Market Update
Die Anleger zeigten sich von den gestrigen Fed-Minutes enttäuscht. Statt erhoffter Zinssenkungen möchte die US-Notenbank vorerst die Füße stillhalten. Und als sei dies nicht schon schlimm genug, nahmen einige Gouverneure sogar das unschöne Wort Zinserhöhung in den Mund.
Jedes Mal, wenn das Protokoll der geldpolitischen Notenbanksitzung, auch als Minutes bekannt, veröffentlicht wird, versuchen die Anleger zwischen den Zeilen zu lesen. Nicht wenige suchten nach Hinweisen auf die nächste Zinssenkung. Doch diesmal wurden die Marktteilnehmer schlichtweg enttäuscht. Statt fallenden Zinsen hat die Federal Reserve Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen. Vor allem dann, wenn die Inflation weiterhin auf einem hohen Niveau verharrt. Zwar war die Teuerungsrate im Januar leicht auf 2,4% gesunken, liegt aber immer noch oberhalb des Zielwertes von 2,0%.
Und statt Einigkeit herrscht im Gremium Spaltung. Zuletzt fielen die Zinsentscheide nicht mehr einstimmig aus. Im Januar sprachen sich zwei Fed-Gouverneure für eine Zinssenkung aus. Diese könnten sich durchsetzen, wenn Jerome Powell seinen Chefposten im Mai verlässt und anschließend durch den Trump-Befürworter Kevin Warsh ersetzt wird.
Auch auf dem nächsten FOMC-Meeting am 18. März wird die US-Notenbank wohl die Füße stillhalten und den Leitzins nicht anrühren. Laut der CME Group könnten im Juni und eventuell auch im September an der Zinsschraube gedreht werden.
Gestern war der DAX im Stundenchart vorbörslich aus der Handelsspanne nach oben ausgebrochen. Und wie erwartet, ging es dann auch recht zügig in Richtung des Kursziels von 25.112 Punkten. Allerdings kannte der deutsche Leitindex kein Halten mehr und stürmte weiter gen Norden. Folglich mussten die Kursziele jeweils um die Höhe der Trading Zone nach oben angepasst werden. Kurz vor der Schlussglocke setzten dann Gewinnmitnahmen ein, die sich auch heute vorbörslich fortsetzen. Der exponentielle 20-Stunden-Durchschnitt bei aktuell 25.205 Zählern musste bereits der Angebotsseite überlassen werden. Ziel ist nun das 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 25.169 Punkten.