Market Update
Anfang April 2025 hatte der Zollhammer die Finanzmärkte kurzfristig in die Tiefe gerissen. Und nun droht der nächste Zollstreit zwischen den USA und der EU. Vorbörslich geht es an Börsen abwärts. Die Anleger flüchten dagegen in den sicheren Hafen Gold.
Anfang April des vergangenen Jahres riss der Zollhammer die Finanzmärkte gen Süden. Nach einer Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union kehrte Ruhe ein und die Börsen starteten eine beeindruckende Aufholjagd. Doch nun könnte es zum Zollstreit 2.0 kommen. Auslöser ist die zum Königreich Dänemark gehörende Insel Grönland. US-Präsident Trump hat ein Auge auf dieses Eiland geworfen und möchte mit allen Mitteln Grönland annektieren. Doch Dänemark und die europäische Gemeinschaft haben was dagegen. Um den Druck auf Brüssel zu erhöhen, sind Zölle für acht Staaten, darunter auch Deutschland, geplant. Und plötzlich herrscht wieder Krisenstimmung auf dem alten Kontinent. Nun erwägt die EU Gegenzölle in Höhe von rund 93. Mrd. EUR.
Die Staats- und Regierungspräsidenten Europas werden sich am Donnerstag über entsprechende Gegenmaßnahmen beraten. Ab heute beginnt im schweizerischen Davos das World Economic Forum. Auch Donald Trump wird daran teilnehmen. Es bleibt abzuwarten, ob der US-Präsident Öl ins Feuer gießen wird.
Zölle machen ökonomisch wenig Sinn. Bereits die im April verhängten Importzölle haben die Preise in den USA steigen lassen und die Inflation angeheizt. Aus diesem Grund steht Trump innerpolitisch unter Druck. Die Proteste gegen die Einwanderungsbehörde ICE und die Außenpolitik stoßen ebenfalls den US-Bürgern sauer auf. Anfang November finden in den Vereinigten die Zwischenwahlen statt. Donald Trump könnte dann die Rechnung für seine Politik bekommen.
Innerhalb des US-Präsidentschaftswahlzyklus sind die Zwischenwahljahre nicht der beste Zeitpunkt für Engagements an den Aktienmärkten. Vor allem zieht in diesem Zeitraum die Volatilität stark an. Und ein höheres Risiko mögen die Anleger bekanntlich nicht. Im Saisonalitäts-Chart sind in einem Midterm-Jahr zwei Volatilitäts-Spitzen zu beobachten. Die erste hat bereits am 8. Januar begonnen und dauert bis zum 5. Februar. In der Vergangenheit gerieten der S&P sowie der DAX unter Druck. Zurzeit zieht der Volatilitäts-Index VIX auch an. Die zweite Vola-Spitze kommt Mitte August und könnte bis Mitte Oktober die Börsen belasten. Auch dann könnten die Börsenbarometer an der Wall Street und hierzulande den Rückzug antreten.