Slippage im Trading: Was ist das und wie kann es vermieden werden?

Slippage kann entweder einen unerwarteten Bonus oder eine unwillkommene Überraschung bedeuten. Erfahren Sie mehr über Slippage und Strategien, die Sie einsetzen können, um ihre negativen Auswirkungen an den Märkten zu reduzieren.

Was bedeutet Slippage im Trading?

Slippage tritt auf, wenn der Kurs, zu dem eine Order ausgeführt wird, nicht mehr mit dem Kurs übereinstimmt, zu dem sie angefordert wurde. Dies passiert meistens an den sich schnell bewegenden, hochvolatilen Märkten, die unerwarteten Änderungen in bestimmte Trends unterliegen.

Der Kursunterschied kann entweder positiv oder negativ sein – abhängig davon, in welche Richtung sich der Kurs entwickelt, ob Sie sich long oder short positionieren und ob Sie Ihre Position eröffnen oder schließen.

Sollte Slippage auftreten und Ihre Positionen beeinflussen, können manche Broker Ihre Order zu einem ungünstigeren Kurs ausführen. Die IG-Praktiken zur bestmöglichen Orderausführung garantieren, dass Ihre Order abgelehnt wird, wenn sich der Preis zwischen der Ordererteilung und -ausführung aus unserem Toleranzbereich hinausbewegt. Auf diese Art und Weise werden Sie in gewisser Hinsicht vor den negativen Auswirkungen der Slippage geschützt, wenn Sie Ihre Position eröffnen oder schließen. Sollte sich jedoch der Preis zu Ihren Gunsten bewegen, wird IG Ihre Order zu diesem günstigeren Preis ausführen.

Es bestehen noch weitere Möglichkeiten, den Slippage-Effekt auszuschließen. Sie können beispielsweise garantierte Stops und Limits zu Ihren aktiven Positionen hinzufügen. Mit Limits können Sie Slippage vermeiden, wenn Sie eine Position eröffnen oder schließen, da mit einem Limit Ihre Order nur zum angeforderten Preis ausgeführt wird, während ein garantierter Stop Ihren Trade schließt, wenn der Kurs des Basiswertes das vordefinierte Level erreicht. Sollte der garantierte Stop ausgelöst werden, ist eine Prämie fällig.

Erfahren Sie, wie Sie Slippage vermeiden können

Wann kann Slippage auftreten?

Slippage tritt meistens bei geringer Marktliquidität und hoher Volatilität auf. Das liegt daran, dass es an den Märkten mit geringer Liquidität weniger Marktteilnehmer gibt, die auf der anderen Seite des Trades stehen. Demnach kann es länger dauern, bis ein Käufer oder Verkäufer gefunden wird, wodurch mehr Zeit zwischen der Erteilung und Ausführung einer Order benötigt wird. Durch diese Verzögerung kann sich der Preis des Basiswertes ändern und es kommt zu Slippage. Volatile Märkte sind hingegen durch plötzliche Kursbewegungen gekennzeichnet – sogar innerhalb der wenigen Sekunden, die benötigt werden, um eine Order auszuführen.

Slippage im Forex-Trading

Im Forex -Trading tritt Slippage meistens bei hoher Marktvolatilität und geringer Marktliquidität auf. Häufiger kommt sie bei weniger populären Währungspaaren als bei den Haupt-Forexpaaren wie EUR/GBP, GBP/USD und USD/JPY vor, die größtenteils über eine höhere Liquidität und eine geringere Volatilität verfügen.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass Sie sich entschieden haben, eine Long-Position auf das Devisenpaar AUD/USD – das sehr volatil sein kann – zu 0,7026 $ einzugehen. In der Zeit zwischen der Platzierung und Ausführung Ihrer Order ist der Preis auf 0,7028 $ gestiegen. Hier haben wir mit dem Slippage-Effekt zu tun, da Sie zu einem höheren Kurs kaufen würden, als Sie es erwartet haben.

Bei IG haben Sie die Sicherheit, dass Ihre Order zum ursprünglichen Kurs ausgeführt wird, solange sich der neue Kurs in unserem Toleranzbereich bewegt. Sollte der Preis außerhalb des Toleranzbereichs liegen, so wird die Order abgelehnt und Sie können entscheiden, ob Sie eine Order zum neuen Preis platzieren möchten.

Erfahren Sie mehr über das Forex-Trading

Slippage im Aktienhandel

Als Beispiel für Slippage im Aktienhandel nehmen wir die Microsoft-Aktie mit einem Kauf/Verkaufs-Spread von 109,05 bis 109,25 $. Nehmen wir an, Sie eröffnen eine CFD-Position mit einer Handelsgröße von fünf Kontrakten. Sie positionieren sich short, weil Sie der Meinung sind, dass der Aktienkurs fallen wird.

Slippage würde auftreten, wenn sich der Kurs innerhalb der wenigen Sekunden, die benötigt werden, um Ihre Order auszuführen, ändert und plötzlich auf 111,05 $ steigt. Bei manchen Brokern wird Ihre Order der Slippage unterliegen und Sie erhalten für Ihre Short-Position einen ungünstigeren Preis als erwartet.

Bei IG wird Ihre Order entweder zum ursprünglichen Preis ausgeführt oder abgelehnt, wenn sich der neue Kurs außerhalb von unserem Toleranzbereich befindet. Sollte Ihre Order abgelehnt worden sein, werden Sie entscheiden können, ob Sie Ihre Order zum neuen Preis platzieren möchten. Der untenstehende Chart zeigt die Ablehnungsquoten für den Zeitraum von 2016 bis 2018 für Trades, die von Slippage außerhalb des Toleranzbereichs betroffen waren.

Erfahren Sie mehr zum Aktienhandel

Wann sollten Sie auf Slippage achten?

Slippage kann in der Zeit von wichtigen Nachrichtenereignissen auftreten. Bekanntmachungen von Banken über die Geldpolitik und Zinssätze, Geschäftsberichte oder Wechsel an der Führungsspitze eines Unternehmens können die Volatilität und gleichzeitig das Slippage-Risiko erhöhen.

Einige dieser Ereignisse sind nicht vorhersehbar wie beispielsweise Bekanntmachungen über einen neuen CEO eines Unternehmens. Andere Ereignisse wie wichtige Sitzungen der Federal Reserve Bank (Fed) oder der Bank of England (BoE) werden entsprechend früher geplant, obwohl es nicht immer klar ist, was genau mitgeteilt wird.

Wie können Sie Slippage vermeiden?

Es bestehen einige Strategien, wie Sie die Auswirkung von Slippage auf Ihre Trades begrenzen können:

  1. Handeln Sie auf Märkten mit hoher Liquidität
  2. Fügen Sie garantierte Stops und Limit-Order zu Ihren Positionen hinzu
  3. Machen Sie sich mit den Slippage-Praktiken Ihres Brokers vertraut

Handeln Sie auf Märkten mit geringer Volatilität und hoher Liquidität

Sie können den Slippage-Effekt vermeiden, wenn Sie auf Märkten mit geringer Volatilität und hoher Liquidität handeln. Das liegt daran, dass Preise bei geringer Volatilität eine geringere Tendenz zu plötzlichen Änderungen aufweisen. Hohe Liquidität bedeutet hingegen, dass es mehr aktive Marktteilnehmer gibt, die Ihre Trades auf der anderen Seite eingehen können.

Sie können den Slippage-Effekt auch mindern, indem Sie zu den Uhrzeiten mit besonders hoher Aktivität handeln, weil die Liquidität in dieser Zeit am höchsten ist. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Trade schnell und zum ursprünglichen Preis ausgeführt wird, höher.

Das größte Handelsvolumen verzeichnen die Aktienmärkte, wenn die wichtigsten amerikanischen Börsen wie die NASDAQ und die New York Stock Exchange geöffnet sind. Gleiches gilt für den Forex. Er ist zwar ein 24-Stunden-Markt, aber der Großteil von Trades findet innerhalb der Öffnungszeiten der London Stock Exchange statt.

Slippage tritt hingegen öfter auf, wenn Sie Positionen halten, während die Märkte geschlossen sind – zum Beispiel über Nacht oder an Wochenenden. Dies liegt daran, dass sich die Preise bei Wiedereröffnung der Märkte plötzlich ändern können, wenn in der Zeit, in der sie geschlossen waren, wichtige Nachrichten oder Bekanntmachungen veröffentlicht wurden.

Verwenden Sie garantierte Stops und Limits für Ihre Positionen

Im Gegensatz zu anderen Arten von Stops hat Slippage keine Auswirkung auf garantierte Stops, die immer Ihren Trade zu dem von Ihnen festgelegten Kurs schließen werden. Aus diesem Grund eignen sie sich für den Schutz vor für Sie ungünstigen Marktbewegungen am besten. Sie sollten jedoch beachten, dass eine Prämie fällig ist, wenn Ihr garantierter Stop ausgelöst wird.

Limits können hingegen helfen, das Slippage-Risiko zu begrenzen, wenn Sie einen Trade eingehen oder aus einem profitablen Trade Gewinne realisieren möchten. Sollte eine Limit-Order bei IG ausgelöst werden, kann sie nur zu Ihrem vordefinierten oder einem für Sie günstigeren Preis ausgeführt werden. Genaueres dazu erklären wir im nächsten Absatz.

Machen Sie sich mit den Slippage-Praktiken Ihres Brokers vertraut

Wenn sich der Preis beim Schließen oder Eröffnen Ihrer Position gegen Sie bewegt, werden manche Anbieter die Order trotzdem ausführen. Bei IG wird das nicht passieren, da unser Order-Managementsystem keine Order zu einem ungünstigeren Preis als dem von Ihnen angefragten zulässt. Ihre Order kann allerdings abgelehnt werden.

Der Grund dafür ist der Toleranzbereich, den wir für Ihren ursprünglichen Preis bestimmen. Sollte sich der Preis bis zum Zeitpunkt, zu dem wir Ihre Order erhalten, im Toleranzbereich befinden, wird Ihre Order zum ursprünglich von Ihnen bestimmten Preis ausgeführt. Sollte aber der Preis außerhalb des Toleranzbereichs liegen, sind zwei Szenarien möglich:

  • Wenn der Markt einen besseren Preis erreicht, werden wir sicherstellen, dass Ihre Order zu diesem Preis ausgeführt wird. Sollte der Preis beispielsweise auf ein günstigeres Level fallen, bevor wir Ihren Trade schließen, werden Sie einen zusätzlichen Gewinn erhalten.
  • Wenn sich der Preis dagegen zu Ihren Ungunsten aus dem Toleranzbereich hinausbewegt, wird Ihre Order abgelehnt und wir werden Sie bitten, die Order zum aktuellen Preis neu zu erteilen.

Erfahren Sie mehr über die Orderausführung bei IG sowie unsere Preistechnologie

Fazit

  • Slippage ist beim Trading unvermeidbar. Sie tritt auf, wenn der Preis, zu dem Ihre Order ausgeführt wird, unter dem angebotenen Preis liegt.
  • Slippage kommt allerdings auch vor, wenn sich ein Markt plötzlich, innerhalb der wenigen Sekunden zwischen der Ordererteilung und deren Ausführung durch Ihren Broker oder auf einem Handelsplatz, verändert.
  • Sie können den Slippage-Effekt mindern, indem Sie zu Spitzenzeiten an Märkten mit hoher Liquidität und vorzugweise geringer Volatilität handeln.
  • Slippage kann sich sowohl negativ als auch positiv auswirken, wodurch Sie möglicherweise zu günstigeren Preisen im Vergleich zum ursprünglichen Angebot handeln können.
  • Um die Auswirkung der Slippage auf Ihre Trades zu begrenzen, fügen Sie garantierte Stops und Limits zu Ihren Trades hinzu.

Diese Information wurde von IG Europe GmbH und IG Markets Ltd (zusammen IG) bereitgestellt. Zusätzlich zum untenstehenden Haftungsausschluss enthält das auf dieser Seite enthaltene Informationsmaterial weder eine Auflistung unserer Handelspreise noch ein Angebot oder eine Aufforderung zu einer Transaktion in ein Finanzinstrument. IG übernimmt keine Verantwortung für die Verwendung dieser Kommentare und die daraus resultierenden Folgen. Es wird keine Zusicherung oder Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen gegeben. Folglich trägt der Anleger alleinverantwortlich das Risiko für einzelne Anlageentscheidungen. Jede angebotene Studie berücksichtigt nicht das Investment spezifischer Ziele, die finanzielle Situation und die Bedürfnisse einer bestimmten Person, die sie empfangen kann. Sie wurde nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit des Investment Researchs (Anlageforschung) erstellt und gilt daher als Werbemitteilung. Obwohl IG nicht ausdrücklich darauf beschränkt ist, vor der Umsetzung unserer Empfehlungen zu handeln, versucht IG diese nicht zu nutzen, bevor sie den Kunden zur Verfügung gestellt werden. Sehen Sie die nicht-unabhängige Recherche und Quartalszusammenfassung an.

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