Rohstoffe
Der Kakaopreis ist seit seinem Rekordhoch um 74 % eingebrochen. Steigende Ernten in Westafrika und Ecuador treffen auf eine abkühlende Nachfrage – doch die entscheidende Frage bleibt: Kommt der Preissturz auch bei Schokolade im Supermarkt an oder bleiben Verbraucherpreise zunächst stabil?
1️⃣ 74 % Preissturz seit dem Hoch
Der Kakaopreis ist von rund 13.000 USD auf etwa 3.384 USD je Tonne gefallen – einer der stärksten Rohstoff-Einbrüche der letzten Jahre.
2️⃣ Angebot steigt, Nachfrage kühlt ab
Starke Ernten in Ghana und Côte d’Ivoire sowie mehr Anbauflächen in Ecuador treffen auf eine schwächere Nachfrage nach den extremen Preissprüngen 2024.
3️⃣ Supermarktpreise reagieren verzögert
Durch Absicherungsgeschäfte und Zeitverzögerungen kommen Rohstoff-Preisstürze meist erst Monate später – und oft nur teilweise – beim Verbraucher an.
Nach den massiven Ernteausfällen im Vorjahr entspannt sich die Lage:
Starke Ernten in Ghana und Côte d’Ivoire
Beide Länder zählen zu den weltweit wichtigsten Kakaoproduzenten. Die jüngsten Ernteschätzungen fallen deutlich besser aus als befürchtet.
Mehr Anbauflächen in Ecuador
Der hohe Preis 2024 hat Investitionen ausgelöst – insbesondere in Ecuador wurde die Anbaufläche ausgeweitet. Das zusätzliche Angebot drückt nun auf die Preise.
Die extrem hohen Preise im vergangenen Jahr haben Spuren hinterlassen:
Schokoladenhersteller reduzierten Rezepturen oder erhöhten Preise
Verbraucher reagierten preissensibel
Erste Nachfragesignale zeigen eine Abschwächung
Das klassische Zusammenspiel aus steigendem Angebot und nachlassender Nachfrage sorgt nun für erheblichen Preisdruck.
Charttechnisch zeigt sich ein klarer Abwärtstrend. Der RSI bewegt sich im Bereich um 30 und signalisiert ein überverkauftes Niveau.
Ein überverkaufter Markt ist kein automatischer Wendepunkt. Erst wenn sich Stabilisierungsmuster oder Bodenformationen zeigen, könnte eine Gegenbewegung einsetzen.
Die entscheidende Frage lautet:
Sehen wir bald deutlich günstigere Schokoladenpreise?
Hier sind drei Punkte wichtig:
Zeitverzögerung – Rohstoffpreise wirken mit mehreren Monaten Verzögerung auf Endverbraucherpreise.
Absicherungsgeschäfte (Hedging) – Viele Hersteller sichern sich langfristig gegen Preisschwankungen ab.
Marge & Inflationseffekte – Nicht jede Rohstoffentlastung wird vollständig weitergegeben.
Das bedeutet:
Ein sofortiger Preisrutsch im Supermarkt ist unwahrscheinlich. Mittel- bis langfristig könnten jedoch Preiserhöhungen zurückgenommen oder weitere Anhebungen vermieden werden. Handelsmarken haben schon ihre Preise gesenkt, abr einige große Marken hinken hinterher.
Der Kakaomarkt zeigt, wie extrem Rohstoffmärkte reagieren können:
2024: Angebotskrise & Preisschock
2025/2026: Angebotsausweitung & Preisnormalisierung
Ob der aktuelle Bereich bereits eine Bodenbildung darstellt oder der Abwärtstrend weiterläuft, hängt vor allem von der kommenden Erntesaison und der globalen Nachfrageentwicklung ab.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.