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Die weltweit größten Ölproduzenten

Finden Sie heraus, welche Länder ab 2020 die besten Ölförderländer der Welt sind. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über Erdölindustrie und wie Sie mit IG Zugang zu diesem Rohstoff erhalten.

Die zehn wichtigsten Erdölförderer

  1. USA: 19,51 Mio. bpd
  2. Saudi-Arabien: 11,81 Mio. bpd
  3. Russland: 11,49 Mio. bpd
  4. Kanada: 5,50 Mio. bpd
  5. China: 4,89 Mio. bpd
  6. Irak: 4,74 Mio. bpd
  7. Vereinigte Arabische Emirate (VAE): 4,01 Mio. bpd
  8. Brasilien: 3,67 Mio. bpd
  9. Iran: 3,19 Mio. bpd
  10. Kuwait: 2,94 Mio. bpd

Diese Liste führt die Menge an Barrel pro Tag (bpd) auf, die nach Land am 25. Juni 2020 gefördert wurde. Diese Zahlen zur Erdölförderung können sich regelmäßig ändern. (Quelle: EIA)

Übersicht über die Erdölindustrie

Die Öl-Industrie ist einer der am häufigsten beobachteten Sektoren der Welt, zu einem Großteil auch aufgrund ihres Rufs für hohe Volatilität. Wie in jedem anderen Finanzmarkt, ist der wichtigste Faktor die Kontrolle des Rohölpreises im Bezug auf das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

Zu den Angebotsfaktoren, die den Ölpreis beeinflussen, gehören Produktionsentscheidungen, die von der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) getroffen werden, geopolitische Fragen und extreme Wetterbedingungen. Die OPEC hält regelmäßige Treffen ab, um Erdölförderquoten für die Mitgliedsländer festzulegen, mit dem Ziel, die Erdölförderung zu regulieren und den Ölpreis damit zu kontrollieren. Zu den Nachfragefaktoren gehören die Abhängigkeit vom Erdöl, der Preis des US-Dollar und die globale Wirtschaftsleistung.

Die zehn größten Erdölförderer liefern 71 % des weltweiten Erdölbedarfs, d. h. mehr als 100 Mio. Barrel pro Tag. Das Erdöl wird hauptsächlich im Transportwesen verbraucht (als Benzin und Diesel), wird aber auch für die Herstellung bestimmter Schmiermittel, Kunststoffe und Arzneimittel gebraucht.

Die zwei wichtigsten Erdöl-Benchmarks der Welt sind Brent Rohöl und West Texas Intermediate (WTI). Die Hauptunterschiede zwischen ihnen beziehen sich auf ihre jeweiligen Förderstandorte und die Zusammensetzungen sowie darauf, wie sie von geopolitischen Faktoren beeinflusst werden.

Die wichtigsten erdölfördernden Länder

Land Anteil an der weltweiten Förderung
USA 19%
Saudi-Arabien 12%
Russland 11%
Kanada 5%
China 5%
Irak 5%
VAE 4%
Brasilien 4%
Iran 3%
Kuwait 3%

USA: 19,51 Mio. bpd

Die USA sind seit 2017 das Land auf der Welt, das am meisten Erdöl fördert. Insgesamt wird in 32 Bundesstaaten Erdöl gefördert, darunter auch in den Küstengewässern. Der Großteil davon wird allerdings in Texas produziert (41 %). Das Land ist mit insgesamt 7,47 Mrd. Barrel 2019 zugleich auch der größte Ölverbraucher.

Einer der Hauptgründe für die Führungsposition der USA bei der Erdölförderung ist die Einführung neuer Bohrmethoden, die es als erstes Land überhaupt eingeführt hat. Dank neuartiger Bohranlagen kann nun auch horizontal gebohrt werden, wodurch der Zugang zu erdölführendem Gestein verbessert wurde. Zwischen 2018 und 2019 ist die Erdölförderung in den USA um etwas mehr als 9 % gestiegen.

Saudi-Arabien: 11,81 Mio. bpd

Bevor die USA zum größten Erdölförderland der Welt wurden, war Saudi-Arabien einige Jahre lang an der Spitze der Förderländer. Mit durchschnittlich 3,78 Mio. Barrel pro Tag ist es heute der sechstgrößte Verbraucher dieses Rohstoffs.

Nach Kürzungen bei den Fördermengen durch die OPEC ging die Erdölförderung Saudi-Arabiens von 2018 bis 2019 um 609 000 Barrel pro Tag zurück. Im Jahr 2020 wurde die Fördermenge aufgrund einer geringeren Nachfrage durch Covid-19 um weitere 3,30 Mio. bpd gesenkt. Diese Produktionsrückgänge geben innenpolitisch Anlass zur Sorge, denn die Erdölförderung in Saudi-Arabien erwirtschaftet rund 42 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Russland: 11,49 Mio. bpd

Bevor Russland von Saudi-Arabien und später von den USA überholt wurde, war das Land das wichtigste Erdölförderland der Welt. Das Gesamtproduktionswachstum betrug zwischen 2018 und 2019 weniger als 1 %, da sich die OPEC und die großen russischen Ölproduzenten darauf einigten, die Produktion aufgrund der niedrigeren Ölpreise zu drosseln. Dann, Anfang 2020, kam es aufgrund von Covid-19 zu einer weiteren Produktionsdrosselung um 20 %.

Die Hauptförderregion des Landes liegt in Westsibirien auf den Feldern Probskoye und Smotlor. Im Juni 2020 war Russland mit 3,31 Mio. bpd der fünftgrößte Erdölverbraucher, was etwa 4 % des weltweiten Gesamtverbrauchs entspricht.

Kanada: 5,50 Mio. bpd

Kanada klettert langsam in der Liste der führenden Erdölförderländer, vom 5. Platz (2018; 5,29 Mio. bpd) auf den 4. Platz. Die Produktion soll bis 2050 um mehr als 120 % gesteigert werden – das übertrifft die Wachstumsrate aller Nicht-OPEC-Länder. Auch wenn diese drastische Produktionssteigerung teuer ist, da das meiste Öl Kanadas (96 %) aus Ölsanden stammt, hat das Land Zugang zu Technologien, um diese Kosten erheblich zu senken.

Der Erdölverbrauch in Kanada beträgt etwas mehr als 2,4 Mio. bpd und das Land verfügt bei derzeitigem Verbrauch über genügend Erdölreserven für mehr als 180 Jahre. Zu den weiteren Zukunftsplänen des Landes gehört auch der Ausbau von Handelsabkommen, der voraussichtlich bis Dezember 2022 abgeschlossen sein wird.

China: 4,89 Mio. bpd

China ist das fünftgrößte Förderland der Welt, aber es ist mit einem Verbrauch von rund 14 Mio. Barrel pro Tag auch der zweitgrößte Verbraucher. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum der Markt so drastisch auf den Nachfragerückgang nach Erdöl (mehr als eine halbe Million bpd) aus China als Folge der Covid-19-Pandemie reagierte.

Das meiste inländische Erdöl wird im Nordosten von China und in der nördlichen Zentralregion gefördert. Insgesamt ist die Erdölförderung in China langsam zurückgegangen. Beim derzeitigen Förder- und Verbrauchsniveau verfügt das Land über nachgewiesene Reserven für etwa fünf Jahre.

Irak: 4,74 Mio. bpd

Zwischen 2018 und 2019 stieg die irakische Erdölproduktion um 2,6 % und erreichte 4,74 Mio. bpd. Das Land verfügt über rund 9 % der weltweiten Ölreserven, das sind mehr als 140 Mrd. Barrel.

Und obwohl es in der Liste der führenden Erdölproduzenten nur auf Platz 6 ist, ist es das zweitgrößte der OPEC-Länder. Weltweit ist es auch der zweitgrößte Exporteur des Rohstoffs. Iraks Rohölexporte haben sich seit 2010 von 2 Mio. bpd auf 4 Mio. bpd verdoppelt. Der größte Teil des Erdöls wird nach China, Indien und Europa geliefert.

VAE: 4,01 Mio. bpd

Das dritte OPEC-Land auf der Liste der führenden Förderländer sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Das letzte Mal, dass das Land über 4 Mio. bpd förderte, war 2016, danach fiel die Fördermenge um 3,1 % (2017).

Die Erdölreserven der VAE sind seit 1988 mit 98 Mrd. Barrel unverändert geblieben. Bei aktueller Produktion und Verbrauch bedeutet das, dass das Land über genügend Reserven für fast 300 Jahre verfügt.

Brasilien: 3,67 Mio. bpd

Brasilien verzeichnete von 2018 bis 2019 und erneut im Jahr 2020 einen deutlichen Anstieg der Erdölfördermenge. Im Dezember 2019 förderte das Land 3,10 Mio. bpd, was ein Anstieg um 0,52 % gegenüber November 2019 und um 15,44 % gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Wie die meisten erdölfördernden Länder gingen die Erdölexporte Brasiliens in den vergangenen Monaten aufgrund der gesunkenen weltweiten Nachfrage zurück. Das Land verfügt über weniger als 1 % der weltweiten Erdölreserven – genug, um damit etwa 15 Jahre auszukommen.

Iran: 3,19 Mio. bpd

In den 1970er Jahren übte der Iran eine bedeutende Kontrolle über die Erdölindustrie aus und förderte zwischen 5 und 6 Mio. Barrel Erdöl pro Tag. Als immer mehr Länder begannen, Erdöl zu fördern und zu exportieren, ging die Fördermenge in Iran drastisch zurück. Weitere Produktionsrückgänge folgten mit der Verhängung und Verschärfung von Sanktionen gegen das Land durch die USA.

Die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen haben Iran dazu veranlasst, seine erwarteten Erdöleinnahmen am BIP von 29 % im Jahr 2019 auf nur 9 % für 2020 zu senken. Trotzdem hält das Land an seinen Investitionen in den Erdölsektor fest, mit dem Ziel, bis 2025 500 Mrd. $ zu investieren.

Kuwait: 2,94 Mio. bpd

Die Erdölproduktion (und auch Gasproduktion) erwirtschaftet in Kuwait mehr als die Hälfte des BIP und generiert mehr als 90 % der Exporteinnahmen des Landes. Bis 2020 hatte das Land ambitionierte Pläne, die Fördermenge auf 4 Mio. bpd zu steigern, allerdings hat sich die Erhöhung der Fördermenge aufgrund der weltweiten Pandemie verlangsamt. Doch Kuwait ist zur Aufrechterhaltung seiner wirtschaftlichen Position sehr abhängig vom Erdölsektor und muss daher möglicherweise andere Wirtschaftsbereiche erschließen, um seine Einnahmen zu steigern.

Zum Jahresende 2019 lag der Erdölverbrauch des Landes bei 339 000 Barrel pro Tag, was einem Rückgang um 33 % (von 451 000) seit 2018 entspricht.

Wie können Sie Öl traden?

Sie erhalten Zugang zum Ölmarkt, indem Sie Öl traden. Ihre Vorgehensweise hängt von Ihren persönlichen Vorlieben, Ihrer Risikobereitschaft und dem Zeitpunkt ab, zu dem Sie handeln wollen. Sie können auf den Ölpreis, Öl-Futures und Öl-Optionen über CFDs, Turbo24 oder Optionen spekulieren.

Ölpreisbewegungen traden

Mit IG können Sie Derivate wie CFDs einsetzen, um Öl zu traden, ohne den Rohstoff tatsächlich besitzen zu müssen. Einer der Vorteile beim Derivatehandel besteht darin, dass Sie die Möglichkeit haben, mit Margin zu traden. Das bedeutet, dass Sie nur einen kleinen Prozentsatz des Werts des Basiswerts benötigen, um eine Position zu eröffnen, aber dennoch den vollen Gegenwert handeln. Dadurch können Sie potenzielle Gewinne und eventuelle Verluste verstärken.

Traden Sie diese Finanzinstrumente, um Zugang zum Ölmarkt zu erhalten:

Kassakurse

Öl-Kassakurse stellen die Kosten für den sofortigen Kauf oder Verkauf von Erdöl dar. Erdöl zu seinem Kassakurs zu handeln bedeutet, dass Sie den aktuellen Preis des zugrunde liegenden Markts handeln. Diese Methode ist bei kurzfristigen Tradern beliebt, da die Kassa-Märkte im Allgemeinen engere Spreads bieten. Wenn Sie Ihre Positionen jedoch über Nacht offen halten möchten, fällt eine zusätzliche Finanzierungsgebühr an.

Hier erfahren Sie mehr über den Handel mit Erdöl

Futures

Wenn Sie Erdöl zu einem bestimmten Preis an einem bestimmten Datum handeln wollen, sind Öl-Futures genau das Richtige für Sie. Futures werden an Börsen gehandelt und spiegeln die Nachfrage nach verschiedenen Erdölsorten wider. Diese Methode wird von Tradern mit einer längerfristigen Betrachtung der Märkte bevorzugt, da Positionen gehalten werden können, ohne dass Übernachtfinanzierungskosten dafür anfallen. Öl-Futures bieten im Allgemeinen etwas größere Spreads, was daran liegt, dass die Gebühr für die Übernachtfinanzierung bereits enthalten ist.

Optionen

Eine Öl-Option funktioniert ähnlich wie ein Futures-Kontrakt, allerdings besteht keine Verpflichtung zum Handel, wenn Sie nicht wollen (beim Kauf). Mit IG können Sie Optionen mit Derivaten handeln. Es gibt zwei Arten von Optionen: Calls und Puts. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Ölpreis steigen könnte, dann würden Sie eine Call-Option kaufen. Wenn Sie glauben, der Marktpreis fällt, kaufen Sie stattdessen einen Put. Sie können auch Call- und Put-Optionen verkaufen, wenn Sie die gegensätzliche Positionen einnehmen wollen. Beim Verkauf haben Sie jedoch die Verpflichtung, zum Ausübungspreis zu handeln, wenn die Option bei Ablauf vom Käufer ausgeführt wird.

Hier erfahren Sie mehr über Optionen.

Um mit dem Handel von Erdöl zu beginnen, müssen Sie ein Live-Handelskonto bei IG eröffnen.

Ausblick auf die Ölindustrie

Die Zukunft der Ölindustrie hängt von drei Hauptfaktoren ab: den längerfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie, das Wirtschaftswachstum in Ländern wie den USA und China sowie die Aussichten für erneuerbare Energiequellen.

Die Corona-Krise hat auf den Ölmärkten für große Unsicherheit gesorgt, und obwohl es keine Möglichkeit gibt, sicher zu wissen, wie die nachhaltigen Auswirkungen aussehen könnten, haben sich die Diskussionen immer mehr auf die Zukunft orientiert. Die wirtschaftlichen Maßnahmen zur Unterstützung der Ölindustrie während der Krise mögen zwar die Auswirkungen der Krise abschwächen, aber die Veränderungen werden unweigerlich erhebliche Auswirkungen auf Produktion und Verbrauch haben.

Darüber hinaus kann es dazu kommen, dass die größten Volkswirtschaften der Welt aufgrund der Verschiebung von Ölangebot und -nachfrage große Auswirkungen auf ihr BIP-Wachstum verzeichnen. Es bleibt daher abzuwarten, wie diese Volkswirtschaften auf Produktionskürzungen reagieren werden, aber es wird wahrscheinlich dauerhafte Auswirkungen auf die Liquidität und Volatilität des Ölmarkts haben.

Schließlich prognostiziert die US Energy Information Administration (EIA) für die kommenden Jahre einen Rückgang des traditionellen Energieverbrauchs in den USA (Öl, Kohle und Gas). Laut den Prognosen der Behörde wird der Einsatz erneuerbarer Energien von 17 % im Jahr 2019 auf 21 % im Jahr 2020 und schließlich auf 23 % im Jahr 2021 ansteigen.1 Die Weltwirtschaft ist jedoch nach wie vor in hohem Maße vom Erdöl abhängig, das nach wie vor eine der wertvollsten Ressourcen der Welt darstellt.

Wenn Sie daran interessiert sind, Zugang zum Ölmarkt zu bekommen, ist es wichtig, ein Auge auf die aktuellsten Nachrichten zu haben und sicherzustellen, dass Sie über eine gute Risikomanagement-Strategie verfügen.

Fußnoten


1 EIA, 2020

Veröffentlicht am : 2020-11-09T13:48:32+0000

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