EUR/USD Prognose: 1,20 USD als Verkaufsgelegenheit?

Der EUR/USD hat sich seit einer Woche nach kurzzeitigem Übertreffen der Marke von 1,20 USD wieder in die südliche Richtung abgesetzt. Gelingt eine Kehrtwende?

EUR/USD aktuell

Aktuell notiert der EUR/USD bei 1,18 USD und tritt damit nahezu auf der Stelle. Auf Wochensicht hat der Kurs 0,8 Prozent seines Wertes verloren. Die Anleger konzentrieren sich nun voll und ganz auf die am Donnerstag anstehende EZB-Ratssitzung. Es herrscht die klassische Abwartehaltung am Markt. Dies wird durch den seit den letzten Tagen bestehenden Seitwärsmarkt wiedergespiegelt.

EUR/USD tritt vor EZB-Sitzung auf der Stelle – DAX fester

Während am deutschen Aktienmarkt die Anleger den jüngsten Rücksetzer als Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den Markt wahrgenommen haben, heisst es für die europäische Gemeinschaftswährung nun: Abwarten und Tee trinken.

Im DAX wurden die Kurse nach wie vor von der Hoffnung auf weitere Notenbanker-Schützenhilfe gestützt. Die Flut billigen Geldes dürfte vor dem Hintergrund mangelnder renditeträchtiger Anlagealternativen ihren Weg an die globalen Aktienmärkte finden. Auch wenn die EZB am kommenden Donnerstag keine Geschenke verteilen wird, ist die Zuversicht gross, dass Marktteilnehmer nicht mit leeren Händen nach Hause gehen werden. Angesichts der schwelenden Corona-Pandemie bleibt das Signal weiterer Unterstützung durch den Währungshüter äusserst wichtig.

EUR/USD: Fed-Strategieschwenk als Vorbild für EZB?

Die Freude über den historischen Strategieschwenk der Fed schwingt bei Anleger bis heute mit. Für Aktienanleger gibt es angesichts der Aussicht auf ein weiterhin niedriges Zinsumfeld nur wenige Anlagealternativen. Zudem wird der Abzinsungsfaktor zukünftiger Gewinne wird nach wie vor kleiner.

An eine ähnlich historische Strategieänderung der FED durch die EZB, dürften wohl nur die wenigsten Marktteilnehmer glauben. Der EZB muss der Spagat gelingen, Anleger nicht leer ausgehen zu lassen und auf der anderen Seite aber nicht zu hohe Stimuli zu versprechen.

Was fabriziert die EZB am Donnerstag?

Isabel Schnabel, EZB-Direktoriumsmitglied, hatte jüngst betont, dass das Volumen des Pandemiekaufprogramms PEPP aus ihrer Sicht „angemessen“ sei und gleichzeitig die EZB die wöchentlichen Kaufvolumina wegen der zuletzt sich entspannteren Situation an den globalen Handelsplätzen reduziert habe.

Möglich wäre demnach, dass die EZB ihre Hilfsbereitschaft zu weiteren Lockerungsmassnahmen signalisiert, aber den Rahmen des aktuellen Krisenprogramms nicht gänzlich ausschöpft.

In der letzten Woche hatte der Währungshüter beispielsweise für 14 Milliarden Euro Anleihen gekauft. Zuvor waren es auch mal über 34 Milliarden Euro in einer Woche gewesen.

Sorgen um niedrige Inflation in Eurozone und Kreditausfälle der Banken

Was aber könnte die EZB tun, um der bestehenden schwachen Inflation entgegenzuwirken und im Falle von Kreditausfällen der Banken nicht nur zusehen zu müssen? Möglich sei hier eine weitere Entlastung der Banken und die gleichzeitige Ausweitung der Freibeträge (Tiering).

Auch eine Aufstockung des Anleihenkaufprogramms PEPP könnte zur Diskussion werden, wenn die Länder an der europäischen Südflanke wie Italien oder Spanien nicht die wirtschaftliche Kurve bekommen.

EUR/USD Chart

EUR/USD Prognose

In den kommenden Tagen dürfte angesichts der anstehenden EZB-Ratssitzung die Abwartehaltung überwiegen. Diese dürfte sich nicht zuletzt in einem Seitwärtskurs wiederspiegeln. Anleger sollten hier nun auf der Oberseite weiterhin die Marke von 1,20 USD im Auge behalten, welche bei einem Bruch gen Norden weiteres Aufwärtspotential eröffnen dürfte.

Gleichzeitig könnten schwache Notierungen erfolgen, wenn die technische Marke von 1,18 USD nach unten gerissen wird. Der entscheidende Trigger könnten schon am Donnerstag kommuniziert werden, etwa durch die EZB.

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