EUR/USD - Der (EZB) Lagarde-Moment

Nun startet auch die EZB ihr Notfallprogramm. Bis Jahresende will die EZB zusätzliche 750 Milliarden Euro über Anleihenkäufe in den Markt pumpen,um diesen zu stabilisieren. Die EZB-Präsidenten muss früh in ihrer Amtszeit handeln.

Außerordentliche EZB-Tagung

Scheinbar gegen die Einwände Deutschlands und der Niederlande beschloss der EZB-Rat gestern Nacht ein historisches „No-Limit" Programm. Das "Pandemic Emergency Purchase Programme" (PEPP) soll solange laufen, bis der EZB-Rat die Coronavirus-Krise für bewältigt hält - in jedem Fall jedoch mindestens bis zum Ende dieses Jahres. Die EZB betonte dabei,dass selbst auferlegte „Beschränkungen" beseitigen gelegt werden und es absolut keine Obergrenzen hierfür gebe.

Dies bedeutet, dass der Stimulus überall dort eingesetzt werden könnte, wo er am meisten benötigt wird, d.h. die Zentralbank der Eurozone kann die Käufe von Anleihen aus Italien erhöhen und so die wirtschaftliche Notlage des Landes, dass am schlimmsten unter dem Ausbruch des Virus in Europa leidet, lindern.

Augenscheinlich gingen die Spreads zwischen den Anleihen der Nord- und Südländer zurück und die Lage am Anleihemarkt entspannte sich heute ein wenig. Vergangene Woche zeigten sich die Märkte noch enttäuscht, da die EZB ihrer Meinung nach bei ihrer regulären Ratssitzung zu wenig unternommen hatte. Aufgrund der sich rasch verschlechternden Situation in der Realwirtschaft , scheinen nun auch die Vertreter aus Deutschland und den Niederlanden umgestimmt worden zu sein. Ein Sieg für Christine Lagarde, welcher an Mario Draghis berühmten „Whatever it takes“-Moment 2011 erinnert.

Lagarde unter Druck

Der EZB-Präsidentin stand unter Druck, nachdem sie die Anleihenmärkte mit einer scheinbar unbeabsichtigten Bemerkung letzte Woche erschreckt hatte. Durch Panikverkäufe wurden die 10-jährigen italienischen Renditen am Mittwoch kurzzeitig über 3% getrieben, da Bedenken über die Tragfähigkeit der Verschuldung in Italien den Investoren sauer aufstießen. Die Ankündigung der EZB über ihre Pläne für einen Anleihenkauf scheint die Märkte beruhigt zu haben, da die italienische 10-Jahres-Rendite am Donnerstag auf 1,85% gefallen ist.

Einige Entscheidungsträger der EZB unterstützten sogar die Idee eines „Coronabonds", der vom Europäischen Stabilitätsmechanismus, ESM, ausgegeben werden könnte, um eine gemeinsame Reaktion auf das Virus zu geben. Es wurde jedoch vereinbart, dass diese Entscheidung von den jeweiligen Regierungschefs und nicht von der EZB getroffen werden sollte.

EUR/USD Kurs

Der US-Dollar ist am heute abermals gegenüber den wichtigsten Währungen gestiegen und hat gegenüber dem Euro den höchsten Stand seit April 2017 erreicht.

US-Präsident Donald Trump unterzeichnete ein Hilfspaket in Höhe von 104 Milliarden Dollar, um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft des Landes einzudämmen, während die US-Notenbank neue Dollar-Swap-Kreditlinien mit mehreren Zentralbanken rund um den Globus festlegte, um „US-Dollar-Liquidität in Höhe von bis zu 60 Milliarden Dollar" zu gewährleisten. In den vergangen Tagen kam es durch die Marktturbulenzen zu großen Liquidationen von Devisen.

EUR/USD Chart

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