Market Update
KI-Sorgen, Abverkauf bei den US-Tech-Giganten, ein starker US-Arbeitsmarkt sowie die heute anstehenden Inflationsdaten in den Vereinigten Staaten sorgen für Verunsicherung. Die Volatilität zieht an, ein klassisches Warnsignal für die Börsen.
Die eingangs erwähnten Belastungsfaktoren haben die Anleger verunsichert. Die Angst ist zurückgekehrt, wenngleich bei weitem noch nicht von Panik gesprochen werden kann. Ein Gradmesser ist das „Angstbarometer“ VIX, der Volatilitäts-Index auf den S&P 500. Und der besagte VIX hat gestern die Marke von 20 übersprungen. Oberhalb dieses Wertes nimmt die Verunsicherung zu. Gefährlich wird es dagegen bei einem Sprung über das Level von 25. Dann herrscht an den Aktienmärkten Angst. Und geht es dann noch über die Marke von 35, kann von Panik gesprochen werden, wie es Anfang April des vergangenen Jahres der Fall war. Doch solche Werte signalisieren eine Übertreibung. Der VIX kann dann als Kontra-Indikator genutzt werden. Relativ schnell kommt es zu einer Gegenbewegung. Diese führte im April 2025 im weiteren Verlauf zu neuen Höchstständen.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
In der Absoluten Performance-Matrix ist der Volatilitäts-Index (VIX) im zweiten Quadranten zu finden. Sowohl auf Sicht der letzten vier Wochen als auch in den letzten drei Monaten weist die Volatilität eine positive Performance auf. Infolge der überwiegend negativen Korrelation zwischen VIX und den Indizes dürfte es nicht überraschen, dass DAX & Co. zurzeit in den Sektoren drei und vier zu finden sind. Vor allem der S&P und die Technologiebörse Nasdaq mussten zuletzt den Rückzug antreten und halten sich im vierten Quadranten (Abwärtstrend) auf. An der Wall Street haben sich die KI-Sorgen besonders bemerkbar gemacht. Wenig Einfluss hat der VIX auf das Kursgeschehen an den asiatischen Börsen sowie den Handelsplätzen in Großbritannien, den Niederlanden und Australien.
In der Tabelle ist die Korrelation zwischen dem VIX und den wichtigsten Indizes auf Sicht der letzten zwölf Monate zu sehen. Die Annahme, dass der Angstbarometer die Börsen gen Süden ziehen kann, ist bewiesen. Allerdings fällt die Abhängigkeit zur Volatilität durchaus unterschiedlich aus. An der Wall Street ist diese zurzeit sehr hoch, da in den US-Indizes Big Tech-Konzerne stark vertreten sind. Dies ist an den Börsen in Japan, China, der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden nicht der Fall. Für die Anleger bedeutet das, wenn der KI-Sektor weiter unter Druck steht, sind Börsen mit einer defensiven Ausrichtung eher gefragt.
Quelle: Refinitiv, IG Research