Was ist Bitcoin-Mining und ist es profitabel?

Bitcoin-Mining dient der Aufrechterhaltung der Blockchain, von der die Kryptowährung getragen wird. Mit steigender Konkurrenz wird jedoch die Frage nach der Rentabilität gestellt. Wir bieten einen tiefen Einblick in das Thema.

„Mining“ (dt. Bergbau) ist historisch gesehen ein Begriff für die Arbeit der Bergleute (sogenannte Kumpel), die unter Tage nach Gold und anderen Metallen graben. Heutzutage gibt es eine neue Art von Kumpeln, die auf eine völlig andere Weise und nach völlig anderen Schätzen suchen.

Bitcoin-Miner, ausgestattet mit High-Tech-Computern anstatt mit einer Schaufel, sind essenziell für das Bitcoin-Ökosystem: Sie liefern die wichtige Rechenleistung, welche gebraucht wird, um die Blockchain aufrechtzuerhalten und die tausenden von täglichen Transaktionen zu verifizieren, während sie gleichzeitig die Immunität des Netzwerks gegen Hacker sicherstellen, dessen Fähigkeit zur Verfolgung des Handel sowie die (einzige) Möglichkeit, neue Bitcoins (BTC) zu erschaffen, bereitstellen.

Erfahren Sie mehr über Bitcoin und wie es funktioniert

Die Kunst des Bitcoin-Minings ist noch nicht einmal zehn Jahre alt, aber der mögliche Profit hat es bereits von einem Hobby, an dem sich jeder versuchen konnte, in einen industrialisierten, energieintensiven Markt verwandelt.

Dezentralisierung ist die Kernidee von Bitcoin und obwohl die Bedeutung der Blockchain bekannt ist, wird oft übersehen, wie dieses öffentliche Hauptbuch tatsächlich funktioniert, da es weder von einer Einzelperson noch einer einzigen Entität kontrolliert wird. Was ist also Bitcoin-Mining und wie funktioniert es?

Was ist Bitcoin-Mining?

Bitcoin-Mining ist der Prozess, der sicherstellt, dass Bitcoin wie geplant funktioniert, und es ist der einzige Weg, um neues Angebot auf den Markt zu bringen. Miner sind Individuen oder Unternehmen, die Rechenleistung beitragen, um bei der Aufrechterhaltung und dem Betrieb des Blockchain-Netzwerks zu helfen, das Bitcoin als digitaler Währung zugrunde liegt. Diese Rechner sind dafür verantwortlich, alle Bitcoin-Transaktionen zu verifizieren, und bekommen im Gegenzug die Gelegenheit, neu erschaffene Bitcoins „abzubauen“ („Mining“).

Obwohl das Internet ein schnelles und universales Kommunikationsnetz rund um die Welt geschaffen hat, wurde die Entwicklung eines tatsächlich dezentralisierten, globalen Systems von drei Grundfragen gebremst: Erstens, wer würde all die Transaktionen aufzeichnen (und die Kosten für diese Aufzeichnung tragen), wenn niemand die Kontrolle übernimmt? Zweitens, wer würde diese „Archivare“ kontrollieren? Und drittens, wie können Menschen zur Ausübung dieser Tätigkeit motiviert werden?

Satoshi Nakamoto, der Gründer von Bitcoin, beantwortete alle drei Fragen. Menschen – Miner genannt – würden ihre eigenen Rechner verwenden, um die Blockchain zu betreiben und aufrechtzuerhalten und somit helfen, die Transaktionen anderer zu organisieren. Die Rechner anderer Miner würden dann den Ablauf dieses Prozesses überprüfen, um einen öffentlichen Konsens darüber zu erreichen, welche Transaktionen bestätigt werden sollten – stimmt die Information vom ursprünglichen Miner nicht mit jener überein, die allen anderen vorliegt, liegt ein Fehler nahe. Für diese Arbeit bekommen die Miner Transaktionsabgaben ausgezahlt und sie erhalten, solange weiterhin neue Bitcoins erschaffen werden, eine Gelegenheit, einen dieser neuen Bitcoin zu gewinnen, die das Protokoll etwa alle zehn Minuten in den Markt entlässt.

Der Einsatz der Bitcoin-Miner zum Betreiben der Blockchain war die Lösung für viele Probleme, die früheren Systemen ein Ende bereitet hatten. Es handelt sich zum einen um einen dezentralisierten Ansatz: Das Hauptbuch ist nicht unter der Kontrolle eines einzelnen und jeder kann darauf zugreifen und die aufgezeichneten Transaktionen verifizieren. Zum anderen gibt es Anreize: Die Miner haben einen Grund, ihre Hardware zu benutzen und für den Strom zu bezahlen, der benötigt wird, um die Blockchain zu betreiben, da sie mit neuen Bitcoins belohnt werden. Zusammen genommen ist dieses System zudem wirksam gegen Hacker abgesichert: Die Tatsache, dass das Bitcoin-Mining von einer riesigen Anzahl an Rechnern auf der ganzen Welt anstatt von einer einzelnen Quelle betrieben wird, macht es höchst unwahrscheinlich (allerdings nicht unmöglich), dass jemand die Kontrolle über mehr als fünfzig Prozent des Netzwerks erlangen könnte, um die Gesamtkontrolle zu übernehmen.

Wie funktioniert Bitcoin-Mining überhaupt?

Modernes Bitcoin-Mining nutzt mehrheitlich leistungsstarke und für genau diesen Zweck gebaute Rechner, sogenannte „Rigs“, auf welchen Tag und Nacht die entsprechende Software läuft. Alle Rigs sind für genau denselben Zweck gebaut: für das Mining neuer Bitcoins. Dafür müssen sie aber dabei helfen, das öffentliche Hauptbuch aktuell zu halten und die Arbeit der anderen Miner zur Erhaltung der Blockchain zu prüfen. Jeder Bitcoin weltweit ist durch Mining entstanden, d.h., dass jeder Bitcoin im Besitz eines Miners ist, bis dieser entscheidet, ihn zu verkaufen.

Jede Bitcoin-Transaktion tritt zunächst mit dem Status „pending“ (unerledigt) oder „unconfirmed“ (nicht bestätigt) ins Netzwerk ein, es gibt also einen konstanten Strom von Inhalten, die von Minern verifiziert werden müssen, damit die Transaktion bestätigt werden kann. Wenn eine Bank eine Zahlung über eine Debitkarte erlaubt, handelt es sich um das gleiche Prinzip. Diese Transaktionen enthalten alle für die Transaktion benötigten Informationen, etwa die Wallet-Adressen beider Parteien, das Datum und andere optionale Daten wie Transaktionscodes, Referenzzahlen oder Mitteilungen.

Bitcoin-Mining und Hashes

Miner (auch als Mining-Knoten bezeichnet) beginnen dann automatisch, diese Daten zu organisieren. Zunächst reduzieren sie alle Informationen in der Transaktion in einen „Hash“: einen alphanumerischen String (Zeichenfolge) mit 64 Zeichen. Nicht nur werden dadurch große Mengen an Informationen in eine kleinere Datei komprimiert, die Informationen, die nun im Hash gesammelt sind, werden zudem verschlüsselt. Ist der Hash erstellt, kann die ihm zugrunde liegende Information nicht verändert werden, ohne den Hash zu ändern, was den Rest der Miner, welche die Blockchain betreiben, darauf aufmerksam machen würde.

Von Bedeutung ist, dass die Blockchain chronologisch organisiert ist und die Mining-Software automatisch die jüngste Transaktion aufgreift, bevor sie zur zweitjüngsten weitergeht, dann zur drittjüngsten und so weiter. Ist eine Transaktion gehasht, wird sie mit der Information einer anderen Transaktion kombiniert, um einen neuen Hash zu erstellen. Transaktionen werden weiter zusammengefügt und unter einem einzigen Hash kombiniert, bis sie einen Block bilden. Diese Blöcke werden zusammengefügt, um die Kette von Transaktionen wachsen zu lassen (daher die Bezeichnung „Blockchain“).

Bitcoin-Mining und Nonces

Während dieses Prozesses liefern sich Miner ein Rennen darum, den Block zuversiegeln, damit dieser in die Kette eingefügt werden kann. Nur der Miner, der den Block versiegelt, wird mit neuen Bitcoins belohnt. Das Versiegeln kompletter Blocks ist aber eher ein Glücksspiel als eine Frage von Können. Miner eifern darum, den zufälligen Block-Hash zu finden, nach dem das Bitcoin-Protokoll sucht, indem sie in der Hoffnung, den richtigen zu finden, schnell eine Vielzahl an Vermutungen (Nonces genannt) eingeben.

Das Zufallsprinzip in diesem Prozess bedingt, dass Miner keine Muster ausmachen oder bessere Einsichten dahingehend erlangen können, welcher Hash als nächstes zum Versiegeln eines Blocks und damit zum Erhalten neuer Bitcoins benötigt wird: Es ist alles eine Frage des Glücks. Sie können allerdings ihre Chancen maximieren – je mehr Rechenleistung ein Miner hat, desto öfter kann er „raten“. Es gilt dasselbe Prinzip wie in einer Lotterie: Es ist möglich, weitere Tipps abzugeben, um die eigenen Gewinnchancen zu erhöhen, aber es gibt keine Garantie für einen Gewinn – egal, wie oft man spielt.

Hat ein Miner einen neuen Block versiegelt, wird eine Block-Nummer erstellt, die sequentiell dem zuvor hinzugefügten Block folgt und den neuen Block mathematisch an die anderen Transaktions-Blocks in der Kette bindet, die bereits von dem auf Konsens basierenden Netzwerk bestätigt und verifiziert wurden.

Wurde der neue Block der Blockchain hinzugefügt, muss er von anderen Minern bestätigt werden. Der Miner, der den Block versiegelt hat, muss seine Bestätigung (Proof-of-Work, PoW) von anderen Minern prüfen lassen, um sicherzustellen, dass die Information korrekt ist. Dies geschieht, indem mehrere andere Miner den Hash des Blocks darauf prüfen, ob er mit der Information übereinstimmt, die er repräsentiert, und einen Konsens darüber erreichen, ob der neue Block legitim ist oder nicht. Das konsens-basierte Modell verhindert, dass Betrüger vergangene oder neue Transaktionen manipulieren oder Bitcoins ausgeben können, über die sie nicht mehr verfügen, da die Blockchain erkennt, ob eine neue Transaktion bereits ausgegebene Bitcoins enthält.

Hierbei agieren Miner im Prinzip als gegenseitige Revisoren ihrer Arbeit, um sicherzustellen, dass alle den Regeln folgen.

Warum wird Bitcoin-Mining betrieben?

Der Miner, der den PoW komplettiert, um der Blockchain einen neuen Block hinzuzufügen – indem er dabei hilft, eine Gruppe von Transaktionen über einen bestimmten Zeitraum zu verifizieren – wird doppelt belohnt: Er bekommt den neuen Bitcoin, den das Protokoll erstellt, sowie die damit verbundenen Transaktionsgebühren. Auf diesem Wege kann er Bitcoins erwerben, ohne sie kaufen zu müssen.

Das Bitcoin-Protokoll bestimmt die Geschwindigkeit und das Volumen, mit dem neue Bitcoins auf den Markt gelangen. Neue Bitcoins werden alle zehn Minuten an erfolgreiche Miner übertragen, aber der kontrollierende Algorithmus wird eigentlich nicht durch die Zeit bestimmt. Stattdessen passt er die Schwierigkeit des Versiegelns neuer Blöcke durch Miner an, um den Vorrat neuer Bitcoins stabil bei dieser Geschwindigkeit zu halten. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit, mit der neue Bitcoins erstellt werden, unabhängig davon ist, wie viele Miner oder wie viel Rechenleistung am Vorgang beteiligt sind. Die gebotene Belohnung bleibt ebenso unverändert, auch wenn mehr Miner beteiligt sind, und die Zahl der neuen zur Verfügung gestellten Bitcoin bleibt gleich, unabhängig davon, wie viel Rechenleistung verwendet wird. Der einzige Faktor, der sich ändert, ist die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen Miner, die Belohnung einzustreichen.

Während neue Bitcoins weiterhin alle zehn Minuten erstellt werden, verändert sich das Volumen neuer Bitcoins, die an erfolgreiche Miner übertragen werden, indem es sich etwa alle vier Jahre halbiert (technisch gesprochen alle 210 000 Blöcke). Als Bitcoin 2009 zum ersten Mal von Satoshi „abgebaut“ wurde, lag die Belohnung bei 50 BTC; dies fiel 2012 auf 12,5 BTC und 2016 auf das aktuelle Niveau. Der nächste Einschnitt, auf 6,25 BTC, wird für 2020 erwartet und Miner hoffen, dass das niedrigere Volumen durch höhere Preise ausgeglichen wird.

Erahren Sie alles, was Sie über das nächste Bitcoin-Halving wissen sollten.

Es können insgesamt nur 21 Millionen Bitcoins existieren und die große Mehrheit wurde bereits erstellt – im April 2018 erreichte die Währung einen Stand von 17 Millionen Bitcoins. Die gleich bleibende Erstellungsrate bei immer geringer werdendem Volumen neuer Bitcoins bedeutet, dass der letzte Bitcoin erst um das Jahr 2140 abgebaut werden wird.

Miner bekommen zusätzlich zu den neu erstellten Bitcoins auch Transaktionsgebühren ausgezahlt. Die gewaltigen Summen, die Zahlungsanbieter und Banken von den Milliarden an Transaktionen abschöpfen, die wir tagtäglich tätigen, wird oft als einer der Gründe genannt, warum Bitcoin und andere Kryptowährungen notwendig sind. Oft besteht aber das Missverständnis, dass die Verwendung von Bitcoins gratis ist, obwohl es „nur“ billiger ist als jene Optionen, welche das traditionelle Finanzsystem derzeit anbietet. Miner müssen keine Transaktionsgebühren verlangen. Vor nicht allzu langer Zeit war es sogar üblich, diese nur bestimmten, etwa besonders großen oder kleinen, Transaktionen aufzuerlegen, doch die Einnahmenausdiesen Transaktionsgebühren steigen stetig und ihr Einfluss auf das Einkommen von Minern dürfte weiter wachsen.

Ist Bitcoin-Mining profitabel?

Kurz gesagt ist es unmöglich zu bestimmen, ob die Praxis des Bitcoin-Minings im Allgemeinen profitabel ist oder nicht. Es gibt schlichtweg zu viele Variablen: Die Kosten für die benötigte Hardware und Energie variieren weltweit extrem stark und die zu erwartenden Resultate hängen davon ab, inwieweit der Miner mit einer wachsenden Zahl an Wettstreitern um dieselbe Belohnung konkurrieren kann.

Genauso wie die Wahrscheinlichkeit für einen Goldgräber, ein Nugget zu finden, abnehmen würde, wenn mehr Menschen im selben Territorium graben, verringern sich die Chancen eines Bitcoin-Miners, neue Bitcoins und die Transaktionsgebühren einzustreichen, wenn mehr Konkurrenz am Markt aktiv ist. Es gibt keine anderen Bitcoin-Vorräte und Miner müssen um denselben Schatz wetteifern oder darauf verzichten.

Während nicht sicher ist, ob Bitcoin-Mining derzeit profitabel sein kann gilt Folgendes als sicher: Erstens haben die meisten Bitcoin-Miner in den ersten Jahren Gewinne gemacht. Zweitens müssen zumindest einige Miner von ihrer Tätigkeit profitieren, da es ansonsten keinen Anreiz für sie geben würde, weiterzumachen. Und drittens ist Bitcoin-Mining, obwohl manche Miner wohl weiterhin Geld damit verdienen können, definitiv weniger profitabel als früher und die Konkurrenz ist härter als jemals zuvor.

Dieser dritte Punkt zeigt sich darin, wie schwierig es geworden ist, einen neuen Block zu versiegeln und die Belohnung dafür zu bekommen. Laut blockchain.com ist die Schwierigkeit, einen neuen Block zu finden (gemessen an der von allen Minern beigetragenen Hashing-Leistung), 2018 exponentiell gestiegen, was den Anstieg der Konkurrenz deutlich zeigt.


Zusätzliche Daten zeigen, dass die Hash-Rate – die Anzahl von Hashes, die pro Sekunde von den Minern abgeliefert werden – seit Ende 2017 um das 12-fache gestiegen ist.

Die wichtigste Variable, wenn es um die Profitabilität von Mining geht, ist natürlich der Bitcoin-Preis. Zur Zeit der bis in schwindelerregende Höhen gestiegenen Preise von 19 000 USD Ende 2017 war die Belohnung von 12,5 BTC fast 240 000 USD wert. Dagegen beläuft sich der Wert dieser 12,5 BTC zum gegenwärtigen Kurs von 6270 USD auf etwa 78 400 USD. Der derzeit gebotene Kurs, auch wenn er niedriger ist als vor einem Jahr, ist keineswegs zu verachten. Jedoch bedeuten die Kosten immer leistungsstärkerer Rechner und der rasant steigende Energieverbrauch, gepaart mit der wachsenden Konkurrenz, dass auch teure Mining-Rigs (Bitcoin-Mining-Computersysteme) an ihre Grenzen kommen.

Profit durch Bitcoin-Mining: die Wende von neuen Bitcoins zu Transaktionsgebühren

Mit der sinkenden Anzahl neu erstellter Bitcoins wird sich der Anreiz für Miner, ihre Arbeit fortzusetzen und die Blockchain zu erhalten, nach und nach vom Abbau neuer Bitcoins hin zu einem Fokus auf Transaktionsgebühren verschieben.

Das Volumen der Bitcoin-Transaktionen erreichte mit etwa 490 000 Transaktionen täglich seinen Höhepunkt Ende des Jahres 2017, als der Preis seinen Spitzenwert erreichte, doch jüngste Statistiken zeigen, dass das tägliche Volumen zwischen 200 000 und 260 000 variiert. Es ist nicht unüblich, dass das Transaktionsvolumen der erheblichen Volatilität ausgesetzt ist, für die der Bitcoin-Kurs bekannt ist – ein Einbruch von 25 % an einem einzigen Tag ist keine Seltenheit.


Die Anzahl der getätigten Transaktionen ist offensichtlich wichtig für das Einkommen der Miner durch die Transaktionsgebühren. Ihre Gebühren sind parallel zum Rückgang des Volumens gefallen. Als der Kurs hoch war, verdienten Bitcoin-Miner gemeinsam bis zu 1 500 Bitcoins pro Tag, doch diese Summe ist nun deutlich niedriger. Seit Ende Juni 2018 haben Miner weniger als 30 Bitcoins pro Tag für Transaktionsgebühren verlangt.

Bitcoin-Mining: Welche Ausrüstung wird verwendet?

Bitcoin-Mining wurde ursprünglich mit einfachen Heim-Computern (CPUs) betrieben und obwohl immer noch jeder die Software herunterladen und mit dem Mining beginnen kann, wurden diese kleinen Miner von jenen mit mehr Rechenleistung größtenteils aus dem Markt.

Das erste „Upgrade“ kam, als Miner realisierten, dass sie die Grafikkarten (GPUs) in ihren Computern benutzen konnten. GPUs wurden alleine dem Mining gewidmet und boten mehr Leistung als CPUs, was bessere Chancen für das Versiegeln von Blöcken und das Einstreichen der Gewinne bedeutete. Nachdem ein Miner diese Entdeckung gemacht hatte, folgten schnell andere, wodurch ein als solcher bezeichneter „Hashrate-Krieg“ entfacht wurde, der heute immer noch wütet – Miner werten kontinuierlich ihre Ausrüstung auf, um ihre Chancen in einem immer heißer umkämpften Markt zu maximieren.

Dieser Wettlauf hat Bitcoin-Mining von einem einfachen Hobby in einen industriellen Betrieb verwandelt. GPUs wurden durch zweckgewidmete Hardware ersetzt, die für nichts Anderes als Mining entwickelt wurde. Diese anwendungsspezifische integrierte Schaltung (Application-Specific Circuit – ASIC) gewann an Beliebtheit, als Hardware-Hersteller, ursprünglich aus Asien, begannen, neue Ausrüstung spezifisch für Miner auf den Markt zu bringen, bevor es letztlich fast unmöglich wurde, ohne ASIC auf dem Mining-Markt mithalten zu können.

Je ausgefeilter die Technologie wurde, desto finanzstärker wurden auch jene, welche sie einsetzten. Diese High-Tech-Ausrüstung wird immer teurer, weshalb die Miner-Rolle immer öfter von Unternehmen getragen wird, welche finanzstark genug sind, um mit ihrer Ausrüstung Rechenzentren in der Größe von Lagerhäusern zu füllen. Die Zahl an Bitcoins, welche ein Miner verdient, ist in etwa proportional zur Rechenleistung, die sie dem Netzwerk zur Verfügung stellen, und obwohl Krypto-Enthusiasten und Bitcoin-Liebhaber die ersten waren, die die Kryptowährung abbauten (und aus deren Reihen die sogenannten „Bitcoin-Milliardäre“ kamen, die als Sprecher fungieren), sind diese von großen, energieintensiven Unternehmungen aus dem Markt verdrängt worden.

Die Technologie entwickelt sich immer weiter und es gibt ASICs auf dem Markt, die bereits als überholt gelten. Die sich stets weiterentwickelnde Technologie erhöht die Kosten des Minings immer mehr, da es notwendig ist, stets auf dem neuesten technischen Stand zu sein, um kompetitiv zu bleiben. Zudem brauchen diese Betriebe (oft als „Mining-Farmen“ bezeichnet) mehr Elektrizität, je größer und leistungsfähiger sie werden.

Als noch GPUs eingesetzt wurden, dominierten Hardware-Hersteller wie NVIDIA und Advanced Micro Devices (AMD), wobei ersterer mehr als siebzig Prozent des Marktes sein Eigen nannte. Der Wechsel zu ASIC aber ließ beide Firmen hinter sich, da keine der beiden ASICs anbietet.

Bitcoin-Mining mit ASICs: Bitmain dominiert den Markt

Das Unternehmen, das sich früh als Spitze der Mining-Hardware-Industrie behauptete, ist die chinesische Firma Bitmain. Der Gigant meldete dieses Jahr in Hong Kong einen Börsengang (IPO) im Wert mehrerer Milliarden Dollar an und gab einen Prospekt heraus, der zeigte, dass die Firma 2017 Umsatz von 2,5 Milliarden USD erwirtschaftete, verglichen mit nur 277,6 Millionen USD im Jahr zuvor. Der Gewinn des Unternehmens ist ebenso erstaunlich. Er stieg von nur 137,8 Millionen USD im Jahr 2016 auf 897,4 Millionen USD$ im Jahr 2017 (brutto).

Dieses schnelle Wachstum setzte sich in der ersten Hälfte von 2018 fort, in der der Umsatz von 2,85 Milliarden USD und der Bruttogewinn von 907,8 Millionen USD jeweils die Jahreszahlen des vorangegangenen Jahres übertrafen. Bitmain verkaufte in den ersten sechs Monaten von 2018 mehr als 2,5 Millionen Rigs – mehr als es in den drei Jahren zuvor insgesamt verkauft hatte – und ist damit der größte Hersteller von Bitcoin-Mining-Hardware der Welt, gefolgt von einem weiteren chinesischen Unternehmen, Canaan. Canaan, welches ASICs unter dem Markennamen Avalon produziert, meldete dieses Jahr ebenfalls einen Börsengang in Hong Kong an.

Bitcoin-Mining: Mining-Pools und Cloud-Mining

Nicht alle können sich die anspruchsvolle Ausrüstung leisten, die für modernes Bitcoin-Mining benötigt wird, doch dies hat Möglichkeiten für neue Märkte und Modelle für Bitcoin-Miner eröffnet.

Da die Fähigkeit von Einzelpersonen, im Markt mitzuhalten, zunehmend schwindet, haben viele entschieden, sich zusammenzuschließen, um ein Mining-System aufzubauen, das mit den großen Konkurrenten mithalten kann. Diese Mining-Pools kombinieren die Rechenleistung vieler einzelner Rigs, um die Wahrscheinlichkeit für den Erhalt der Belohnungen zu erhöhen, auch wenn dies bedeutet, dass der Gewinn aufgeteilt werden muss. Diese Mining-Pools verlangen auch Beitrittsgebühren, was die Profitabilität weiter reduziert. Mining-Pools sind eine effektive Mining-Methode für jene, die ansonsten nur geringe Erfolgschancen hätten, doch sie haben ihren Preis.

Ein weiteres neues Modell ist Cloud-Mining. Einzelpersonen oder Unternehmen mieten Zeit auf den Rigs anderer Miner, anstatt selbst die kapitalintensive und energiehungrige Hardware zu kaufen, und streichen den Ertrag ein, den die Rigs während dieser Zeit erwirtschaften. Jene Unternehmen, die diese Rigs vermieten, berechnen die Mietkosten auf unterschiedliche Weise. Manche verlangen monatliche Gebühren, andere rechnen auf Basis der Hash-Rate (der Menge der verwendeten Rechenleistung) ab, während wieder andere zusätzliche Gebühren wie Wartungskosten addieren. Cloud-Mining kann komplex und teuer sein, eliminiert aber den Aufwand und die Kosten für die Anschaffung und den Betrieb eines eigenen Rigs.

Alternativen zum Bitcoin-Mining

Neben dem Mining gibt es auch andere Wege, sich an Bitcoin zu beteiligen. Der naheliegendste ist, Bitcoin durch eine der vielen Kryptowährungsbörsen zu kaufen, die Geld verdienen, indem sie als Mittelmänner agieren, um Transaktionen zu erleichtern. Diese Börsen bringen den Handel allerdings zurück unter zentrale Kontrolle und setzen Trader Hackern, Diebstählen und anderen Problemen aus, die von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ursprünglich ausgemerzt werden sollten.

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Interessanterweise gibt es aber mehr Wege, um an Kryptowährungen zu gelangen (abseits von Kaufen oder Mining), als Sie vielleicht denken. Eine der größten Kryptowährungsbörsen, Coinbase, kaufte etwa 2018 Earn.com, einen Dienst für „bezahlte E-Mails“, der es Nutzern erlaubt, Kryptowährungen zu „verdienen“, indem sie E-Mails beantworten und Aufgaben erfüllen. Unternehmen nutzen dies, um Personen dazu zu bringen, im Austausch gegen Kryptowährungen ihre Umfragen auszufüllen oder ihre Produkte zu bewerten.

Manche Initial Coin Offerings (ICOs) – die Bezeichnung für den Vorgang, wenn neue Kryptowährungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, genauso wie Unternehmen während eines Börsengangs neue Aktien anbieten, obwohl die Kunden in diesem Fall nur die Kryptowährung kaufen und nicht in das Unternehmen dahinter investieren – bieten Gratis-Coins für jene an, die ihren Freunden dieses Angebot empfehlen.

Einige Dienste bieten Kryptowährungen im Austausch für das Ansehen von Videos; ein neues Konzept versucht sogar, Nutzer für die Zeit zu belohnen, die sie auf einer neuen, mit Werbung unterstützten Social-Media-Plattform verbringen. Die Blockchain wird in ihrer stetigen Entwicklung weiterhin neue, innovative Anwendungen finden. Ethereum für die Verwendung „smarter“ Verträge ist nur ein Beispiel dafür, wie verschiedene Kryptowährungen unterschiedliche Probleme lösen können.

Sie können mit IG auf den Kurs von Bitcoin und acht anderen Kryptowährungen spekulieren, genauso wie auf traditionelle Währungen.

Wie sieht die Zukunft von Bitcoin-Mining aus?

„Derzeit ist es noch die Generierung der Belohnungen, die sicherstellt, dass Bitcoins öffentliches Hauptbuch, seine Blockchain, aktualisiert, gewartet und erhalten wird. Mit der Zeit, wenn sich die Erstellung neuer Bitcoins verlangsamt, wird sich das Belohnungssystem zu einem solchen wandeln, in dem Miner mit kleinen Transaktionsgebühren kompensiert werden, die auf jede Bezahlung erhoben werden.“ – „Cryptocurrency: The Future of Money?“ von Paul Vigna und Michael J. Casey.

Neue Bitcoins werden bis tief ins nächste Jahrhundert erstellt werden, aber ihr Anteil am Gesamtgewinn wird mit der Zeit schrumpfen, was den Fokus auf die Transaktionsgebühren verschiebt, die die Miner verdienen. Es ist eine hitzige Debatte darüber im Gange, was dies für die Zukunft des Bitcoin-Minings bedeutet – ein wichtiges Thema, wenn man bedenkt, dass die Blockchain, die die Grundlage des Bitcoins darstellt, ohne die Miner, die sie betreiben, wertlos ist.

Eine Theorie ist, dass die Verringerung der Anzahl neuer Bitcoins die Attraktivität verringern und dazu führen könnte, dass weniger Miner das System aufrechterhalten – potenziell zu wenige, um Bitcoin am Leben zu erhalten.

Eine andere ist, dass Transaktionsgebühren steigen müssen, um sicherzustellen, dass Miner genug bezahlt bekommen, um die Blockchain am Laufen zu halten – potenziell auf ein Niveau, das Bitcoin teurer als das heute benutzte traditionelle System machen würde.

Manche sind der Meinung, dass die Gründung großer Minling-Farmen und Rechenzentren, die nur für Bitcoin-Mining und die Erhaltung des Hauptbuchs entworfen wurden, das Netzwerk letztlich zentralisieren wird, da mehr Rechenleistung in den Händen weniger Beteiligter liegt. Andere wiederum denken, dass das geringere Angebot an Bitcoins (da weniger neue Bitcoins auf den Markt gebracht werden) zu höheren Preisen führen wird, welche das geringere Volumen ausgleichen können.

Eine letzte nennenswerte Theorie dreht die Zeit zu den Anfängen von Bitcoin zurück. Satoshis persönliche Wallet, die seit den Anfangstagen der Kryptowährung größtenteils unberührt geblieben ist, enthält etwa eine Million Bitcoin, von denen manche glauben, dass sie als Rücklage zurückgehalten werden, um eine große Menge an neuem Angebot in den Markt zu spülen, falls dies in der näheren oder fernen Zukunft notwendig wird. Satoshi könnte mehr Einfluss als jede andere Person auf dem Markt haben: Der Verkauf von einer Million Bitcoin auf einmal könnte einen Zusammenbruch des Marktes verursachen. Viele würden aber sagen, dass dieser Pionier der Dezentralisierung niemals wie eine Zentralbank agieren würde, die neues Geld in Umlauf bringt, um zu versuchen, dessen Wert zu steuern.

Die Zukunft des Bitcoin-Minings ist so unklar und spannend wie Bitcoin selbst. Miner können versuchen, ihre Chancen zu maximieren, indem sie die höchstmögliche Rechenleistung einsetzen, doch letztlich müssen sie sich alle auf ein Quäntchen Glück verlassen – und mit dem Anstieg der Kosten von Hardware und Betrieb, dem Sinken der gebotenen Belohnungen sowie dem härteren Wettbewerb um diese begrenzten Erträge könnten sie einiges davon benötigen.

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