Die Länder mit der höchsten Staatsverschuldung in Europa
Die Staatsverschuldung gilt seit Dekaden als zentrales wirtschaftspolitisches Thema in der Alten Welt. Während einige Länder ihre Schuldenquote vergleichsweise niedrig halten können, plagen sich andere wiederum mit sonderbar hohen Schuldenquoten.
Dabei sind hohe Staatsschulden aber nicht zwangsläufig ein Zeichen für eine bestehende Krise. Von Bedeutung ist dabei vielmehr die Tragfähigkeit der Schuldenlast und wie es ein Staat schaffen kann sich zu refinanzieren.
Hinweis: Das Ranking richtet sich nach der Schuldenquote der EU-Staaten (Brutto/konsolidiert) im Jahr 2024 in Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Quelle: destatis, Stand: 22.12.2025).
- Griechenland (154,2 Prozent)
Griechenland findet sich mit einer Staatsverschuldung von 154,79 Prozent auf dem ersten Platz im Ranking der zehn Länder mit der höchsten Staatsverschuldung wider. Das Land gilt als eines der am besonders betroffendsten Länder der EU-Schuldenkrise. Auch wenn sich die Lage nach Reformen nebst Rettungspaketen stabilisiert hat, trägt der Mittelmeranrainer nach wie vor eine der höchsten Schuldenlasten in der Alten Welt.
- Italien (134,9 Prozent)
Mit 134,9 Prozent landet Italien auf dem zweiten Rang. Das Mittelmeerland zählt zu den strukturell hochverschuldeten Industriestaaten. Neben einem anhaltend schwachen Wirtschaftstum belasten vor allem der demografische Wandel nebst politische Instabilität die öffentlichen Finanzen.
- Frankreich (113,2 Prozent)
Auf Platz drei im Ranking der Länder mit der höchsten Staatsverschuldung in Europa landet Frankreich mit einer Quote von 113,2 Prozent. Als Grund fungieren etwa langfristig hohe Staatsausgaben sowie struktuelle Haushaltsdefizite.
- Belgien (103,9 Prozent)
Belgien landet mit einer Staatsverschuldung von 103,9 Prozent auf Platz vier. Als Gründe für die hohe Verschuldung gelten etwa der komplexe Föderalismus sowie auch historisch bedingte Ausgaben.
- Spanien (101,6 Prozent)
Spanien rangiert nur knapp hinter Belgien mit 101,6 Prozent. Die Verschuldung ist unter anderem Folge von Finanz- und Wirtschaftskrisen.
- Portugal (93,6 Prozent)
Auf Platz sechs kommt Portugal mit einer Schuldenquote in Höhe von 93,6 Prozent.
- EU-Mitgliedsstaten zusammen (87,1 Prozent)
Die EU-Mitgliedsstaaten zusammen kommen auf 87,1 Prozent, was Platz sieben ergibt. Die aggregierte Zahl liegt allerdings immer noch deutlich über dem eigentlich von der EU vorgegebenem Referenzwert in Höhe von 60 Prozent.
- Österreich (79,9 Prozent)
Österreich kommt mit einer Schuldenquote in Summe von 79,9 Prozent auf Platz acht. Gründe für die Quote sind etwa in höheren Ausgaben für Soziales und Staat zu finden.
- Ungarn (73,5 Prozent)
Auf dem vorletzten Platz landet Ungang mit 73,5 Prozent. Neben Investitionsprogrammen sind es fiskalpolitische Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums, welche für einen Schuldenstand über dem EU-Referenzwert in Höhe von 60 Prozent sorgen.
- Slowenien (66,6 Prozent)
Slowenien rundet das Ranking der Länder mit der höchsten Staatsverschuldung ab (66,6 Prozent) und landet damit auf Platz zehn. Getroffen wurde das Land insbesondere durch die Finanzkrise im Jahr 2008/2009 sowie der daraus resultierenden Wirtschaftskrise, welche die Schuldenquote maßgeblich geprägt hat.
Zusammenfassung:
Die Staatsverschuldung in der Alten Welt weist erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaten auf. Dabei verzeichnen Länder wie Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und auch Italien hohe Schuldenquote insbesondere wegen dauerhaft hoher Staatsausgaben.
Im EU-Durschnitt notiert die Schuldenquote deutlich über dem im Stabilitäts- und Wachstumspakt vorgesehenen Referenzwert von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Vor allem große Volkswirtschaften prägen dabei das Gesamtbild und sind somit ausschlaggebend. Ein Blick auf die am höchsten verschuldeten Länder Europas zeigt auf, wie vielfältig die Ursachen sein können und dass die Staatsverschuldung kein Resultat einzelner kurzfristiger Entscheidungen sondern vielmehr ein Ausdruck langfristiger wirtschaftlicher als auch demografischer sowie politischen Weichenstellungen bleibt.