Market Update
Morgen steht der US-Arbeitsmarkt besonders im Fokus der Anleger. Vor allem die Nonfarm Payrolls dürften Hinweise auf die weitere Zinspolitik und die Reaktion der Märkte liefern.
Morgen am frühen Nachmittag (14:30 Uhr) dürften viele Marktteilnehmer auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht warten. Und die Spanne der Prognosen ist diesmal recht groß. Die eher pessimistischen Schätzungen gehen von einem schwachen Beschäftigungswachstum von 50 bis 60. Tsd. Jobs aus. Die doch optimistischen Erwartungen liegen bei 100 bis 120 Tsd. neuen Stellen. Im Median erwarten die Anleger rund 62 Tsd. neue Arbeitsplätze in den USA.
Mitunter wichtiger könnten aber die durchschnittlichen Stundenlöhne sein. Darauf achtet die Federal Reserve besonders, vor allem, wenn diese weiter steigen und einen zunehmenden Inflationsdruck signalisieren. Im vergangenen Monat betrug das plus 0,2%. Im Augenblick wird für April mit 0,3% höheren Löhnen gerechnet.
Ebenfalls im Visier der Fed steht die Arbeitslosenquote. Diese wird auf 4,3% geschätzt. Liegt diese aber über der Erwartung, könnte die US-Notenbank darauf mit einer Zinssenkung reagieren.
Aber auch die Revisionen der Vormonatswerte könnten eine Rolle spielen. Manchmal bewegt die Überarbeitung den Markt stärker als die Nonfarm Payrolls selbst.
Dies dürfte die spannende Frage für den morgigen Freitag sein. Im Vormonat hatte ein Beschäftigungszuwachs von 178 Tsd. neuen Jobs die Anleger überrascht. Doch nun zeichnet sich in den Vereinigten Staaten eine zunehmende Konjunkturabkühlung ab. Die infolge des Iran-Krieges deutlich gestiegenen Energiepreise machen es auch nicht besser.
NFP Ergebnis |
Wahrscheinliche Interpretation |
Mögliche Marktreaktion |
Deutlich über den Erwartungen |
Wirtschaft ist robust. Die Fed sieht keine Veranlassung, die Zinsen zu senken |
Steigende Renditen und anziehender Dollar. Tech-Aktien unter Druck |
Im Rahmen der Erwartungen |
Dies spricht für ein Soft Landing der US-Wirtschaft |
Aktien reagieren nur wenig darauf |
Schwach aber nicht katastrophal |
„Goldilocks“. Perfektes Marktumfeld. Zinsen bleiben niedrig, Wachstum ist stabil und die Inflation bleibt moderat |
Davon profitieren Tech- und Growth-Aktien |
Sehr schwach, im schlimmsten Fall negativ |
Rezessionsängste kommen auf |
Ungünstiges Marktumfeld. Aktien, Renditen und US-Dollar tendieren abwärts |
Quelle: IG Research