Dax stürmt 11.000 Punkte-Marke – Fed-Protokoll treibt an

19.11.2015 - 11:03 Uhr: Dank starker Vorgaben aus den USA und Asien setzt der deutsche Leitindex zum Sprung an und erobert zur Stunde die Marke von 11.100 Punkten.

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Quelle: Bloomberg

Damit hat der Dax mit einem Schlag nicht nur die psychologisch wichtige Preisschwelle von 11.000 Zählern, sondern auch die darüber befindliche, charttechnisch hochsignifikante Widerstandsregion, bestehend aus 200-Tageslinie und oberer Begrenzung des übergeordneten Abwärtstrends, durchbrochen.

Sollte der Dax tatsächlich die seit Ende Oktober dominierende Konsolidierungs-Range nachhaltig hinter sich lassen, könnte damit der Startschuss für eine mögliche Jahresendrally gefallen sein. Allerdings gilt es noch abzuwarten, wie nachhaltig der Ausbruch ausfällt. Ein guter Teil des derzeit zu beobachtenden Momentums wird auch auf einen ‚Short Squeeze‘ zurückzuführen sein. Oberhalb erwähnter Preisregionen dürfte eine Vielzahl bearisch orientierter Investoren Stops platziert haben. Damit kommt es momentan gleich reihenweise zur Eindeckung respektive Auflösung betreffender Short-Positionen.

Verantwortlich für den fulminanten Aufwärtsschub ist das am gestrigen Abend veröffentlichte Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Demnach spricht einiges dafür, dass die Fed bereits nächsten Monat die Zinswende einleitet. Die Leitzinserhöhung dürfte aber eher symbolischer Natur sein, sprich extrem überschaubar ausfallen. Vor allem geht es darum, dass die Federal Reserve ihre Glaubwürdigkeit nicht verliert.

Darüber hinaus geht aus dem Protokoll hervor, dass die darauf folgenden Zinserhöhungszyklen ebenfalls sehr moderat ausfallen werden. Die Märkte interpretieren das ganze wie folgt: Die amerikanische Notenbank sieht die US-Konjunktur auf einem guten Weg, dürfte aber den Leitzins auch weiterhin auf einem niedrigen Niveau halten.

Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die Europäische Zentralbank ihre expansive Gelpolitik demnächst noch auszuweiten gedenkt. Flankiert wird das ganze von einem sehr schwachen Euro. Für den heimischen Aktienmarkt sind diese Rahmenbedingungen definitiv nicht die schlechteste aller Welten. Anleger scheinen dies ähnlich zu sehen, wechseln in den ‚Risk On – Modus‘ und greifen bei deutschen Unternehmenstiteln beherzt zu.

Zur Stunde forciert sich die Aufwärtsdynamik nochmals und katapultiert den Dax um 1,7 Prozent auf 11.150 Punkte. Der Euro kann derzeit 0,2 Prozent auf 1,0685 US-Dollar zulegen. Gold zeigt bei 1.074 US-Dollar ein Plus von 0,4 Prozent je Feinunze.   

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