Was ist ein ETF und wie werden ETFs gehandelt?

Der Handel mit ETFs ist eine beliebte Methode, um Zugang zu einer Vielzahl von Märkten zu erhalten, einschließlich Indizes, Sektoren, Rohstoffe und Währungen. Erfahren Sie, was ETFs sind und wie Sie Ihre erste Position eröffnen können.

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Was ist ein ETF (Exchange Traded Fund)?

Ein ETF, also ein börsengehandelter Fonds, ist ein Anlageinstrument, das die Performance eines bestehenden Markts oder einer Gruppe von Märkten wiedergibt. Der Fonds kauft entweder tatsächlich den Korb von Vermögenswerten, den er nachzeichnet, oder setzt umfangreichere Anlagen ein, um die Bewegung des zugrunde liegenden Markts abzubilden.

ETFs werden an einer Börse gekauft und verkauft. Der Ablauf ist also ähnlich wie beim Aktienhandel. Allerdings gewähren ETFs dem Anleger keine Gesellschafterrechte wie bei einer herkömmlichen Anlage. Beispielsweise sind bei Aktien-ETFs Dividendenzahlungen möglich, der Besitzer erhält jedoch kein Stimmrecht. Ähnlich verhält es sich beim Investieren in einen Rohstoff-ETF, bei dem der jeweilige Basiswert nicht in physischen Besitz genommen wird.

Die meisten ETFs sind passive Investments, das heißt, dass sie die Renditen der Basiswerte nur nachbilden, aber den Markt nicht übertreffen. Sie können ETFs entweder mittels CFDs handeln oder Sie investieren in Aktien über unsere Handelsplattform (wenn Sie Besitzer eines Aktienhandelskontos sind).

Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie eine ETF-Position eröffnen können oder steigen Sie jetzt ins Trading ein.

Beliebte ETFs, die Sie im Auge behalten sollten

  • Der iShares Core S&P 500-ETF bildet den S&P 500-Index nach, der die Performance von US-amerikanischen Large-Cap-Aktien misst.
  • Der Grayscale Bitcoin Trust (BTC) bildet den Bitcoin-Marktpreis nach – ausgedrückt pro Eigentumsanteil am ETF, der täglich berechnet wird. Er ermöglicht Anlegern direkten Zugriff auf die Volatilität der Kryptowährung.
  • Der iShares Core MSCI Total International Stock-ETF bildet die Ergebnisse von nicht US-amerikanischen Large-, Mid- und Small-Cap-Aktien nach.
  • Der Vanguard FTSE 100 UCTIS-ETF zeichnet die Leistung des FTSE 100-Aktienindex nach, der die 100 wichtigsten Unternehmen des Vereinigten Königreichs nach Marktkapitalisierung umfasst.
  • Der Global X Cannabis ETF zeichnet den Cannabis-Index nach, der Zugang zu sämtlichen Unternehmen gewährt, die im Cannabis-Geschäft tätig sind.
  • Der WisdomTree WTI Crude Oil ETF gibt Anlegern durch die Abbildung des Bloomberg Crude Oil-Subindex indirekt Zugang zum Rohölpreis.
  • Der iShares U.S. Energy-ETF zeichnet die Ergebnisse des Dow Jones US-Öl- und Gasindex nach, der die Performance der im US-Öl- und Gassektor tätigen Unternehmen misst.

ETF-Arten

Tradern und Anlegern steht, abhängig von ihren jeweiligen Zielen, Marktpräferenzen und ihrer Risikobereitschaft, eine Vielzahl von ETFs zur Verfügung. Nachstehend schauen wir uns die wichtigsten ETF-Kategorien an.

Aktienindex-ETFs

Aktienindex-ETFs sind Fonds, die die Performance eines bestimmten Index nachbilden. Da Aktienindizes nichts Anderes als eine Zahl sind, die eine Gruppe von Aktien repräsentiert, müssen Trader und Anleger Wege finden, ihren Kurs zu traden. ETFs können einen solchen Zugang mit einer einzigen Position ermöglichen, da sie mehrere Aktien nachbilden.

Beispielsweise zeichnet ein FTSE 100-ETF die Performance des FTSE 100 nach und hält entweder physische Aktien von den Bestandteilen des Index oder Produkte, die ihre Kursbewegungen abbilden.

Währungs-ETFs

Währungs-ETFs gewähren Anlegern und Tradern Zugang zum Forex-Markt, ohne dabei die jeweilige Währung tatsächlich kaufen oder verkaufen zu müssen. In einigen Fällen zeichnen diese ETFs nur eine einzige Währung nach, zum Großteil bilden sie aber Währungskörbe nach.

Währungs-ETFs können dazu eingesetzt werden, um Zugang zu starken Wirtschaftsräumen – wie der EU – zu erhalten oder von aufstrebenden Marktwirtschaften zu profitieren. Außerdem können sie als Hedge gegen Inflationsrisiken und Risiken bei ausländischen Anlagen dienen.

Sektoren- und Branchen-ETFs

Ein Sektoren- oder Branchen-ETF zeichnet einen Index nach, der aus Unternehmen besteht, die in derselben Branche tätig sind. Die meisten Branchen werden in einem Index zusammengefasst, der sich aus den wichtigsten Aktien zusammensetzt. Beispielsweise bildet der S&P 500 Global Gold-Index die Entwicklungen in der Goldbranche ab und umfasst Branchen-Wertpapiere von Minengesellschaften, Forschungsunternehmen und Produzenten.

Genau wie Währungs-ETFs können die Sektoren-ETFs dazu eingesetzt werden, um von wirtschaftlichen Veränderungen zu profitieren und bestehende Positionen zu hedgen. Wenn ein Anleger oder Trader in einem bestimmten Sektor einem erheblichen Risiko ausgesetzt ist, kann er dieses Risiko mit einem Short-Sektoren-ETF begrenzen.

Rohstoff-ETFs

Rohstoff-ETFs bestehen nicht aus dem zugrunde liegenden Rohstoff, sondern aus Derivatkontrakten, die den Kurs des jeweiligen Rohstoffs abbilden. Damit haben Anleger und Trader die Möglichkeit, auf den Kurs der Rohstoffe zu spekulieren, ohne sich dabei über die physische Auslieferung oder Lagerung des Vermögenswerts Gedanken machen zu müssen.

Wichtig dabei ist, den Unterschied zwischen Rohstoff-ETFs und rohstoffgebundenen ETFs zu kennen, wie die oben erwähnten Sektoren-ETFs. Rohstoff-ETFs bilden den Preis des zugrunde liegenden Rohstoffs nach, während rohstoffgebundene Vermögenswerte die Unternehmen der Branche nachbilden.

Inverse- oder Short-ETFs

Inverse-ETFs sind Fonds, die sich in die entgegengesetzte Richtung als der Basiswert entwickeln. Das heißt, dass jede Kursbewegung des jeweiligen Vermögenswerts in einer Bewegung des ETFs in die entgegengesetzte Richtung resultiert. Diese ETF-Art kann bei jeder der obengenannten ETF-Kategorien eingesetzt werden.

Anleger und Trader tendieren dazu, Inverse-ETFs als Mittel zur Eröffnung von Short-Positionen auf dem Markt einzusetzen. Sie können sich als nützliche Hedges für bestehende Long-Positionen erweisen, oder einfach nur als Spekulationsmittel auf fallende Märkte eingesetzt werden.

Gehebelte ETFs

Gehebelte ETFs spiegeln einen Basiswert wider, setzen dabei allerdings Finanzderivate ein, die Anlegern einen größeren Marktzugang ermöglichen. Zum Beispiel, ein gehebelter 2x-ETF würde einem Anleger einen Marktzugang in Höhe von 2 $ des Basiswerts für jeden 1 $ des Anlegerkapitals gewähren.

Beim Einsatz von gehebelten Instrumenten können jedoch auch die Verluste vervielfacht werden. Eine gründliche Recherche dieser ETFs und die Entwicklung einer Risikomanagement-Strategie vor der Eröffnung einer Position ist daher sehr wichtig.

Wie Sie eine Position bei ETFs einnehmen

Einen ETF kaufen

ETFs sind bei Anlegern sehr beliebt, weil sie einen breiten Marktzugang mit nur einer einzigen Position bieten. Sie können mit unserem Aktienhandelskonto (wenn Sie eins besitzen) ETFs auf Sektoren, Indizes, Anleihen, Rohstoffe und weitere Produkte kaufen und verkaufen..

Wenn Sie mit dem Investieren beginnen, müssen Sie sich entscheiden, welcher Anteil Ihres Kapitals in die unterschiedlichen Anlageklassen oder Regionen fließen soll, in die Sie investieren möchten. Anschließend müssen Sie sich entscheiden, ob Sie einen passiven Ansatz wählen oder den Fonds aktiv managen möchten. Studien haben gezeigt, dass es schwierig ist, einen Fondsmanager zu finden, der den Markt nach Abzug der Gebühren durchgehend schlägt.1 Deshalb haben sich ETFs zu einem gängigen Mittel zum Erhalt einer höheren Rendite entwickelt.

ETFs sind kostengünstig und vereinen sowohl das Beste von geschlossenen als auch von offenen Fonds.

Einen ETF traden

Der Handel mit ETFs ist eine großartige Möglichkeit, von kurzfristigen Kursbewegungen innerhalb bestimmter Sektoren zu profitieren. Wenn Sie ETFs mit CFDs handeln, können Sie die Vorteile der Hebelwirkung nutzen um einen größeren Zugang zum ETF Ihrer Wahl zu erhalten.

CFDs ermöglichen es Ihnen nämlich, eine Position zu einem Bruchteil der Kosten einer herkömmlichen Anlage zu eröffnen. Der Hebeleffekt kann die Gewinne, aber auch die Verluste erheblich erhöhen, weshalb es besonders wichtig ist, eine Risikomanagement-Strategie zu entwickeln, bevor Sie mit dem Trading beginnen.

FAQs

Sind ETFs eine gute Anlage?

ETFs sind ein ausgezeichnetes Anlage-Tool, das Sie für den Aufbau Ihres Portfolios einsetzen können. Gleichzeitig sind sie günstiger als aktiv gemanagte Fonds und weisen ähnliche Eigenschaften wie geschlossene Fonds (Fonds, die an Anleger über Investmentfirmen verkauft werden) auf, da sie den ganzen Tag über gehandelt werden können.

Es bestehen auch Ähnlichkeiten zu offenen Fonds (offene Investmentunternehmen und Unit Trusts), denn sie sind skalierbar. Das bedeutet, dass der Kurs eines ETF in Einklang mit seinem Nettoinventarwert (NIW) gehalten wird.

Wie funktioniert ein ETF?

ETFs funktionieren im Grunde genau wie Aktien. Ein Fondsmanager erstellt einen ETF, der die Performance eines Vermögenswerts oder einer Gruppe von Vermögenswerten nachbildet. Anschließend verkauft er im Rahmen dieses Fonds Aktien an die Anleger. Die Anleger besitzen dann einen Teil des ETFs, haben allerdings keinerlei Rechte an den Basiswerten des Fonds. Stattdessen zeichnen ETFs den Wert des zugrunde liegenden Vermögenswerts nach und bieten den Anlegern nahezu identische Renditen.

Worin besteht der Unterschied zwischen ETFs und Aktien?

Eine Aktie stellt einen Anteil an einem Unternehmen dar, der nach der Listung durch einen Börsengang (IPO) an einer Börse gekauft oder verkauft werden kann. Wenn Sie eine Aktie besitzen, gehört Ihnen ein Teil des Unternehmens. Das heißt, Sie erhalten Dividendenzahlungen, wenn sie ausgezahlt werden, und erhalten Stimmrechte.

ETFs werden ähnlich wie Aktien gehandelt, aber sie bilden einen zugrunde liegenden Vermögenswert oder einen Korb von Vermögenswerten nur nach. Sie können eine Reihe von Märkten nachbilden, einschließlich Unternehmensaktien, Indizes und Rohstoffe. Allerdings besitzt der Anleger die zugrunde liegenden Vermögenswerte nicht.

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Wie wird der Kurs eines ETFs festgelegt?

Der Kurs eines ETFs wird vom Wert des für den Fonds zugrunde liegenden Vermögenswert abgeleitet, auch als Nettoinventarwert (NIW) bekannt. Er wird am häufigsten als Wert pro Aktie ausgedrückt und täglich auf der Grundlage des Schlusskurses des jeweiligen Basiswerts bzw. der jeweiligen Basiswerte berechnet.

Dennoch kann der Marktpreis eines ETFs von seinem NIW abweichen, da der Preis, den Anleger für den Kauf oder Verkauf bereit sind zu zahlen, abhängig von Angebot und Nachfrage, schwanken kann.

Wie lässt sich mit ETFs Geld verdienen?

Allgemein lässt sich mit ETFs Geld verdienen, wenn der Wert des Basiswerts, den sie abbilden, ansteigt. Die Ausnahme bilden hier Inverse-ETFs.

Das Einkommen, das Sie damit erzielen, kann entsprechend der Art des Vermögenswerts variieren, den Ihr ETF nachbildet. Wenn Sie beispielsweise einen Aktien-ETF besitzen, der Aktien mit hohen Dividendenzahlungen nachbildet, können Sie sowohl mit Kapitalerträgen als auch mit Dividendenzahlungen, die diese Aktien ausschütten, Geld verdienen.

Die Art und Weise, wie Sie mit ETFs umgehen, hat ebenfalls Einfluss auf Ihre Rendite, da das Investieren oder der Handel mit Derivaten zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie mit IG traden können.

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1 S&P Global, 2017

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