Die besten Strategien beim Ölhandel

Öl ist der meistgehandelte Rohstoff der Welt, was eine gute Handelsstrategie erforderlich macht. Wir schauen uns die besten Strategien beim Ölhandel an und besprechen die grundlegenden treibenden Kräfte des Ölpreises.

Ölhandel kann, wie bei den meisten Rohstoffen, als eine einfache Abwägung von Angebot und Nachfrage betrachtet werden, um vorherzusagen, wohin sich die Preise in Zukunft entwickeln werden. Sinkende Produktion und steigende Nachfrage lässt die Preise steigen, während steigende Produktion, gepaart mit einem geringeren Wirtschaftswachstum, die Preise sinken zu lassen scheinen. Um aber einen Gesamteindruck zu erhalten und zu verstehen, was zu anderen Zeiten passiert (zum Beispiel wenn Output und Nachfrage sich in die gleiche Richtung entwickeln), sind viele Nachforschungen und einiges an Lesen zwischen den Zeilen erforderlich.

Brent contra WTI Rohöl

Es gibt mehr als eine Ölsorte, die aus der Erde gefördert wird, weswegen es erforderlich ist, verschiedene Bezugswerte für die Ölbewertung anzuwenden. Die wesentlichen Merkmale, die eine Ölsorte von einer anderen unterscheiden, sind unter anderem ihre API-Schwerkraft (ihre Dichte im Vergleich zu Wasser) sowie ihr Süßigkeits- und Säuregrad (Schwefelgehalt oder Verunreinigungen - für süßes Rohöl liegt der Wert unter 0,5 %).

Brent und West Texas Intermediate (WTI) sind zwei der am meistgehandelten Referenzöle der Welt. Brent ist das Öl, welches im britischen Sektor der Nordsee gefördert wird (es wurde nach dem Brent-Ölfeld benannt, und 1971 entdeckt), während WTI, wie es der Name andeutet, sich auf das Öl bezieht, welches in West Texas und in anderen Staaten wie Louisiana und North Dakota gefördert wird. Verglichen mit WTI ist Brent ein schwereres Öl und obwohl es noch als eine süße Ölsorte kategorisiert wird, hat es einen höheren Schwefelgehalt als WTI. Beide sind dennoch ideal dafür geeignet, zu Benzin oder anderen Produkten raffiniert zu werden.

Zusammen gelten sie als globale Bezugsmarken bei der Preisgestaltung verschiedener Ölsorten aus der ganzen Welt. Brent dient dabei als Benchmark für die meisten Ölsorten, die in Europa, Afrika und Teilen des Nahen Osten gefördert werden, während WTI die Produktion in Nordamerika, insbesondere US-amerikanische Schiefer, repräsentiert.

Heutzutage ist Brent am weitesten verbreitet. Es gilt als Referenzöl für bis zu zwei Drittel des gehandelten Rohöls weltweit und fordert etwas höhere Preis als WTI. WTI verlangt jedoch nur deswegen einen geringeren Preis, weil die Kosten, Rohöl aus US-amerikanischen Schiefern zu fördern, im Vergleich zur Tiefseeförderung im britischen Sektor der Nordsee über das letzte Jahrzehnt deutlich gefallen sind.

Was beeinflusst die Ölpreise?

Auf der einfachsten Ebene werden Ölpreise durch eine Kombination aus Angebot, Nachfrage und Spekulation – die alle eine Rolle in jeder umfassenden Handelsstrategie spielen müssen – beeinflusst. Diese fünf grundlegenden Elemente sollten beachtet werden:

  • Produktion/Neues Angebot: die Menge an neuem Öl
  • Nachfrage/Wirtschaftswachstum: die Nachfrage nach Öl und das Wirtschaftswachstum
  • Vorräte: die Menge an Öl, die gelagert wird
  • Kapazität: Veränderungen in der Kapazität der Pipelines, Raffinerien und jeglicher wichtigen Infrastruktur zur Ölförderung
  • Spekulation: wie der Futures-Markt den Ölpreis aufgrund der Zukunftsprojektionen und alle der genannten Elemente bewertet

Strategien beim Ölhandel am Futures-Markt

Öl-Futures sind Kontrakte, mit welchen eine bestimmte Menge an Öl in der Zukunft zu einem heute schon festgelegten Preis gekauft wird. Die Hoffnung des Käufers ist, dass der Preis, den er zahlt, unter dem Kassakurs liegen wird, während der Verkäufer hofft, dass der Preis, zu dem er verkaufen wird, höher als der Kassakurs ist. In jedem Fall haben sich beide selbst vor Preisänderungen zu ihrem Nachteil geschützt.

Dies bedeutet, dass der Futures-Markt einen Überblick darüber bietet, welche Entwicklung des Ölpreises die Teilnehmer des Futures-Marktes – im Wesentlichen Ölproduzenten, Hedgefonds und Rohstoff-Trader – erwarten, da sie im Wesentlichen auf die künftigen Ölpreise spekulieren.

Die Aktienkurse der Ölkonzerne reagieren auf Veränderungen des Ölpreises, da dies den Wert des Basiswertes (des Öls), auf dem das Unternehmen fußt, beeinflusst. Viele Energie- und Bergbauunternehmen nutzen allerdings den Futures-Markt, um sich gegen einen potenziellen Preisrückgang abzusichern, indem sie Preise für die zukünftige Produktion festsetzen, was ihnen in der Theorie auch dabei helfen sollte, vor den Umschwüngen des Ölpreises geschützt zu bleiben. Die Aktien, die nicht am Futures-Markt teilnehmen, sind demnach den Schwankungen des Kassakurses von Öl stärker ausgesetzt.

Ölhandel mit der Fundamentalanalyse

All diese treibenden Kräfte können von einer endlosen Liste von Faktoren beeinflusst werden. Die Produktion kann davon, dass gegen einige Länder internationale Sanktionen verhängt wurden, beeinträchtigt werden, oder steigen, wenn eine große Gruppe von Nationen sich dazu entschließt, den Output zu erhöhen. Ein geringeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder sinkende Verkäufe von Autos mit Verbrennungsmotor können die Nachfrage verringern. Die Vorräte schwinden, wenn die Produktion abnimmt, und steigen, wenn die Unternehmen ihre Barrel horten wollen, in der Hoffnung, sie später zu verkaufen, wenn die Preise höher sind. Die Kapazität verändert sich, wenn neue Pipelines gebaut werden, oder wird geringer, wenn es zu Angriffen von Milizen oder Leckagen kommt. Die Stimmungslage gegenüber den zukünftigen Ölpreisen kann auch sehr leicht von optimistisch zu pessimistisch oder umgekehrt umschwenken, weil die Trader dem konstanten Zufluss der Informationen und Nachrichten in Bezug auf den Markt ausgesetzt sind, auf die sie reagieren.

Obwohl Informationen und Berichte auf dem internationalen Ölmarkt ein wichtiges Hilfsmittel sind, um die aktuelle Situation im globalen Kontext zu verstehen, werden die wichtigsten Informationen auf der regionalen Ebene veröffentlicht. Anleger sollten auf jeder Ebene informiert bleiben, um ein realistisches Bild davon zu erhalten, wohin sich der Ölmarkt – und der Ölpreis – entwickelt. Da Saudi Arabien, Russland, die USA, Kanada und China die größten Ölproduzenten der Welt sind, ist es wichtig zu verstehen, wie die Beziehungen zwischen diesen Ländern und die Bedingungen in anderen ölfördernden Regionen wie etwa Afrika sind.

Eine Analyse des Ölmarktes geht auch über das Verfolgen von Angebot und Nachfrage hinaus. Für Vorhersagen einer langfristigen Entwicklung von Ölpreisen müssen Investoren anderen Daten auf den Grund gehen, wie beispielsweise den Summen, die in neue Rohstoffe investiert werden, um so das Angebot auf lange Sicht zu verstehen. Auch massive Verschiebungen, wie etwa die hin zu saubereren Energien, sollten in Betracht gezogen werden, da sie die Nachfrage nicht nur in den kommenden Jahren, sondern Jahrzehnten beeinflussen werden.

Mit all dem, was es zu beachten gilt, erklären wir, welche Daten Öl-Trader verfolgen sollten und was die wichtigsten zu bedenkenden Punkte sind, wenn Sie eine Ölhandelsstrategie erstellen.

Die Rolle des US-amerikanischen Schiefers im Ölhandel

Die wohl größte Chance, die sich im globalen Ölmarkt in den letzten Jahrzehnten ergeben hat, ist die Verschiebung dahin, dass ein Großteil des Angebots aus den USA kommt. Fracking von Schieferöl hat seit 2010 eine riesige Entwicklung durchgemacht: Zum ersten Mal seit den 1970er Jahren werden wieder mehr als zehn Millionen Barrel pro Tag produziert, während zum Tiefpunkt in Zeiten der Finanzkrise ungefähr vier Millionen Barrel pro Tag gefördert wurden. Dies machte die USA zu einer der führenden Fördernationen der Welt und stellt sie in Konkurrenz zu Saudi Arabien, das seine Dominanz am Ölmarkt lange Zeit im politischen Ringen mit den westlichen Regierungen nutzte. Die neusten Daten zeigen, dass die Lücke an der Spitze sehr eng ist und sowohl Saudi Arabien, Russland und die USA ihre Produktion dieses Jahr auf rund 10,5 Millionen Barrel pro Tag erhöht haben. Die USA, die zuvor nie mehr als 14 000 Barrel Öl pro Monat exportiert hatten, exportieren aktuell eine Rekordmenge an Rohöl – laut der Energy Information Administration (EIA) mehr als 66 000 Barrel im Juli 2018, während vor fünf Jahren die Exportmenge noch unter 3000 Barrel lag.

Wenn es also auf die Entwicklung einer Ölhandelsstrategie ankommt, sind die folgenden US-amerikanischen Daten zu beachten:

  • Veränderung der Rohölvorräte – EIA: Die EIA misst wöchentlich die Veränderung der Anzahl der Barrel, die von US-amerikanischen Unternehmen gelagert werden. Die EIA verlangt von den US-amerikanischen Unternehmen genaue Berichte über ihre Lagerbestände. Diese Berichte werden oft mit Erwartungen verglichen: Wenn der Anstieg an Lagerbeständen größer oder der der Rückgang kleiner als erwartet sind, dann ist dies oft ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage geringer im Vergleich zu den Prognosen ist. Wenn der Lagerbestand weniger als erwartet steigt oder geringer als vorhergesagt zurückgeht, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage geringer als erwartet ist.
  • Wöchentlicher Rohölvorrat – API: Das American Petroleum Institute (API) meldet wöchentlich die Lagerbestände von US-amerikanischem Rohöl, Benzin und Destillaten, was zeigt, wie viel Öl und wie viele raffinierte Produkte sich in den USA auf Lager befinden. Obwohl das API sich eng mit der Branche verwoben sieht, bekommt es die Zahlen freiwillig von den Unternehmen, weshalb die Daten als weniger genau als die der EIA betrachtet werden. Trader nutzen jedoch beide, um einen genaueren Einblick in den Markt zu bekommen und um Unstimmigkeiten zwischen den beiden erkennen zu können.
  • Anzahl der US-amerikanischen Ölplattformen – Baker Hughes: dieser Bericht verfolgt wöchentlich die Anzahl von Ölplattformen, die von den USA betrieben werden, und ist ein wichtiger Barometer für die Bohrindustrie und ihre Lieferanten. Dies bietet einen Einblick in die Nachfrage nach Equipment, das benötigt wird, um nach Öl zu bohren, und zeigt die aktuellen Aktivitäten. Wenn die Anzahl der Ölplattformen sinkt, dann würde dies implizieren, dass die Förderung in Zukunft sinkt, während eine steigende Anzahl an Ölplattformen eine Zunahme der Förderung andeuten würde. Baker Hughes zählt ebenfalls die Ölplattformen in Kanada und schätzt das Niveau der Aktivität weltweit ein. Andere Firmen, so wie Platts, bieten ähnliche Berichte an.

Die Bedeutung der OPEC für den Ölhandel

Die Organisation erdölexportierender Länder (Organization of Petroleum Exporting Countries, OPEC) wurde 1960 gegründet und ist ein Konsortium einiger der weltgrößten Öl-Exporteure. Die heutige OPEC besteht aus 15 Mitgliedsstaaten, die zusammen mehr als 40 % der weltweiten Förderung ausmachen, auch wenn sie über das letzte Jahrzehnt einen Anteil an US-Förderer abgetreten hat. Die Organisation hält jedoch noch immer ungefähr 60 % der weltweiten Ressourcen.

Saudi Arabien ist bereits seit langer Zeit der Spitzenreiter, da es zwischen einem Viertel und einem Drittel des gesamten Outputs der Organisation fördert. Die anderen Mitglieder sind: der Irak, der Iran, Kuwait, Venezuela, Katar, Libyen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien, Nigeria, Ecuador, Gabun, Angola, Äquatorialguinea und die Demokratische Republik Kongo. Einige Länder, wie etwa Indonesien, sind ausgetreten, während andere Mitglieder, wie Ecuador und Gabun, wieder eingetreten sind, nachdem sie die Organisation verlassen hatten.

Einige der wichtigsten Berichte, die von der OPEC veröffentlicht werden, sind:

Monatlicher Bericht der OPEC: Dieser Bericht deckt wichtige Themen ab, die den Weltölmarkt betreffen, und bietet einen Ausblick auf die Entwicklungen am Rohölmarkt im kommendem Jahr.

Jährlicher Bericht der OPEC: Dieser Bericht enthält die Leistung jedes OPEC-Mitglieds sowie die Leistung des Ölmarktes der Staaten, die nicht in der OPEC sind, um einen umfassenden Überblick über den aktuellen internationalen Stand des Ölmarktes zu bieten. Es kann ebenfalls einen Ausblick und eine Beratung zu den zukünftigen Output-Levels der OPEC-Nationen enthalten.

Weltweiter Öl-Ausblick der OPEC: Dieser langfristige Ausblick berücksichtigt alle Variablen, die das globale Angebot und die globale Nachfrage in den nächsten zwei Jahrzehnten formen werden. Das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, der Wandel zu alternativen Energien, Investitionen in Forschung und Veränderungen in der Raffinationsindustrie sind nur einige der Themen, der berücksichtigt werden.

Die OPEC hält auch halbjährliche Treffen ab, bei denen Entscheidungen über die Produktionsquoten getroffen werden, die das weltweite Angebot an Öl und dessen Preis beeinflussen. Dabei kam es schon öfter vor, dass die OPEC mit anderen großen Produzenten außerhalb der OPEC, insbesondere Russland, zusammenarbeitete, um einen weiteren Konsens bezüglich der Förderung schaffen zu können.

Die Beziehung zwischen den Ölpreisen und dem US-Dollar

Öl und andere Rohstoffe werden größtenteils in US-Dollar (der Leitwährung der Welt) gehandelt, was bedeutet, dass Bewegungen im Devisenmarkt ihre eigene Rolle in der Steuerung des Ölpreises spielen. Die allgemeine (und bei Weitem nicht perfekte) Regel besagt, dass die beiden eine inverse Beziehung haben: Der Ölpreis fällt, wenn der Dollar gegenüber anderen Währungen steigt und umgekehrt. Länder mit anderen Währungen haben eine erhöhte Kaufkraft, wenn der Dollar schwächer wird, und eine verringerte, wenn der Dollar steigt. Dies hat Einfluss auf die Nachfrage nach Öl und anderen Rohstoffen, da die Käufer immer versuchen, zum bestmöglichen Preis zu kaufen.

Die Performance des Dollars ist jedoch nur einer von vielen Treibern des Ölpreises, deshalb können andere Faktoren als der Forex-Markt entscheidend sein.

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Wie die Geopolitik die Ölpreise beeinflussen kann

Da es eine sehr wichtige Rolle in der Welt spielt, haben die Länder, die reich an Öl sind, diesen Rohstoff oft als Instrument der Außenpolitik genutzt, und viele Länder importieren Öl sowie andere Energiequellen von Ländern, mit denen sie sonst möglicherweise nur sehr wenige Beziehungen pflegen. Zudem befindet sich ein Großteil der weltweiten Ölvorräte, ähnlich wie viele Metalle, in instabilen Regionen, in denen Lieferungen unzuverlässig sind. Dazu zählt etwa Nigeria, wo Unternehmen wie Shell durch Angriffe von Milizen auf Pipelines und andere wichtige Infrastruktur geplagt wurden.

Eisige Spannungen und internationale Sanktionen beispielsweise haben Europa nicht daran gehindert, große Mengen an Öl, Gas und weiteren Energieprodukten aus Russland zu importieren – die Niederlande waren 2016 der zweitgrößte Importeur von russischem Rohöl, wo sie für 15 % des Gesamtexportes verantwortlich waren (hinter China mit 20 %), gefolgt von Deutschland mit 10 % und Polen mit 7,1 %. Sowohl Italien, Spanien, Frankreich, Schweden und das Vereinigte Königreich importieren Öl aus Russland. Zusätzlich dazu gehen 15 % der Rohöl-Exporte aus Saudi Arabien (etwa zwei Drittel der Gesamtexporte des Landes) in die USA, obwohl die beiden Länder immer wieder aufeinandertreffen, was die Themen wie Menschenrechte und die Situation im Nahen Osten angeht. Selbst in der heutigen Zeit eines umfassenden Handelskrieges zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping exportieren die USA mehr als 20 000 Barrel pro Monat nach China. Ende 2016, bevor Trump in das Weiße Haus einzog, exportierten die USA nur 6600 Barrel monatlich in diese Richtung. Trump hat zudem oft versucht, Saudi Arabien vorzuschreiben, wie viel Öl sie fördern sollen, damit die US-amerikanischen Schiefer-Förderer – diejenigen, die sich in den Marktanteil des Hauses Saud gedrängt haben – profitabel sein können. Zwischen den USA und Saudi Arabien gibt es eine Menge Geplänkel: Beide wollen die Ölpreise so hoch wie möglich halten, um Gewinne zu maximieren, aber niedrig genug, damit es für den jeweils anderen ein unprofitables Geschäft ist.

Das Wesentliche an diesen Beispielen ist, die Bedeutung von Öl und dessen Empfindlichkeit gegenüber weltweiten politischen Beziehungen hervorzuheben: Die USA, Russland und Saudi-Arabien machen über ein Drittel der weltweiten Ölförderung und fast 30 % der Gesamtexporte aus. Andere große Förderer sind nicht frei von politischen Konflikten, seien es inländische oder mit dem Ausland, da auch Länder wie der Iran und der Irak zu den größten Förderern und Exporteuren außerhalb der größten drei gehören. Die Sanktionen, mit denen der Iran und Venezuela von den USA belegt wurden, und Trumps darauffolgende Druck auf andere Nationen, deren Öl nicht zu kaufen, ist ein weiteres Beispiel, wie Geopolitik die Ölpreise formen kann.

Ölhandel: Andere Daten und Berichte zum Verfolgen

Die Liste der verfügbaren Ressourcen für die Entwicklung einer Ölhandelsstrategie ist endlos. Weitere nennenswerte Quellen sind:

Internationale Energieagentur (IEA): Die IEA veröffentlicht mehrere Berichte, die Öltradern helfen, unter anderem einen Marktbericht, der zukünftiges Angebot, zukünftige Nachfrage und zukünftige Preise vorhersagt. Die IEA veröffentlicht auch einen jährlichen Bericht, der eine detailliertere und historische Perspektive der Trends im globalen Ölmarkt bietet.

Prognoseberichte der großen Ölkonzerne: Einige der größten Ölkonzerne veröffentlichen detaillierte Berichte, die vorhersagen, was in der Zukunft mit dem Markt geschieht. Der Energy Outlook von BP ist ein sehr hoch angesehener und oft genutzter Bericht. Auch der Outlook for Energy von ExxonMobil und weitere nützliche Instrumente, wie Royal Dutch Shells Global Energy Resource Database, sind gute Quellen.

Energiedaten der Europäischen Kommission: Die Europäische Kommission bietet eine Vielzahl von Daten und Analysen zum Energiemarkt der EU an, inklusive eines wöchentlich erscheinenden Öl-Bulletins, Rohölimporte und Lieferkosten sowie Marktanalysen der Energiepreise.

Ölhandel mit technischen Analysen

Die technischen Indikatoren zur Analyse der Ölpreise sind dieselben, die auch an anderen Märkten wie dem Forex- und Aktienmärkten verwendet werden. Einige der meistverbreiteten Indikatoren werden nachfolgend beschrieben:

Gleitende Durchschnitte: Der gleitende Durchschnitt hat eine Glättung der historischen Preisdaten, indem der Durchschnittspreis über eine bestimmte Zeitperiode berechnet wird, zum Ziel. Der 20-Tage-Durchschnitt beispielsweise zeigt den durchschnittlichen Wert in einer Periodenlänge von 20 Tagen und wird jeden Tag neu berechnet. Am 21. Tag wird der erste Tag aus der Rechnung entfernt. Dies erlaubt es Tradern zu sehen, was der aktuelle Kurs im Vergleich zu dem Durchschnitt ist, welcher jede plötzliche oder unerklärte Bewegung herausfiltert, die die historischen Preisdaten verzerren könnte.

Der MACD-Indikator (Zusammen- / Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnitts): Dieser Indikator nutzt den gleitenden Durchschnitt über einen kurzen Zeitraum und den Durchschnitt über einen längeren Zeitraum. Trader schauen darauf, wann der kurzzeitige gleitende Durchschnitt sich mit dem langfristigem Durchschnitt überschneidet. Wenn der kurzzeitige Durchschnitt den langfristigen Durchschnitt übertrifft, dann bedeutet das im Allgemeinen, dass die Preise steigen.

Der Relative-Stärke-Index (RSI): Dieser Index ist ein Momentumkonzept, mit dem der durchschnittliche Zuwachs in einer bestimmten Anstiegsphase der Preise, z.B. über 14 Tage mit den durchschnittlichen Verlusten im selben Zeitraum verglichen wird. Dies bietet eine Vorstellung, ob Gold in der nahen Zukunft überbewertet oder unterbewertet sein wird.
Die Stochastik: Der stochastische Oszillator hilft ebenfalls dabei, das Momentum hinter einem Preis zu messen. Die Theorie, die hinter der Stochastik steckt, ist, dass Preise, die den Tag über in einem Aufwärtstrend gehandelt wurden, sich normalerweise am oberen Ende des Preisbereichs des Tages festsetzen, und dass die, die einen Abwärtstrend erleben, den Tag mit einem Wert am unteren Ende des Bereichs abschließen werden. Wenn mit einem Bereich von null bis 100 gearbeitet wird, dann signalisiert ein Wert unter 20 einen überverkauften Markt, während ein Wert über 80 andeutet, dass der Markt überkauft ist. Dies wird oft in Verbindung mit dem RSI-Index genutzt.

Der ATR-Indikator (wahre durchschnittliche Schwankungsbreite): ATR misst die Volatilität eines Trends, aber identifiziert Trends nicht selbst. Die ATR ist ein gleitender Durchschnitt, der die Höchst- und Tiefststände von Gold über einen bestimmten Zeitraum vergleicht, wobei der aktuellste Schlusskurs die wahre Schwankungsbreite für die fünf letzten Handelstage erstellt, von der dann der Durchschnitt genommen wird, um den ATR zu berechnen.

Bollinger-Bänder: Dies ist ein hilfreiches Analyse-Tool welches erkennen lässt, wann die Stimmung und die Kurse sich innerhalb eines Marktes mit enger Spanne in eine andere Richtung entwickeln. Bollinger-Bänder identifizieren drei wichtige Levels, die den aktuellen Kurs in Perspektive setzen: die Trendlinie (wo der Kurs sich hin entwickelt), die obere Linie (wo der Kurs auf den Widerstand trifft) und die untere Linie (wo die Unterstützung einsetzt). Diese drei Levels erschaffen einen Bereich, in dem gehandelt werden kann, und signalisieren, wo sich die Wendepunkte befinden.

Pivot Punkte: Instrumente wie der Fibonacci Retracement und die Elliot Wellen helfen dabei, Pivot Punkte – an denen der Kurs wahrscheinlich einen Wechsel der Stimmung im Markt entfachen wird – sowie die Unterstützungs- und Widerstandslevels zu identifizieren.

Ölhandel: Long Straddle

Einige verbreitete Strategien drehen sich darum, auf die Volatilität der Ölpreise zu handeln. Wenn die aktuelle Volatilität – die zum Beispiel durch den Cboe Crude Oil ETF Volatility Index, anhand von WTI gemessen wird – höher als die historische Volatilität ist, dann wird dies als Zeichen gedeutet, dass die Volatilität weiter steigen wird. Wenn die Volatilität niedriger als der Kurs ist, dann sollte die Stabilität steigen.

Eine Strategie, die von gestiegener Volatilität profitieren lässt, wird Long Straddle genannt, bei der sowohl eine Call- als auch eine Put-Option zum gleichen Ausübungspreis gekauft werden, damit Trader davon profitieren können, und zwar unabhängig von der Kursentwicklung. Wenn ein Long Straddle angewandt wird, ist es wichtig zu beachten, dass er sich aufgrund der Volatilität bewegt. Ein Short Straddle hingegen ist nur dann rentabel, wenn der Kurs keine starke Volatilität erfährt und den Verkauf der Matching Call- und Put-Optionen beinhaltet. Das ist, wie bereits beschrieben, eher eine Spekulation auf die zukünftige Volatilität als auf die Richtung, in die sich die Ölpreise in der Zukunft entwickeln werden.

Ölhandel: Bear Call Spread- und Bull Call Spread-Strategien

Die Strategie für den Bear Call Spread sieht es vor, einen Call oder Put aus dem Geld zu verkaufen und einen anderen Call oder Put aus dem Geld zu kaufen, während bei der Strategie für einen Bull Call Spread ein Call oder Put aus dem Geld gekauft und ein anderer verkauft wird. Der Unterschied zwischen den Ausübungspreisen der beiden Call- oder Put-Optionen macht den Gewinn für die Trader aus.

Aus dem Geld bezieht sich auf den Preis des zugrunde liegenden Basiswerts in Relation zu dem Preis, zu dem er gekauft oder verkauft werden kann, auch bekannt als Ausübungspreis. Eine Option kann nicht nur aus dem Geld, sondern auch im Geld oder am Geld sein. Zusammengefasst beschreiben diese Begriffe das Verhältnis zwischen Ausübungspreis und Basiskurs.


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