Market Update
Es gilt bereits seit Wochen als ausgemachte Sache, auch heute wird die EZB den Leitzins nicht anrühren. Neben der anschließenden Pressekonferenz könnte auch die jüngste Aufwertung des Euro zum US-Dollar ein Thema sein.
Im Augenblick besteht aus Sicht der Europäischen Zentralbank kein Handlungsbedarf. Die Inflation ist im Januar in der Eurozone auf 1,7% gesunken und liegt damit unter dem Zielwert der EZB von 2,0%. Zudem erachten die Währungshüter die Wirtschaft als stabil. Somit dürfte der Leitzins (Einlagezins) bei unverändert 2,0% belassen werden. Auch für die kommenden Monate sind keine Zinsschritte in Aussicht.
Allerdings hat der Euro gegenüber dem US-Dollar zuletzt deutlich aufgewertet. Dieser Umstand könnte bei der EZB zu einem Thema werden. Laut dem österreichischen Notenbankchef Martin Kocher könnte die Europäische Zentralbank infolgedessen eine Zinssenkung durchaus in Erwägung ziehen. Eine dauerhafte Euro-Stärke wäre für die exportorientierte Wirtschaft auf dem alten Kontinent fatal und könnte die Konzerne mitunter hart treffen.
Charttechnisch betrachtet könnte sich die derzeitige Euro-Stärke sogar weiter zunehmen. Im Wochenchart streiten sich zurzeit Bullen und Bären um den Widerstand bei 1,18 USD. Gelingt der Ausbruch nach oben, müsste beim EUR/USD mit einem Kurs von 1,23493 USD gerechnet werden. In diesem Bereich liegt das Hoch von Anfang Januar 2021.
Rückendeckung bekommt die Einheitswährung von den technischen Indikatoren. Die drei exponentiellen 21-, 34- und 55-Wochen-Durchschnittslinien steigen und sichern bei aktuell 1,16772/1,14577 USD als Unterstützungen nach unten ab. Der Moving Average Convergence/Divergence-Indikator (MACD) versucht, über die Nulllinie zu kommen. Gelingt dies auf Wochenbasis, wäre dies ein neues mittelfristiges Kaufsignal.