Rohstoffe
Der Silberpreis bleibt charttechnisch angeschlagen, doch Saisonalität und COT-Daten sprechen gegen ein überhitztes Marktbild. Jetzt entscheidet sich, ob aus der Schwäche eine Sommer-Erholung werden kann.
Der Silber steht Anfang Juli vor einer spannenden Richtungsentscheidung. Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen: Im Juni setzte Silber seine Korrektur fort und verlor rund 25 % an Wert. Besonders belastend ist der Bruch unter den 200-Tage-EMA bei 67,63 sowie unter die seit Juli 2025 laufende Aufwärtstrendlinie. Damit hat sich das technische Bild klar eingetrübt.
Aktuell stabilisiert sich Silber im Bereich um 57,90. Gelingt hier keine nachhaltige Bodenbildung, rückt die wichtige Unterstützungszone bei 50,30 in den Fokus. Auch der RSI bleibt mit einem Wert unter 48,5 im schwächeren Bereich und bestätigt das angeschlagene Momentum.
Der Silberpreis befindet sich kurzfristig in einem schwachen charttechnischen Umfeld. Der Bruch wichtiger Trendmarken spricht für Vorsicht. Gleichzeitig wirkt die saisonale Sommerphase konstruktiv: In den vergangenen 15 Jahren stieg Silber zwischen Ende Juni und Anfang September im Durchschnitt um 6,71 %. Auch die Terminmarkt-Daten zeigen keine überhitzte Long-Positionierung. Das Risiko liegt also im Chart, die Chance in Saisonalität und Positionierung.
Saisonal beginnt für Silber eine interessante Phase. Zwischen Ende Juni und Anfang September konnte der Silberpreis in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt rund 6,71 % zulegen. In 8 von 14 Fällen endete diese Phase positiv, was einer Trefferquote von rund 57 % entspricht.
Das saisonale Muster steht damit im Kontrast zum aktuell schwachen Chartbild. Für sich allein ist die Saisonalität kein Kaufsignal, sie kann aber helfen, eine mögliche Stabilisierung oder Erholung besser einzuordnen.
Auch die aktuellen COT-Daten für Silber liefern ein interessantes Signal. Die Großspekulanten sind netto long mit +23.389 Kontrakten, befinden sich damit aber nur im 34. Perzentil der vergangenen 20 Jahre. Das spricht nicht für eine überkaufte Marktpositionierung.
Wichtig: In den vergangenen zwölf Monaten wurde die spekulative Long-Seite um rund 43.000 Kontrakte reduziert. Damit ist das Long-Lager deutlich schlanker geworden. Das verringert das Risiko einer abrupten Long-Liquidation und lässt Spielraum für neue Käufe, falls Silber wieder technisches Momentum aufbaut.
| Szenario | Trigger | Zielbereich | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Long-Setup | Stabilisierung über 57,90 und Rückeroberung kurzfristiger Widerstände | 67,63 / 70,00 | Erholung in Richtung 200-Tage-EMA möglich |
| Bullisches Folgesignal | Nachhaltiger Ausbruch über 67,63 | 72,00 / 75,00 | Chartbild hellt sich wieder auf |
| Short-Setup | Bruch unter 57,90 | 50,30 | Fortsetzung der Korrektur wahrscheinlich |
| Bärisches Folgesignal | Bruch unter 50,30 | 45,00 / 42,00 | Abwärtstrend würde sich verschärfen |
Kurzfristig überwiegen beim Silberpreis die charttechnischen Risiken. Der Bruch der Aufwärtstrendlinie und des 200-Tage-EMA belastet das Bild deutlich. Solange Silber nicht zurück über zentrale Widerstände läuft, bleibt die Unterstützung bei 50,30 die wichtigste Marke auf der Unterseite.
Mittelfristig gibt es aber auch Gegenargumente: Die saisonal starke Sommerphase und die nicht überhitzte COT-Positionierung sprechen dafür, dass Silber bei einem neuen Aufwärtsimpuls Erholungspotenzial besitzt. Entscheidend ist jetzt, ob die aktuelle Stabilisierung um 57,90 hält.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.