Bezugsrechtsemission Definition

Was versteht man unter Bezugsrechtsemission?

Eine Bezugsrechtsemission gibt einem bestehenden Aktionär die Möglichkeit, zusätzliche Aktien eines Unternehmens zu einem reduzierten Preis zu kaufen. Normalerweise wird der vergünstigte Preis über einen bestimmten Zeitraum angeboten, bevor wieder der Normalpreis gilt.

Erfahren Sie mehr über den Aktienhandel

Erfahren Sie mehr über den Aktienhandel, einschliesslich der Erstellung eines Tradingplans und der Eröffnung einer Position.

Warum bieten Unternehmen Bezugsrechtsemissionen an?

Ein Unternehmen bietet eine Bezugsrechtsemission an, um Kapital aufzunehmen. Wenn sich ein bestehender Aktionär zum Kauf zusätzlicher Aktien entscheidet, kann das Unternehmen die Finanzmittel dazu einsetzen, seine Schuldverpflichtungen einzulösen, Vermögenswerte zu erwerben oder die Unternehmensexpansion ohne zusätzliche Bankkredite zu erreichen.

Bezugsrechtsemission – Beispiel

Nehmen wir an, ein Anleger besitzt bereits 100 Aktien des Unternehmens XYZ und die Aktien werden derzeit zu einem Preis von 20 CHF je Aktie gehandelt. Um mehr Geld einzunehmen, kündigt das Unternehmen XYZ eine Bezugsrechtsemission für seine gegenwärtigen Anleger zu einem Preis von 15 CHF pro Aktie über einen Zeitraum von 30 Tagen an.

Zudem legt das Unternehmen eine Konversionsrate von 5 zu 10 fest. Das heisst, dass ein bestehender Anleger für jeweils zehn Aktien, die er zu diesem Zeitpunkt vom Unternehmen hält, fünf neue, vergünstigte Aktien kaufen darf. In unserem Beispiel könnte eine Anleger 50 weitere Aktien für 750 CHF kaufen; das ist ein Nachlass von 250 CHF.

Bezugsrechtsemission – Vorteile und Nachteile

Bezugsrechtsemission – Vorteile

Die Bezugsrechtsemission stellt für die gegenwärtigen Aktionäre eine Möglichkeit zur Erhöhung ihres Anteils an einem Unternehmen zu einem reduzierten Preis dar. Wenn sie sich zur Ausübung ihres Rechts entscheiden, erhöhen sie damit ihr Engagement in einem Unternehmen – abhängig von der Verlust- und Gewinnrechnung eines Unternehmens kann dies eine gute oder schlechte Entscheidung sein.

Die Anzahl der neuen Aktien, die ein Anleger kaufen kann, ist von seinem aktuellen Anteil am Unternehmen abhängig, üblicherweise proportional. Grössere Aktionäre können dabei mehr Aktien kaufen als kleinere Aktionäre.

Mit einer Bezugsrechtsemission können Anleger aber auch ihre Investitionen vor einer Verwässerung schützen, die sich aus der Aktienausgabe durch das Unternehmen ergeben könnte. Eine Verwässerung tritt dann auf, wenn die gegenwärtigen Aktionäre ihre neuen Aktien an andere Trader verkaufen – dies ist bei der Bezugsrechtemission jedoch nicht immer garantiert.

Bezugsrechtsemission – Nachteile

Wenn die ausgegebenen Aktien auf dem offenen Markt verkauft werden, kann ihr Wert hinsichtlich des erhöhten Marktangebots verwässert werden.

Doch Bezugsrechtsemissionen können auch ein Risiko darstellen, beispielsweise wenn sich Aktionäre dazu entschliessen keine weiteren Aktien des Unternehmens aufgrund eines verlangsamten Unternehmenswachstum zu kaufen. Der Markt könnte die Bezugsrechtsemission als Warnsignal verstehen, dass ein Unternehmen Probleme hat. Dies kann auch einige Anleger dazu veranlassen, ihre Aktien zu verkaufen, wodurch der Preis sinkt. Das erhöhte Aktienangebot nach der Bezugsrechtsemission kann sich negativ auf den Marktwert eines Unternehmens auswirken.

Erweitern Sie Ihr Trading-Wissen

Entdecken Sie IG Academy und finden Sie heraus wie Sie mit unseren interaktiven Kursen, Webinaren und Seminaren Ihr Trading-Wissen ausbauen können.

A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - Z - Ü

Zurück zur Übersicht

Kontaktieren Sie uns

Deutschsprachiger Support Mo–Fr 08:00–18:00 Uhr MEZ. Ausserhalb dieser Zeiten stehen Ihnen unsere englischsprachigen Mitarbeiter von Samstag 09:00 bis Freitag 23:00 Uhr MEZ zur Verfügung.