Quartalszahlen 2025 - Q4
Starke Zahlen, schwacher Ausblick: Die Netflix Aktie testet eine kritische Unterstützung. Hält der Support oder droht der nächste Abverkauf?
Kritischer Support: Die Zone 84–82 US-Dollar muss halten, sonst droht eine Fortsetzung des Abwärtstrends.
Technische Warnsignale: Bruch des Dezembertiefs und keine Rückeroberung der 91,33 US-Dollar.
Saisonalität als Hoffnungsschimmer: Historisch positive Phase von Ende Januar bis Mitte Februar.
Die Netflix Aktie handelt aktuell direkt in einem wichtigen Unterstützungsbereich zwischen 84 und 82 US-Dollar. Diese Zone fungiert als letzte relevante Auffangzone, um eine Ausdehnung der Abwärtsbewegung in Richtung 75 US-Dollar zu verhindern.
Ein nachhaltiger Bruch unter diese Unterstützung würde den bestehenden Abwärtstrend bestätigen und weiteres Abwärtspotenzial freisetzen. Solange der Markt jedoch oberhalb dieser Zone stabilisiert, bleibt zumindest die Chance auf eine technische Gegenbewegung erhalten.
Ein erster, klarer Warnhinweis kam bereits zu Jahresbeginn: Die Netflix Aktie rutschte unter das Dezembertief – und damit unter eine Zone, an der Käufer zuvor noch mehrfach Stabilität gezeigt hatten. Genau solche Tiefs sind im Chart oft mehr als nur „eine Linie“: Sie markieren die Grenze zwischen Korrektur innerhalb einer Bewegung und Trendfortsetzung nach unten.
Besonders kritisch ist dabei, dass die Aktie die zentrale Rückeroberungsmarke bei 91,33 US-Dollar bislang nicht zurückgewinnen konnte. Solange dieser Bereich nicht wieder „akzeptiert“ wird, bleibt das ein negatives Signal für Dip-Käufer: Rückläufe wirken dann häufig wie technische Erholungen, die im nächsten Widerstand erneut abverkauft werden.
Für neue, nachhaltige Erholungsimpulse braucht es deshalb zwei Schritte:
Rückeroberung des Dezembertiefs – idealerweise mit Anschlusskäufen und einem stabilen Tagesschluss darüber.
Überwinden des Vormonatsschlusses bei rund 94 US-Dollar – erst das wäre ein erstes sichtbares Zeichen, dass der Abwärtstrend an Kontrolle verliert.
Gelingt diese Kombination, entstehen die ersten Invalidierungszeichen für den laufenden Abwärtstrend – und damit eine deutlich bessere Grundlage, um eine Erholung nicht nur „anzuspielen“, sondern auch technisch zu untermauern. Als zusätzlicher Filter sollte der RSI wieder über 48,5 steigen: Erst dann werden Kaufimpulse auch momentumseitig bestätigt, statt lediglich eine kurzfristige Gegenreaktion zu bleiben.
Wer tiefer in die Rolle des Dezembertiefs, typische Rückeroberungs-Muster und vergleichbare Marktstrukturen eintauchen möchte, findet dazu die ausführliche Einordnung im verlinkten Hauptartikel.
Dieses Setup zielt auf einen technischen Rebound aus der aktuellen Unterstützungszone ab. Die Idee: Der Markt muss zunächst zeigen, dass er den Bereich 84–82 US-Dollar nicht einfach nur „anläuft“, sondern dort auch Kaufinteresse durchsetzt.
Trigger:
Ein Long-Signal entsteht, wenn sich die Netflix Aktie oberhalb von 84 US-Dollar stabilisiert und diese Marke anschließend zurückerobert und hält (Reclaim & Hold). Entscheidend ist, dass der Reclaim nicht nur ein kurzer Spike ist, sondern idealerweise per Stundenschluss/Tagesschluss bestätigt wird.
Bestätigung:
Für mehr Qualität sollte der RSI wieder über 48,5 steigen. Das würde anzeigen, dass der Impuls nicht nur eine Gegenreaktion ist, sondern Momentum zurückkehrt.
Ziele:
91,33 US-Dollar: erster großer Zielbereich – hier liegt das Dezembertief bzw. die nächste relevante Hürde. Häufig kommt es dort zunächst zu Gewinnmitnahmen oder einer erneuten Reaktion.
94,00 US-Dollar: darüber wird die Erholung deutlich „sauberer“, weil dann auch der Vormonatsschluss zurückgewonnen wäre – ein erstes Signal, dass der Abwärtstrend an Kraft verliert.
Stopp (Risikomarke):
Der Stopp liegt unter 81,50 US-Dollar. Fällt die Aktie darunter, wäre das ein Hinweis, dass der Support nicht trägt und der Markt eher in Richtung Trendfortsetzung kippt.
Dieses Setup setzt darauf, dass der Markt die aktuelle Unterstützung aufgibt und der Abwärtstrend dadurch neue Dynamik bekommt. In solchen Situationen wird ein Support-Bruch oft von Anschlussverkäufen begleitet, weil Stops ausgelöst und Käufer „aus dem Markt gedrückt“ werden.
Trigger:
Ein Short-Signal entsteht bei einem nachhaltigen Bruch unter 82 US-Dollar. Wichtig ist das Wort nachhaltig: Idealerweise nicht nur ein kurzer Dip, sondern Akzeptanz unterhalb der Marke (z. B. per Schlusskurs darunter oder klare Folgekerzen mit tieferen Hochs).
Ziele:
78,00 US-Dollar: erstes realistisches Ziel – häufig eine Zone, in der der Markt kurzfristig stabilisiert oder technisch „durchatmet“.
75,00 US-Dollar: nächste größere Unterstützungszone und damit das zweite Ziel für die Trendfortsetzung.
Stopp (Absicherung):
Der Stopp liegt über 85,50 US-Dollar. Kommt der Kurs wieder darüber, wäre das ein Hinweis, dass der Breakdown scheitert und Short-Druck nachlässt – ein typisches Risiko bei Fehlausbrüchen.
Positiv hervorzuheben ist die saisonale Stärke der Netflix Aktie. In den vergangenen 23 Jahren zeigte sich zwischen Ende Januar und Mitte Februar eine statistisch klare Aufwärtstendenz:
Ø Rendite: +14,74 %
Ø Volatilität: 65,43 %
Ø Gewinne: +19,88 %
Ø Verluste: −14,20 %
Maximaler Gewinn: +93,95 %
Maximaler Verlust: −19,83 %
In den letzten drei Jahren stieg die Aktie in diesem Zeitraum jeweils an. Die Saisonalität spricht damit kurzfristig für Erholungspotenzial, ersetzt jedoch keine technische Bestätigung.
Die Netflix steht aktuell an einem technischen Scheideweg. Fundamental solide Zahlen treffen auf steigende Kosten und ein angeschlagenes Chartbild. Hält der Bereich 84–82 US-Dollar, bleibt Raum für eine saisonal begünstigte Erholung. Ein Bruch dieser Zone würde den Abwärtstrend beschleunigen und Kurse um 75 US-Dollar in den Fokus rücken.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.