Wohin fließt das Geld
Die europäischen Bankaktien gehören in dieser Woche zu Verlierern im Stoxx 600. Gewinnmitnahmen und die Regierungskrise im Nachbarland Frankreich haben die Stimmung im Sektor ein wenig gedrückt.
Im Tageschart des Subindex Stoxx 600 Banken ist zu sehen, dass im Augenblick der seit April dieses Jahres vorherrschende Aufwärtstrend angesteuert wird. Ein wichtiger charttechnische Dreh- und Angelpunkt ist das Tief vom 1. August bei 285,64 Punkten. In diesem Tief laufen der besagte Aufwärtstrend sowie das einstige Hoch vom 9. Juli zusammen. Diese Unterstützung gilt es zu verteidigen. Gelingt dies, könnte es anschließend in Richtung des jüngsten Hochs bei 312,78 Zählern gehen.
Wir gehen in unserem Ansatz „Wohin fließt das Geld“ einen Schritt tiefer und schauen uns die Sektorenmitglieder an. Dies machen wir anhand der Relativen Performance-Matrix. Die Kursentwicklung auf Sicht der letzten vier Wochen und drei Monaten wird mit der des Stoxx 600 Banken verglichen. Und das Ergebnis überraschend eigentlich nicht. Im zweiten Quadranten (Aufwärtstrend) sind überwiegen Anteilsscheine aus Spanien zu finden. Die Regierungskrise in Frankreich hat Spuren hinterlassen. Die Dividendenpapiere an der Pariser Börse halten sich derzeit im vierten Quadranten und somit im Abwärtstrend auf. Die eingangs erwähnte Deutsche Bank-Aktie weist zurzeit eine klare Outperformance gegenüber dem Subindex auf und ist ebenfalls im zweiten Quadranten zu finden.
Der jüngsten Schwäche im europäischen Bankensektor konnte sich die Deutsche Bank-Aktie nicht entziehen. Doch gerade in der derzeitigen Korrektur liegt eine Chance für einen Einstieg. Im Augenblick wird die steigende exponentielle 21-Tage-Durchschnittslinie bei 30,39 EUR getestet. Bei einem entsprechenden Schlusskurs oberhalb der genannten Glättungslinie könnte es im Anschluss in Richtung des jüngsten Hochs bei 32,08 EUR gehen. Dennoch ist es ratsam, einen Stop Loss zu setzen. Die charttechnische Reißleine könnte knapp unterhalb der 55-Tage-Glättungslinie bei aktuell 28,20 EUR gelegt werden. Schafft es die Deutsche Bank-Aktie, das Hoch bei 32,08 EUR hinter sich zu lassen, könnte es weiter aufwärts bis zum 261,8%-Fibonacci-Level bei 34,85 EUR gehen.
Für eine Gegenbewegung spricht der Relative Stärke-Index (RSI) mit der Einstellung 14 Handelstage. In der jüngsten Vergangenheit ging es nach dem Verlassen der überverkauften Zone nach oben für den heimischen Banken-Titel ebenfalls wieder gen Norden.