Die Schweizer Wirtschaft lässt den Frankenschock hinter sich

Die Entscheidung der SNB am 15. Januar 2015, den Mindestkurs von 1.20 Euro je Franken aufzugeben, hatte an dem Tag nicht nur Händler rund um den Globus kalt erwischt sondern viel mehr die Schweizer Wirtschaft. 

Coffrini-AFP-GettyImages

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz im ersten Quartal 2015 aufgrund der dadurch entstandenen Sorgen um 0.4% schrumpfte, wuchs die wirtschaftliche Leistung der Schweiz von April bis Juni 2016 um 0.6% und auf Jahressicht sogar um 2.0%. Damit erreichen wir nun wieder das gleiche Niveau wie vor dem Frankenschock.

Positive Tendenz seit Anfang 2016

Bereits seit Anfang 2016 können wir eine stetige Verbesserung der wirtschaftlichen Stärke der Schweiz feststellen. Gemäss der Angaben des Staatsekretariats für Wirtschaft SECO kamen positive Impulse vor allem vom Aussenhandel sowie vom Staatskonsum. Jedoch gibt es auch Schattenseiten. Die leicht zurückgegangenen Bau- und Ausrüstungsinvestitionen sowie die stagnierenden Konsumausgaben der privaten Haushalte deuten darauf hin, dass die Menschen selbst das Vertrauen in die eigene Stärke noch nicht zurückgewonnen haben.

SNB weiterhin in zentraler Rolle

Nach wie vor spielt die SNB jedoch die entscheidende Rolle in der Gleichung. Obwohl aus dem europäischen Umland immer mehr Anzeichen kommen, dass die massiven Eingriffe der EZB nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen, schafft es die SNB erfolgreich den Wechselkurs des EURCHF in einer Trading Range von 1.08 bis 1.10 Franken je Euro zu halten. Jedoch ist Vorsicht geboten. Nach einer Vielzahl enttäuschender Zahlen aus Europa wir die EZB am 8 September vorlegen. Sollte Draghi jedoch nicht zur wohlbekannten Bazooka greifen, sollte der Effekt auf den Euro eher limitiert und temporär sein. Eine zeitliche Ausweitung des QE Programms ist im Markt bereits teilweise eingepreist. Am 15. September hat die SNB dann die Möglichkeit zu reagieren. Dabei scheint eine weitere Senkung der Zinsen als eher unwahrscheinlich. Bereits jetzt leiden Pensionsfonds und Versicherer stark unter dem Negativzins. Die SNB scheint derzeit verdeckte Interventionen am Devisenmarkt als das effektivere Instrument zu erachten, um den Wechselkurs auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Weitere Einblicke hierzu werden wir morgen erhalten, wenn wir den aktuellsten Stand der Fremdwährungsreserven genannt bekommen. Mit einem neuen Rekordhoch ist zu rechnen. 

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