Finanzieller Ausblick 2017: Forex

Der US Dollar dürfte die erfolgreichste Währung des Jahres 2017 sein. 

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EUR/USD unter Parität, USD/CHF über 1,10

Genau wie im letzten Jahr erhöhte die Fed im Rahmen ihrer Dezember-Sitzung ihren Leitzins um ein Viertel Prozent. Dieses Mal gibt es aber einen wichtigen Unterschied.

Nachdem die Fed im Dezember 2015 zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder die Zinsen angehoben hatte, waren die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen hoch. Andere Notenbanken in aller Welt verfolgten aber weiterhin eine lockere Geldpolitik und die Inflation blieb verhalten. Die Fed schob daher den Termin dafür immer weiter auf.

Heute liegen die Dinge anders. Erstens, sind die Erwartungen etwas gesunken, da Anleger Prognosen der Fed vorsichtiger aufnehmen. Zweitens beginnen wir das Jahr mit einer komplett neuen Regierung in den USA und einem designierten Präsidenten, der umfangreiche finanzpolitische Massnahmen implementieren möchte. Drittens könnte der Ölpreis weitere Aufwärtsunterstützung finden, nachdem sowohl die OPEC, als auch die Nicht-OPEC-Staaten zum ersten Mal seit 2001 wieder eine koordinierte Fördersenkung vereinbart haben. Viertens haben Eisenerz und andere Industrierohstoffe einen mehrjährigen Abwärtstrend umgekehrt. Fünftens beginnen die Löhne in den USA zu steigen, nachdem sie mehrere Jahre lang unter Druck gestanden hatten. Sechstens haben die Fed und andere Notenbanken realisiert, dass niedrige Zinsen und flache Renditekurven über einen längeren Zeitraum hinweg nur wenig für die Realwirtschaft tun.

2017 könnte das Jahr der Reflation werden, auf das die Fed gewartet hat, um weitere geldpolitische Straffungen vorzunehmen. Demgegenüber sieht die Situation in Europa ganz anders aus. Hier verfügen die Regierungen und die EZB nur über eine geringe Flexibilität im Vorfeld der wichtigen Wahlen in Frankreich und Deutschland.

Die EZB versprach, ihr QE-Programm mindestens bis 2017 zu verlängern. Bis dahin wird sie Werte mit einem Volumen von 780 Mrd. Euro ankaufen. Dieses Geld könnte auch effektiv die Wirtschaft erreichen, denn europäische Banken profitieren von steigenden Renditen und erhöhen ihre Kreditvergabeaktivität. 

Ein schwächerer Euro würde auch die SNB zwingen, die Zinsen niedrig zu halten und weiter Franken zu drucken, um ausländische Werte ankaufen zu können. Wir erwarten daher, dass der Greenback im Verlauf des nächsten Jahres etwa 10 % gegenüber dem Euro und dem Franken gewinnen wird.

Ein Risiko für unser Szenario wären Verzögerungen oder mangelnde Unterstützung für die Umsetzung von Trumps Finanzpolitik. Die Renditedifferentiale dürften jedoch das Abwärtsrisiko für den Dollar in Grenzen halten.

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen liegen derzeit um 2,5 %, während sie für die Eurozone bei 0,25 % liegen und in der Schweiz bei -0,16 %.

EUR/CHF bei 1,05

Die SNB dürfte weiter unter Druck stehen, 2017 das aktuelle Niveau des Währungspaars EUR/CHF zu halten. Die EZB-Ankündigung einer weiteren Ausweitung der geldpolitischen Anreize durch Verlängerung des quantitativen Lockerungsprogramms bis Ende 2017 (und darüber hinaus, sofern erforderlich) hat den Euro bereits gegenüber allen führenden Währungen geschwächt.

Die Entscheidung der EZB ihr Anleihenankaufprogramm zu modifizieren, so dass der Ankauf von Anleihen am kurzen Ende der Renditekurve möglich wird, wird einen positiven Effekt auf die Versteilerung der Renditekurve haben. Diese Massnahme dürfte den Euro als Finanzierungswährung attraktiver machen und seinen Umsatz erhöhen, wodurch der Euro stärker unter Druck gerät.

Weitere Risiken für den Euro sind politische Risiken im Zusammenhang mit den Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland sowie der Beginn der Brexit-Verhandlungen. Das einzige Mittel, das der SNB zum Kampf gegen eine unkontrollierte Stärkung des Schweizer Franken zur Verfügung steht, sind Devisenmarkt-Interventionen. Nachdem die Devisenreserven von 50 Mrd. CHF vor der Finanzkrise auf 650 Mrd. CHF in die Höhe geschossen sind, wäre das ein gefährlicher, aber notwendiger Schritt. Das Währungspaar EUR/CHF dürfte 2017 schrittweise auf 1,05 fallen.

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