Ölpreis
Rund 15 Millionen Barrel Rohöl passieren täglich die Straße von Hormus – einen der wichtigsten Engpässe des globalen Energiemarktes. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen rückt die strategische Meerenge erneut in den Fokus der Finanzmärkte. Welche Länder sind besonders abhängig – und welche Folgen hätte eine mögliche Sperrung für den Ölpreis?
15 Mio. Barrel täglich: Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Engpässe des globalen Ölhandels.
Asien dominiert die Nachfrage: Vor allem China (33 %) ist größter Abnehmer der durchgeleiteten Ölmengen.
Ölpreis vor Entscheidungszone: Geopolitische Risiken könnten einen Ausbruch über 70 USD auslösen – Entspannung spricht eher für Rücksetzer Richtung 55–57 USD.
Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten maritimen Engpässe der Weltwirtschaft. Rund 15 Millionen Barrel Rohöl pro Tag passieren diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Damit beeinflusst sie maßgeblich den globalen Ölpreis.
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen rückt die strategische Bedeutung der Route erneut in den Fokus der Finanzmärkte.
Ein Großteil der Rohölexporte aus dem Persischen Golf läuft durch diese Meerenge.
| Land | Anteil |
|---|---|
| Saudi-Arabien | 38 % |
| Irak | 22 % |
| Vereinigte Arabische Emirate | 15 % |
| Iran | 11 % |
| Kuwait | 9 % |
| Katar | 5 % |
Saudi-Arabien und der Irak sind damit besonders abhängig von einer freien Passage.
Die Importstruktur zeigt eine klare Dominanz Asiens.
| Region / Land | Anteil |
|---|---|
| China | 33 % |
| Indien | 13 % |
| Südkorea | 12 % |
| Japan | 11 % |
| Andere asiatische Länder | 14 % |
| Europa | 5 % |
| Sonstige Länder | 11 % |
China ist mit Abstand der größte Einzelabnehmer.
Im iranischen Parlament wurde eine mögliche Sperrung der Meerenge diskutiert. Zusätzlich sorgen Militärübungen Irans mit russischen Schiffen für erhöhte Aufmerksamkeit.
Eine tatsächliche Blockade hätte unmittelbare Auswirkungen auf:
globale Energiepreise
Inflation
Transportkosten
Aktienmärkte
Währungen
Bereits die Unsicherheit kann Risikoprämien wie wir aktuell sehen im Ölpreis auslösen.
Aus technischer Sicht befindet sich der Ölpreis im Wochenchart weiterhin unter einer übergeordneten Abwärtstrendlinie, zeigt zuletzt jedoch Stabilisierungstendenzen. Die Zone um die 70 US-Dollar gilt als zentrale psychologische und charttechnische Widerstandsmarke.
Sollte es im Zuge geopolitischer Spannungen zu einem dynamischen Anstieg kommen, wäre ein rasches Erreichen der 70er-Marke denkbar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte zusätzliche Volatilität freisetzen. In einem Szenario erheblicher Eskalationen wären in der Folge auch deutlich höhere Preisregionen im Bereich von 100 bis 120 US-Dollar möglich.
Der RSI bewegt sich aktuell um die Marke von 48,5 und versucht, diese Schwelle nachhaltig zurückzuerobern. Eine stabile Etablierung darüber würde technisch für zunehmende Kaufdynamik sprechen und einen beginnenden Aufwärtsimpuls bestätigen.
Umgekehrt gilt: Sollte es zu einer Entspannung der geopolitischen Lage oder zu tragfähigen Vereinbarungen kommen, könnte der Ölpreis schnell wieder unter Druck geraten. In diesem Fall wäre eine Rückkehr in die Unterstützungszone zwischen 55 und 57 US-Dollar aus charttechnischer Sicht durchaus realistisch.
Sollte es am Wochenende zu einer Verschärfung der Lage rund um die Straße von Hormus kommen, könnte der Ölpreis bereits vor der offiziellen Markteröffnung am Montag reagieren.
Mit dem Wochenendhandel von IG haben Anleger die Möglichkeit, ausgewählte Märkte – darunter auch Öl – von Samstag bis Sonntagabend (MEZ) zu handeln. So lassen sich Positionen anpassen, Risiken absichern oder neue Chancen nutzen, bevor klassische Börsen wieder öffnen.
Die Straße von Hormus bleibt einer der sensibelsten Brennpunkte der globalen Energieversorgung. Jede Eskalation könnte den Ölpreis kurzfristig stark bewegen. Technisch steht der Markt an einer Entscheidungszone – geopolitisch ebenso.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.