Quartalszahlen 2025 - Q4
Qualcomm (NASDAQ: QCOM) steht nach dem Bruch des Aufwärtstrends und unter dem 200-Tage-Durchschnitt unter Druck. Schwache Saisonalität bis Anfang April und eine erhöhte Earnings-Volatilität machen die heutige Reaktion zur Richtungsentscheidung – mit 142 USD als erster Schlüsselzone.
Schwache Saisonalität bis Anfang April
Historisch überwiegen in der zweiten Februarhälfte die negativen Renditen – Long-Trades zeigen eine unterdurchschnittliche Trefferquote.
Trendbruch und Verlust des 200-Tage-Durchschnitts
Der übergeordnete Aufwärtstrend wurde im Januar klar beendet, der technische Schaden ist bislang nicht repariert.
Earnings als Volatilitätskatalysator
Der Optionsmarkt preist eine überdurchschnittliche Bewegung ein – die Aktie steht an einer technisch sensiblen Entscheidungszone.
Die saisonale Auswertung über 25 Jahre zeigt für QUALCOMM Inc ein klares Muster: Von Mitte Februar bis Anfang April dominiert statistisch die Schwäche. In diesem Zeitraum liegt die Trefferquote für Long-Trades lediglich bei rund 48 Prozent. Gleichzeitig fällt die durchschnittliche Rendite negativ aus, mit einem Mittelwert von etwa minus 3,7 Prozent.
Besonders relevant ist dabei die Verteilung der Ergebnisse. Die durchschnittlichen Verluste übersteigen die durchschnittlichen Gewinne deutlich, zudem ist der maximale Verlust historisch wesentlich größer als der maximale Gewinn. Diese Asymmetrie spricht dafür, dass Erholungen in diesem Zeitfenster häufig begrenzt bleiben, während Abwärtsbewegungen schneller an Dynamik gewinnen. Vor den heutigen Quartalszahlen verstärkt diese Saisonalität den vorsichtigen Grundton.
Charttechnisch hatte Qualcomm seit August 2025 einen gut definierten Aufwärtstrend ausgebildet, der die Aktie zeitweise bis über die Marke von 200 US-Dollar getragen hat. Dieser Trend wurde jedoch im Januar abrupt beendet. Zunächst ging das Dezembertief im Bereich von 170 bis 171 US-Dollar verloren, anschließend wurde der steigende Trendkanal klar nach unten durchbrochen.
Parallel dazu fiel der RSI nachhaltig unter die für deinen Ansatz zentrale Schwelle von 48,5. Dieses Zusammenspiel aus Trendbruch und Momentumverlust signalisierte frühzeitig eine strukturelle Schwächephase. In der Folge wurde auch der 200-Tage-gleitende Durchschnitt bei aktuell rund 160,85 US-Dollar aufgegeben – ein technisch wichtiges Signal, das den Übergang in einen mittelfristigen Abwärtstrend bestätigt.
Aktuell notiert die Aktie im Bereich um 147,50 US-Dollar und damit deutlich unter allen relevanten mittelfristigen Referenzzonen. In Kombination mit der negativen Saisonalität bleibt der technische Druck klar auf der Unterseite.
Auf der Unterseite rückt zunächst der Bereich um 142 US-Dollar in den Fokus. Dieses Niveau markiert das Verlaufstief aus dem Mai des Vorjahres und stellt die nächste relevante Unterstützungszone dar. Sollte es dort nicht zu einer nachhaltigen Stabilisierung kommen, erhöht sich das Risiko einer beschleunigten Abwärtsbewegung deutlich. In diesem Szenario wären Anschlussziele im Bereich von 131 bis 132 US-Dollar realistisch. Darunter öffnet sich sogar Raum bis zum Verlaufstief vom April des Vorjahres bei rund 120 US-Dollar.
Auf der Oberseite gilt: Von einer echten Entlastung kann erst gesprochen werden, wenn der 200-Tage-Durchschnitt wieder nachhaltig zurückerobert wird. Eine bloße technische Gegenbewegung bis in diesen Bereich hinein würde zunächst nur als Pullback zu werten sein. Erst oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts verbessert sich das technische Bild spürbar. In einem zweiten Schritt müsste anschließend der Wiedereintritt in den ehemaligen Trendkanal sowie die Rückeroberung des Dezembertiefs im Bereich um 170 US-Dollar erfolgen, um den übergeordneten Aufwärtstrend wieder zu aktivieren.
Der Optionsmarkt preist für die heutigen Quartalszahlen eine erwartete Bewegung von rund plus/minus 6,2 Prozent ein. Das entspricht einer theoretischen Spanne von etwa 9 US-Dollar in beide Richtungen. Diese implizite Volatilität liegt über dem normalen Tagesniveau und unterstreicht, dass der Markt mit einer dynamischen Reaktion auf die Zahlen rechnet.
Gerade vor dem Hintergrund der angeschlagenen Chartstruktur ist das Risiko erhöht, dass ein negativer Impuls zu einer Trendbeschleunigung nach unten führt. Umgekehrt wäre für eine nachhaltige positive Reaktion mehr erforderlich als nur ein kurzfristiger Earnings-Spike.
Trotz der zuletzt schwachen Kursentwicklung bleibt der Analystenkonsens für Qualcomm konstruktiv. Von insgesamt 17 Ratings entfallen 10 auf „Buy“, 6 auf „Hold“ und 1 auf „Sell“. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 191,88 USD und damit rund 30 Prozent über dem letzten Kursniveau um 147,18 USD. Die Spanne der Schätzungen reicht von 160 USD auf der Unterseite bis 225 USD auf der Oberseite – ein Hinweis darauf, dass der Markt nach den Zahlen durchaus Spielraum für eine Neubewertung hat, die kurzfristig jedoch stark von der Guidance und der Reaktion an den Schlüsselzonen im Chart abhängen wird.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.