GBP/CHF : Zwischen Brexit und Frankenstärke

GBP/CHF : Zwischen Brexit und Frankenstärke

Brexit-Gespenst belastet GBP

In etwas mehr als drei Monaten, am 23. Juni 2016, muss das britische Volk darüber entscheiden ob Grossbritannien weiterhin Bestandteil der EU bleiben soll oder nicht. Während in Kontinentaleuropa die eurokritischen Kräfte an Zulauf gewinnen, steigt auch die Verunsicherung über einen Verbleib Grossbritanniens in der EU. Dass dieses Mass an Unsicherheit die dortige Wirtschaft belastet stellte gestern auch die britische Zentralbank (BOE) fest. Ihre Bekanntgabe die Zinsen nicht anheben sondern konstant bei 0.5% halten zu wollen, wurde damit begründet, dass „… die Unsicherheit über den Ausgang des Referendums … Ausgabeentscheidungen verzögern und das Wachstum der Gesamtnachfrage in naher Zukunft belasten könnte“. Darüber hinaus ist es mehr als fraglich wie ein Austritt praktisch umgesetzt werden könnte und welche Auswirkungen eine solche Entscheidung auf die Nettokapitalzuströme hätte. Es sind genau diese Geldströme welche bisher die Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizite ausgleichen konnten. Ob Investoren bei einem Austritt aus der EU weiterhin in dem Masse Geld in London anlegen würden bleibt zu bezweifeln. Jahrelange Verhandlungen über den Austritt und damit verbundene Unsicherheiten würden eine weitere und wesentlich massivere Abwertung des Pfundes nach sich ziehen.

CHF bleibt „stark überbewertet“

In der vergangenen Woche überraschte Mario Draghi wieder einmal die Märkte. Der EUR/CHF schlug in der Folge zwar kurz aus, bewegt sich heute aber wieder auf dem gleichen Niveau wie direkt vor der Ankündigung. Grund genug für die SNB, welche gestern das historisch tiefe Zinsniveau bestätigte, zu konstatieren, dass „der Schweizer Franken deutlich überbewertet bleibt“ und dass sie bei Bedarf weitere Interventionen zur Schwächung des Schweizer Franken vornehmen würde.

GBPCHF – eine sichere Wette?

Ist ein Brexit wahrscheinlich? Unserer Meinung nach eher nein. Die wirtschaftlichen Risiken aufgrund der jahrelangen Verhandlungen dürfte die Vernunft über die Emotionen siegen lassen. Ein auch in der Vergangenheit bewährter Gradmesser dafür – die britischen Buchmacher. Diese sehen, entgegen der Prognosen von aktuellen Umfragen, eine klare Mehrheit für den Verbleib in der EU.

Dass sich der Schweizer Franken mittel- bis langfristig wieder abschwächen muss, steht ausser Frage. Immer mehr Schweizer Unternehmen geben Stellenstreichungen und Auslagerungen ins billigere Ausland bekannt. Dies sollte den Franken schwächen.

Der GBP/CHF notiert derzeit mit 1.40 auf äusserst niedrigem Niveau. Sollte ein Brexit verhindert werden so könnten wir schnell wieder auf ein Niveau von 1.55 GBP/CHF klettern. Sollte der Franken zusätzlich abwerten sollte auch diese Marke klar durchbrochen werden.

Bis zum Referendum muss man aber mit weiteren starken Schwankungen rechnen.

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