Verschuldungsgrad Definition

Was bedeutet Verschuldungsgrad?

Der Verschuldungsgrad ist eine Kennzahl, die von Investoren genutzt wird, um den finanziellen Hebel von Unternehmen zu bestimmen. Der Hebel bedeutet in diesem Fall die Menge der Geldmittel, die durch Darlehen oder Verschuldung erlangt wurden, verglichen mit Eigenkapital.

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Verschuldungsgrad – Formel

Die gängigste Berechnungsformel des Verschuldungsgrads verwendet das Fremdkapital-/Eigenkapitalverhältnis, das berechnet wird, indem die Verbindlichkeiten des Unternehmens durch sein Eigenkapital geteilt werden. Das Eigenkapital stellt die Differenz zwischen den Passiva und Aktiva des Unternehmens dar.

Die Berechnungsformel des Verschuldungsgrads sieht wie folgt aus:

Diese Kennzahl wird als Prozentsatz ausgedrückt, der angibt, wie viel vom vorhandenen Eigenkapital eines Unternehmens zur Rückzahlung seiner Schulden benötigt würde.

Beispiel für die Berechnung des Verschuldungsgrads

Nehmen wir an, ein Unternehmens besitzt Fremdkapital von 2 Mrd. € und Eigenkapital von 1 Mrd. €. In dem Fall beträgt der Verschuldungsgrad 2 oder 200 %. Das bedeutet, dass das Unternehmen für jeden 1 € Eigenkapital 2 € Fremdkapital hat, was einen sehr hohen Verschuldungsgrad ausmacht.

Wie hoch sollte ein Verschuldungsgrad sein?

Ob ein Verschuldungsgrad angemessen oder zu hoch ist, ist völlig relativ, da es sich um einen Vergleich zwischen einem Unternehmen und anderen Unternehmen derselben Branche handelt. Es gibt jedoch einige grundlegende Richtlinien, die verwendet werden können, um gewünschte und unerwünschte Kennzahlen zu identifizieren:

  • Bei einem Prozentsatz von über 50 % spricht man von einem hohen Verschuldungsgrad
  • Bei einem Prozentsatz von über 50 % spricht man von einem hohen Verschuldungsgrad
  • Ein optimaler Verschuldungsgrad beträgt 25-50 %.

Ein Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad wird dazu tendieren, Betriebskosten mit Krediten zu decken, was bedeutet, dass es bei einer Konjunkturabschwächung oder Erhöhung von Zinssätzen einem erhöhten Risiko ausgesetzt werden kann. Das könnte zu finanziellen Schwierigkeiten bis hin zur Insolvenz führen.

Ein Unternehmen mit einem geringen Verschuldungsgrad wird hingegen ein konservativeres Ausgabeverhalten aufweisen oder in einer zyklischen Branche tätig sein, die empfindlicher auf Konjunkturschwankungen reagiert, weshalb das Unternehmen versucht, seine Schulden gering zu halten. Unternehmen mit einem niedrigen Verschuldungsgrad finanzieren ihre größten Ausgaben meistens mit Eigenkapital.

Wie können Unternehmen Ihren Verschuldungsgrad reduzieren?

Unternehmen können Ihren Verschuldungsgrad reduzieren, indem Sie Ihre Verbindlichkeiten zurückzahlen. Dies können sie erzielen, wenn sie beispielsweise:

  • Aktien verkaufen. Herausgabe weiterer Aktien an die Öffentlichkeit kann das Eigenkapital erhöhen, mit dem bestehende Schulden beglichen werden können.
  • Verbindlichkeiten umwandeln. Ein Unternehmen kann mit seinem Kreditgeber vereinbaren, dass seine bestehenden Schulden gegen Aktien des Unternehmens getauscht werden.
  • Betriebskosten reduzieren. Mit den Geldmitteln, die ein Unternehmen sparen kann, indem Betriebsineffizienzen identifiziert und beseitigt werden, kann es seine Schulden decken.
  • Höhere Gewinne erwirtschaften. Durch die Entwicklung einer Strategie zur Gewinnsteigerung kann ein Unternehmen einen Kapitalzufluss erzielen, um seine Verbindlichkeiten zu begleichen.

Vor- und Nachteile der Verschuldungsgrads

Vorteile des Verschuldungsgrads

Der Verschuldungsgrad ist ein nützlicher Indikator für Kreditinstitute, da er für die Risikoabschätzung eingesetzt werden kann. Wenn ein Unternehmen mehr Schulden hat, so ist das Risiko von finanziellen Schwierigkeiten oder sogar Insolvenz höher.

Der Verschuldungsgrad ist für ein Unternehmen eine bequeme Art, die Verschuldung zu kontrollieren sowie den künftigen Geldzufluss vorherzusehen und den Hebel zu überwachen.

Nachteile des Verschuldungsgrads

Die Verwendung des Verschuldungsgrads, der die Struktur eines Unternehmens abbildet, weist einige Einschränkungen auf. Es liegt daran, dass der Verschuldungsgrad eine riskante Finanzstruktur widerspiegelt, aber nicht unbedingt eine schlechte Finanzlage. Während die Zahlen einen Einblick in die Finanzen eines Unternehmens ermöglichen, sollten sie immer mit den historischen Daten sowie Kennzahlen der Konkurrenten verglichen werden.

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