SNB belässt ihre Politik unverändert, kann aber gezwungen werden, eine langsamere Gangart bei Interventionen einzuschlagen

Die SNB hat ihre Politik unverändert belassen, mit einem Zins bei -0.75% und möglichen weiteren Deviseninterventionen, wenn nötig.

Schweizerische_Nationalbank_Bern

Die Bank hat ihre Inflationsprognosen für 2017 und 2018 leicht gesenkt, was konservativ scheint in Anbetracht der jüngsten Erhöhungen bei Rohstoffen und weltweiten Inflationserwartungen.

Künftig wird die SNB weiterhin von der EZB und der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Europas abhängen, wenn sie Kontrolle über den EUR/CHF-Kurs behalten möchte. Letzte Woche hat die EZB bestätigt, dass ihr QE-Programm noch mindestens bis Ende 2017 laufen sollte. Bis dahin will sie Aktiva in Wert von 780 Milliarden erwerben. Da der politische Kalender mit Terminen wie Wahlen in Frankreich und in Deutschland überfüllt ist, werden die Regierungen über begrenzte Flexibilität verfügen, und die EZB sollte akkommodierend bleiben. Steigende Renditen aufgrund erhöhter Inflationserwartungen wird es den besorgten europäischen Banken ermöglichen, ihre Darlehenstätigkeit auszuweiten, was weiteren Druck auf die gemeinsame Währung ausüben dürfte.

Eine Zinserhöhung der SNB 2017 kann somit mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Ein noch niedrigerer negativer Zins ist auch unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, welchen Druck er bereits jetzt auf die Schweizer Banken, Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften ausübt. Die Tools, die der SNB zur Verfügung stehen, sind auf Deviseninterventionen reduziert, die darin bestehen, mehr Franken zu drucken, um ausländische Vermögenswerte zu erwerben. Mit Devisenreserven bei rund 100% des jährlichen BIP könnte die Schlagkraft der SNB im Laufe der Zeit zu gering werden. Wir erwarten, dass die SNB ihre Gangart bei Interventionen vorsichtiger fortsetzen wird, lediglich mit Massnahmen zur Schutz vor extremer Volatilität. Die SNB verzichtet auf eine “virtuelle” Untergrenze und würde es wahrscheinlich zulassen, dass der EUR/CHF-Kurs auf 1.05-1.03 sinkt, solange es ein langsamer und allmählicher Übergang ist.

Auf der anderen Seite sollte die SNB erleichtert wegen der Abschwächung des Franken gegenüber dem US-Dollar sein. Der IN_USDCHF jetzt wieder oberhalb der Parität hat das Aufwärtspotenzial, um weitere 10% im Verlauf des kommenden Jahres zu steigen. Dies sollte sich unterstützend auf die Schweizer Unternehmen mit Einnahmequellen in den USA, auswirken. Darüber hinaus, wenn die Reflation im Risikoumfeld weiterhin bestehen bleibt, sollten wir auch beobachten können, wie der Franken gegenüber den höherverzinslichen Währungen, darunter einigen asiatischen und EM-Währungen, beträchtliche Kurseinbussen in Kauf nehmen muss. Ein deutliches Plus für Uhrenexporte.

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