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Rohstoff Update

Gold im Höhenrausch – Wie lange geht das noch gut? 

Der Goldpreis kennt seit Monaten kein Halten mehr. Geopolitische Risiken haben das gelbe Edelmetall immer schneller und höher steigen lassen. Doch allmählich gibt es immer mehr Warnsignale.

Quelle: Bloomberg
Quelle: Bloomberg

Written by

Christian Henke

Christian Henke

Chief Market Analyst

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Wichtigste Punkte:

  • Der Goldpreis hat sich statistisch betrachtet mittlerweile zu weit von seinem linearen Mittelwert nach oben entfernt. In der Regel kommt es anschließend zu einem Rücksetzer (Mean Reversion)
  • Im Wochenchart warnt der parabelförmige Preisanstieg vor einer Korrektur. Dafür müssten wohl die steilsten Aufwärtstrendlinien nach unten durchbrochen werden

Starker Aufwärtstrend – Aber mittlerweile heiß gelaufen

Zur Beurteilung, ob der Goldpreis zu weit nach vorne geprescht ist bzw. mehr als fair bewertet ist, kommt die Lineare Regression zum Einsatz. Hier wird gemessen, wie viele Tagesschlusskurse in einem Zeitraum von drei Monaten entweder auf oder eng um die Regressionsgerade liegen. Als Ergebnis erhält der Anleger das so genannte Bestimmtheitsmaß, auch r2 genannt. Dieser Wert von zurzeit 0,85 spricht für einen sehr starken Aufwärtstrend. Allerdings hat sich, wie auch visuell zu erkennen ist, das gelbe Edelmetall zu weit von dem statistischen Mittelwert nach oben entfernt. In einem solchen Fall kommt es zu einem Rücksetzer bis zum genannten Durchschnitt, der aktuell bei rund 4.600 USD je Feinunze liegt.

Goldpreis mit linearer Regression auf Sicht der letzten drei Monate 

Quelle: Refinitiv, IG Research
Quelle: Refinitiv, IG Research

Parabelförmiger Preisanstieg ist sehr gefährlich

Wie im ersten Chart zu sehen ist, hat sich der Goldpreis zu weit von seinem Mittelwert nach oben entfernt. Weitere Warnsignale sind im Wochenchart zu finden. Dies sind zum einen der parabelförmige Preisanstieg und zum anderen der mittlerweile sehr hohe Abstand zum 50-Wochen-Durchschnitt.

Zwar besteht im Augenblick noch kein Grund zur Panik, aber die Warnsignale für eine mögliche Korrektur nehmen zu. Seit dem lokalen Tief im Oktober 2022 ging es für das gelbe Edelmetall seitdem aufwärts. Allerdings hat sich die Aufwärtsdynamik zuletzt infolge geopolitischer Risiken wie beispielsweise der Streit zwischen den USA und der Europäischen Union um Grönland extrem beschleunigt. Die Trendlinien werden immer steiler. Und dieser parabelförmige Anstieg ist gefährlich. Bei einem Rutsch unter die letzten steilen Aufwärtstrendlinien bei 4.506/4.423 USD droht eine heftige Konsolidierung. Erstes Korrekturziel könnte dann das 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 4.118 USD sein.

Ein weiteres Warnsignal ist der hohe Abstand zwischen Preis und dem exponentiellen 50-Wochen-Durchschnitt. Dieser beträgt zurzeit mehr als 30%. Mit anderen Worten, der Goldpreis hat sich auch von der exponentiellen Mittellinie zu weit gen Norden entfernt. Und ein Rücksetzer bis zum Durchschnitt (Mean Reversion) wird zunehmend wahrscheinlicher.

Goldpreis Chart auf Wochenbasis 

Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen

UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN MIT KNOCK-OUTS

Steht man auf der Verkäuferseite (Short) und meint, dass der Goldpreis in Zukunft fällt, könnten Knock-Outs von IG mit einer Knock-out-Level, oberhalb der gegenwärtigen charttechnischen Widerstandszone bei 5.000 USD interessant werden. Bullisch eingestellte Trader (Long) hingegen könnten in umgekehrter Weise Kock-Out-Level unterhalb von 3.887 USD im Blick behalten.

Morning Report

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