DAX im Herbstmodus

14.10.2015 - 10:00 Uhr: Vor kurzem hat an den Finanzmärkten das Schlussquartal begonnen. Die ersten neun Monate des Börsenjahres 2015 hatten es in sich. Krisen und Belastungsfaktoren gab es zu genüge.

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Quelle: Bloomberg

Im April sah es noch nach einem vorzeitigen und klaren Sieg der Bullen aus. Doch infolge weltweiter Konjunktursorgen waren plötzlich die Bären auf dem Vormarsch. Der deutsche Leitindex hatte das Nachsehen. Aus diesem Grund rücken wir dem DAX mit „Bleistift und Lineal“ zu Leibe und erstellen einen charttechnischen Schadensbericht.

Big Picture im Fokus

Wir schauen uns diesbezüglich den Wochenchart an. Im besagten April war die Welt aus Anlegersicht noch in Ordnung. Zu diesem Zeitpunkt markierte der deutsche Leitindex mit rund 12.400 Zählern einen neuen Rekordstand. Die nächste psychologische Marke bei 13.000 Punkten war in greifbarer Nähe. Doch dann wendete sich das Blatt zu Ungunsten der Nachfrageseite. Im weiteren Verlauf etablierte sich ein Abwärtstrendkanal. Die untere Trendkanallinie, die noch eine wichtige Rolle spielen dürfte, wurde Mitte August signifikant unterschritten. Auch die in den Medien oft genannte „runde“ Zahl bei 10.000 Zählern musste den Bären überlassen werden.

Interessante Chartkonstellation

Der Kursfahrstuhl beschleunigte seine Geschwindigkeit nach unten. Trauriger Tiefpunkt waren dann im August und September die Zwischentiefs bei 9.302/9.320 Punkten. In dieser Preisregion konnte der Angebotsseite Einhalt geboten werden. Es besteht somit die Möglichkeit einer Bodenbildung. Als klassische Nackenlinie fungiert die bereits erwähnte psychologische Marke bei 10.000 Zählern, die Ende der vergangenen Woche zurückerobert werden konnte. Allerdings ist der DAX damit noch nicht aus dem Schneider. Im Wochenchart versperrt zurzeit die untere Trendkanallinie bei momentan 10.170 Zählern den Weg. Dieser Stein sollte aus dem Weg geräumt werden. Weiteres Erholungspotenzial bestünde dann bis in den Bereich bei 11.000 Punkten. Hier liegt eine weitere „runde“ Zahl. Darüber hinaus könnte der DAX in den Bereich bei 11.260/11.290 Zählern vorstoßen. Auf dieser Zeitebene sind dort die ehemalige Aufwärtstrendlinie sowie die obere Trendlinie des seit April dieses Jahres intakten Abwärtstrendkanals auszumachen. 

Aufwärtstrend muss es richten

Aber nicht nur die mögliche Bodenbildung ist derzeit von Interesse. Auch der aus dem Jahr 2011 stammende mittelfristige Aufwärtstrend steht momentan im Blickpunkt des technisch orientierten Anlegers. Diese Trendgerade verläuft im Augenblick bei 9.870 Punkten und kommt auf allen Zeitebenen vor. Erst kürzlich wurde diese Unterstützung nachhaltig unterschritten und läutete eine Trendumkehr ein. Allerdings könnte es sich hierbei um einen so genannten Fehlausbruch handeln. Auf Tages- und Wochenbasis konnte der Aufwärtstrend wieder überwunden werden. Es fehlt nur noch die Bestätigung auf Monatsbasis. Schließt der DAX Ende Oktober oberhalb des Niveaus bei 9.870 Zählern, gilt die genannte Unterstützung als verteidigt. Aufatmen könnten die heimischen Anleger jedoch erst, wenn die beschriebenen signifikant Hürden übersprungen sind. Bleibt dieses Unterfangen jedoch aus und wird dann noch die genannte Trendlinie unterschritten, könnte es weiter abwärts bis in die Preisregion bei 9.000 Punkten gehen. Dabei handelt es sich um die Unterseite einer ehemaligen Schiebezone.

Durchschnittslinie mahnt zur Vorsicht

Doch es gibt zurzeit auch einige Warnsignale. Dazu zählt auch der 200-Tage-Durchschnitt, der zuletzt ebenfalls oft in der Presse genannt wurde. Im Mittelfristchart wird diese als 40-Wochen-Glättungslinie dargestellt. Bereits Anfang August wurde der alt bekannte Trendfolgeindikator unterschritten. Dies allein ist noch kein Verkaufssignal. Erst wenn der gleitende Durchschnitt nachhaltig nach unten dreht, gilt die Hausse als beendet. Und dieses Szenario ist nun beim DAX eingetreten. Die gewichtete 40-Wochen-Durchschnittslinie hat, ausgehend von ihrem Höchstwert im August, nun drei Prozent gen Süden gedreht. Gleiches war in den Jahren 2011, 2008 und 2000 zu beobachten. Anschließend folgte eine Baisse. Aktuell notiert die Glättungslinie bei 10.877 Punkten und fungiert als zusätzlicher Widerstand.

Warten auf Jahresendrally

Seit Beginn Oktober ist der Begriff Jahresendrally wieder in aller Munde. Wie jedes Jahr hoffen die Marktteilnehmer für den Zeitraum Oktober bis Dezember auf steigende Notierungen. Statistisch betrachtet trifft diese Annahme auch zu. Allein in den vergangenen zehn Jahren konnte das heimische Börsenbarometer im Schlussquartal mitunter deutlich zulegen. Äußerst interessant ist aber auch der Zeitraum vom 19. Dezember bis zum 6. Januar des Folgejahres. Diese Periode wird von den Anlegern auch gerne zum Einstieg genutzt. Allerdings ist die Jahresendrally nicht unbedingt in Stein gemeißelt. Vielmehr handelt es sich hierbei eher um ein KANN, als ein MUSS.

DAX auf Wochenbasis

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Quelle: IG Handelsplattform

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