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DAX vor der Entscheidung

17.02.2016 - 11:00 Uhr: Der Start in das Börsenjahr 2016 war gehörig misslungen. Allerdings ist die Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett bereits schon seit einigen Monaten gedrückt.

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Quelle: Bloomberg

Fundamentale Gründe wie Niedrigzinsphase und fehlende Anlagealternativen konnten dem deutschen Leitindex zuletzt nicht mehr helfen. Aus rein technischer Sicht ist der DAX mehr als angeschlagen. Vielmehr drohen sogar weitere Kursverluste.

Schlechter Jahresstart

In den zurückliegenden Wochen hat sich die charttechnische Verfassung der Deutschen liebster Aktienindex deutlich verschlechtert. Die rosigen Zeiten von Januar bis Mai 2015 sind längst vergessen. Die Bullen befinden sich seit geraumer Zeit auf dem Rückzug. Dies ist unschwer im Big Picture zu erkennen. Im Langfristchart auf Monatsbasis sieht man den Leidensweg der heimischen Anleger. Die erste schwere Niederlage musste im September mit dem Rutsch unter die psychologische Marke bei 10.000 Punkten hingenommen werden. Dank eines starken saisonalen Schlussquartals konnte diese Region wieder zurückgewonnen werden. Doch im Januar dieses Jahres folgte die Ernüchterung. Der DAX schloss erneut unter der besagten „runden“ Zahl, die auch gleichzeitig die Oberseite der ehemaligen Schiebezone darstellt. Gleichzeitig fiel den Bären die seit September 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie in die Hände.

Entscheidungsschlacht tobt

Damit hat sich Angebotsseite jedoch noch nicht begnügt. Die Talfahrt ging weiter. Mitte Februar dieses Monats wurde nun im Big Picture eine sehr wichtige Unterstützungszone erreicht. Diese besteht zum einen aus der unteren Begrenzung der genannten Trading Zone bei 9.000 Zählern sowie der seit März 2009 noch intakten mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei momentan 8.750 Punkten. Um diese Chartmarken tobt nun eine erbitterte Entscheidungsschlacht. Folglich sind zwei Szenarien möglich. Im für die Investoren ungünstigen Fall werden die genannten Preisregionen von den Bären überrannt. Dies hätte im Langfristchart ein Verkaufssignal zur Folge. Die in den Jahren 2000 und 2007 markierten Höchststände bei 8.130/8.152 Zählern wären dann das charttechnische Ziel. Zur Erinnerung. Diese Rekordhochs bildeten damals auf Monatsbasis die Oberseite eines aufsteigenden Dreiecks. Diese Formation wurde dann im Jahr 2013 nach oben verlassen und war der Startschuss für eine mehrjährige Hausse. Höhepunkt waren die Hochs im Jahr 2015 von über 12.000 Punkten.

Im zweiten Szenario, welches von den Marktteilnehmern begrüßt werden dürfte, gelingt die Verteidigung der beschriebenen Unterstützungen. Viele Investoren dürften dann bei deutschen Aktien aus der ersten Börsenliga beherzt zugreifen. Recht schnell könnte es dann in Richtung der 10.000-Punkte-Marke gehen. Darüber hinaus bestünde weiteres Erholungspotenzial bis zur ehemaligen und aus dem Jahr 2011 stammenden Aufwärtstrendlinie bei aktuell 10.420 Zählern. Oberhalb dieser linear steigenden Trendlinie würde sich die technische Verfassung des DAX weiter aufhellen.

General auf dem Rückzug

Dass es beim heimischen Börsenbarometer derzeit nicht zum Besten bestellt ist, verrät uns der gleitende gewichtete 200-Tage-Durchschnitt. Hierbei ist nicht die klassische Signalgenerierung von Interesse, sondern ob die Glättungslinie nachhaltig nach oben oder nach unten zeigt. Beim DAX bewegt sich der alt bekannte Trendfolgeindikator bereits seit Anfang Oktober 2015 gen Süden. Von den dreißig Indexmitgliedern weist lediglich die adidas-Aktie einen steigenden 200-Tage-Durchschnitt auf und notiert darüber. Mehr als 63% der DAX-Werte befinden sich im Baisse-Modus. Bei über 33% ist auf absehbarer Zeit zu befürchten, dass die Glättungslinie signifikant nach unten dreht, bei einem gleichzeitigen Kurs darunter. Betrachtet man diese Ergebnisse als Marktbreiteindikator, haben der DAX als General und die Soldaten wie BASF & Co. den Rückzug angetreten. Daran könnte sich vorerst nicht viel ändern.

Steigende Kurse bis April

Im vergangenen Jahr hatten viele Marktteilnehmer auf eine Jahresendrally gehofft und wurden bitterlich enttäuscht. Dagegen verzeichnete der deutsche Leitindex in den Monaten Oktober bis Dezember ein starkes Schlussquartal. Nach einem saisonal schwachen Januarverlauf konnte der DAX in den zurückliegenden drei Jahrzehnten zwischen Anfang Februar und Ende April spürbar zulegen. In den Jahren 2006 bis 2015 konnten sich die Anleger in diesem Zeitraum über einen durchschnittlichen Kursgewinn von 5,8% freuen. Allerdings muss bei saisonalen Mustern immer darauf hingewiesen werden, dass diese eintreten können, aber nicht müssen, was uns die erwartete Jahresendrally 2015 gezeigt hat.

Zwar spricht die in der Vergangenheit beobachtete starke saisonale Entwicklung zwischen Februar und April für eine Verteidigung der genannten Unterstützungen. Der nachhaltig fallende gewichtete 200-Tage-Durchschnitt signalisiert jedoch mögliche Kursverluste bis zu den Rekordständen aus den Jahren 2000 und 2007. Somit dürften die verbleibenden Wochen im Februar aus charttechnischer Sicht recht spannend werden.

DAX auf Monatsbasis

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Quelle: IG Handelsplattform

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