Sojabohnen - Argentiniens Auswirkungen auf den Agrarsektor

Sojabohnen - Argentiniens Auswirkungen auf den Agrarsektor

Vergangene Woche waren viele Augen auf Argentinien gerichtet denn es standen Präsidentschaftswahlen an. Als Sieger ging der Kandidat des konservativ-wirtschaftsliberalen Wahlbündnisses Cambiemos, Mauricio Macri, hervor. Und die Wahlversprechen von Macri haben das Potential unter anderem an den Agrarmärkten für Wirbel zu sorgen denn Macri plant umfangreiche Änderungen.

So will er bei Weizen und Mais die derzeit geltenden Exportquoten und die Exportsteuern vollständig aufheben lassen. Bei Sojabohnen sollen die Exportsteuern für die ersten 90 Tage vollständig aufgehoben werden und danach graduell reduziert werden. Sollten diese Massnahmen tatsächlich umgesetzt werden wird erwartet, dass Anbauflächen in Argentinien massiv ausgeweitet werden. Damit einhergehend werden auch die Exporte in die Höhe schnellen. Speziell bei Sojabohnen ist Argentinien mit 60 Millionen Metrischen Tonnen (MMT), nach den USA und Brasilien, bereits heute das drittgrösste produzierende Land. Sollten die neuen Verordnungen in Kraft treten, könnten die mit geschätzten 20-30 MMT prall mit Sojabohnen gefüllten Silos kurzfristig geleert werden um z.B. die hohe Nachfrage aus China zu stillen. Um dies in Perspektive zu setzen - in der Erntesaison 2014/2015 wurden weltweit geschätzte 319 MMT produziert. Während in Brasilien die Aussaat von Sojabohnen bereits nahezu abgeschlossen ist, ist diese in Argentinien noch voll im Gange und dauert in der Regel bis Ende Dezember an. Wenn Macri am 10. Dezember also die Macht übernimmt und tatsächlich Fakten schafft, bleiben noch einige Wochen für die Agrarindustrie weitere Anbauflächen anzulegen. Zusätzlich dazu herrscht in Süd-Amerika nach einer Trockenphase derzeit ideales Wetter für die Vegetation was zu einer höher als antizipierter Produktion führen könnte.

Zwar entfernte sich der Preis der an der CBOT gehandelten Kontrakte für Sojabohnen wieder von seinem sechseinhalb Jahrestief und notiert derzeit bei 875 USc, doch sollten die oben genannten Gründe zumindest kurz- bis mittelfristig weiteren Druck auf den Preis ausüben. Unterstützungen bilden die Tiefstände aus den Jahren 2008 und 2009 bei 843 USc und bei 776 USc. Eine technische Gegenbewegung könnte bis 920 USc gehen.

SOYBEANS
Quelle: Bloomberg

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