegt im 98. Perzentil der Einjahresspanne.

Im langfristigen Vergleich wirkt die Lage jedoch weniger extrem. Über die vergangenen 20 Jahre liegt die aktuelle Positionierung nur im 51. Perzentil. Das bedeutet: Kurzfristig ist der Trade bereits stark aufgebaut, historisch betrachtet wäre aber noch Luft nach oben, falls sich ein nachhaltiger Dollar-Aufwärtstrend etabliert.

Auch das Open Interest ist deutlich gestiegen – von rund 41.000 Kontrakten Ende Mai auf aktuell 54.980 Kontrakte. Das spricht dafür, dass frisches Kapital in den Dollar-Markt fließt. Die kommerziellen Marktteilnehmer stehen spiegelbildlich mit −16.215 Kontrakten netto short.

COT-Daten zum US-Dollar: Spekulanten wieder netto long

COT-Daten zum US-Dollar: Spekulanten wieder netto long Quelle: Bouhmidi/LSEG Datastream
COT-Daten zum US-Dollar: Spekulanten wieder netto long Quelle: Bouhmidi/LSEG Datastream

US-Dollar Prognose: Momentum ja, aber Bestätigung fehlt noch

Die Kombination aus Charttechnik und COT-Daten spricht kurzfristig für einen stärkeren US-Dollar. Der Ausbruch über die 100,00er-Zone und der Sprung über den 200-Wochen-EMA verbessern das Bild deutlich.

Trotzdem ist Vorsicht angebracht. Die schnelle Zunahme der spekulativen Long-Positionen zeigt, dass ein Teil der Dollar-Erholung bereits eingepreist sein könnte. Sollte der Dollar an der nächsten Widerstandszone scheitern, könnten frisch aufgebaute Long-Positionen schnell wieder abgebaut werden.

Entscheidend ist daher, ob der Dollar die Zone um 100,00 Punkte verteidigen und anschließend den Bereich um 105,00 Punkte angreifen kann. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über die langfristige Abwärtstrendlinie würde das mittelfristige Bild klar bullischer machen.

Long-/Short-Setups zum US-Dollar

Szenario Trigger Zielbereich Einordnung
Long-Setup 1: Ausbruch bestätigt Stabilisierung über 100,00 Punkten 104,00–105,00 Punkte Der Ausbruch über die frühere Widerstandszone bleibt intakt. Momentum und COT-Daten stützen kurzfristig.
Long-Setup 2: Trendwende-Signal Ausbruch über 105,50–106,00 Punkte 108,00–110,00 Punkte Bruch der langfristigen Abwärtstrendlinie würde das mittelfristige Bild deutlich verbessern.
Short-Setup 1: Fehlausbruch Rückfall unter 100,00 Punkte 98,00 Punkte Der jüngste Ausbruch wäre infrage gestellt. Erste Long-Positionen könnten wieder abgebaut werden.
Short-Setup 2: Rückfall in die Range Bruch unter 98,00 Punkte 96,00 Punkte Der Dollar fällt zurück in die alte Seitwärtszone. Die Bodenbildung wäre erneut belastet.
Short-Setup 3: Schwächeres Dollar-Signal Bruch unter 96,00 Punkte 93,00–94,00 Punkte Die Erholung wäre gescheitert. Dann würde der übergeordnete Abwärtstrend wieder dominieren.

Fazit: US-Dollar mit Comeback – aber die große Trendwende ist noch nicht bestätigt

Der US-Dollar zeigt kurzfristig ein konstruktiveres Bild. Der Ausbruch über die Marke von 100,00 Punkten, der Anstieg über den 200-Wochen-EMA und die wieder bullischere COT-Positionierung sprechen für neues Momentum.

Doch die wichtigste Hürde liegt noch vor dem Markt: die langfristige Abwärtstrendlinie. Solange diese nicht nachhaltig überwunden wird, bleibt die aktuelle Bewegung zunächst eine starke Erholung innerhalb eines übergeordnet noch angeschlagenen Bildes.

Bullisch wird es oberhalb von 105,50 bis 106,00 Punkten. Kritisch wird es wieder unter 100,00 Punkten.

US-Dollar: DXY - Kursentwicklung letzten fünf Jahre 

Dollar-Index - Entwicklung 5 Jahre
Dollar-Index - Entwicklung 5 Jahre

Important to know

Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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