Dividendenpolitik: Was sind Aktiendividenden?

Für Investoren ist es wichtig, Aktiendividenden zu verstehen. Wir erläutern, was Dividenden sind, wie sich die Dividendenpolitik verschiedener Unternehmen unterscheidet und wie Sie die Performance von Dividendenaktien analysieren.

Was ist eine Dividende?

Eine Aktiendividende ist eine regelmäßige Geldzahlung, die ein Unternehmen an seine Aktionäre unter Aufwendung von Gewinn, Barmittelreserven oder sogar Schulden tätigt. Dividenden können quartalsweise, zur Hälfte des Geschäftsjahres oder jährlich ausgezahlt werden. Die Auszahlung erfolgt pro Aktie. Dividendenzahlungen gelten als Belohnung für Anleger, die Geld in das Unternehmen gesteckt haben, damit dieses wachsen kann.

Wenn Unternehmen mehr als eine Dividende pro Jahr auszahlen, wird diese möglicherweise gewichtet. Beispiel: Für eine Aktie werden ein Drittel der Gesamtdividende für das komplette Jahr am Ende des ersten Halbjahres und die anderen zwei Drittel als Schlusszahlung am Ende des Geschäftsjahres ausgezahlt.

Der Hauptteil der Dividendenzahlungen an die Aktionäre erfolgt in bar. Es gibt jedoch auch andere Möglichkeiten, beispielsweise die Ausgabe neuer Aktien an die Anleger.

Was ist Dividendenpolitik?

Mittels der Dividendenpolitik wird festgelegt, wie viele Barmittel an die Aktionäre zurückgegeben werden. Wenn sich ein Unternehmen gegebenenfalls dafür entscheidet, eine Dividende zu zahlen, muss es seine Gewinne betrachten und abwägen, welcher Anteil davon im Unternehmen verbleiben soll, um zukünftiges Wachstum zu befördern, und welcher Anteil an die Anleger zurückgegeben werden soll. Wenn das Unternehmen ein schlechtes Jahr hatte und nicht genügend Gewinn erzielt hat, um den Investitionsbedarf und die Dividendenzahlung zu decken, jedoch davon ausgeht, dass dieser Leistungseinbruch einmalig ist, kann es sich dennoch für eine Ausschüttung an die Anleger entscheiden und dafür entweder etwaige Barüberschüsse nutzen oder Schulden machen.

Die Dividendenpolitik legt fest, wie der Wert der Dividende berechnet und wann sie ausgezahlt wird. Dabei wird auch geklärt, wer was erhält, wenn ein Unternehmen verschiedene Anlageklassen aufweist. Beispielsweise sind Vorzugsaktien in der Regel zum Erhalt von Dividenden berechtigt, bevor normale Aktionäre diese erhalten. American Depository Receipts (ADRs) erhalten hingegen häufig eine andere Dividende als andere Anleger. Manche Anlageklassen sind überhaupt nicht zum Erhalt von Dividendenzahlungen berechtigt.

Manche Unternehmen entscheiden sich auch für ein Dividendenprogramm mit Zuteilung von Gratisaktien, bei dem die Aktionäre den Wert ihrer Dividenden in neuen Aktien des Unternehmens anstelle von Bardividenden erhalten. Die Dividendenpolitik kann auch Klauseln zu Details für Bonuszahlungen umfassen, z. B. Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe.

Ansätze zur Dividendenpolitik

Es gibt nicht nur einen richtigen Weg, um eine Dividendenpolitik umzusetzen, sondern vier Hauptansätze, die von den meisten öffentlich gelisteten Unternehmen verwendet werden. Allerdings gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, Barzahlungen an die Aktionäre zurück fließen zu lassen.

Residuale Dividendenpolitik

Wenn ein Unternehmen eine residuale Dividendenpolitik verfolgt, werden die verbleibenden Barmittel im Unternehmen nach Berücksichtigung aller Ausgaben ausgezahlt. Das heißt, die Aktionäre erhalten die Summe, die übrig ist, nachdem das Unternehmen den Investitionsaufwand, das Investitionskapital und das Betriebskapital abgezogen hat.

Dies gilt als nachhaltigste und logischste Dividendenpolitik, da das Unternehmen jedes Jahr nur das auszahlt, was es sich leisten kann. Allerdings heißt das auch, dass die Dividendenzahlungen volatil sind und von der Performance des Unternehmens und von dessen Ausgabenanforderungen abhängen: Wenn das Unternehmen unerwartet mehr Geld investieren muss, bleibt weniger Geld für die Aktionäre übrig. Wenn die Ausgaben hingegen niedriger als geplant sind, erhalten diese mehr. Eine residuale Dividendenpolitik kann als eine Art nullbasierte Budgetierung für Dividenden betrachtet werden. Dabei wird die Dividende jedes Jahr unabhängig von vorherigen Auszahlungen von Null ausgehend überprüft und angepasst.

Eine residuale Dividendenpolitik bietet den Unternehmen im Vergleich zu anderen Richtlinien größere Flexibilität, da die Wachstumsanforderungen und Investitionen vor die Ausschüttung gestellt werden. Das bedeutet jedoch auch, dass die Dividenden jedes Jahr abhängig von der Performance des Unternehmens unterschiedlich sind.

Stabile Dividendenpolitik

Wenn ein Unternehmen eine stabile Dividendenpolitik verfolgt, versucht es, jedes Jahr unabhängig von der Performance des Unternehmens eine gleichbleibende Auszahlung vorzunehmen. Dabei basiert der Wert der Dividende nicht auf der kurzfristigen Performance des Unternehmens. Stattdessen ist die stabile Dividendenpolitik enger mit langfristigen Aussichten und Prognosen verknüpft. Letzten Endes zielt die Richtlinie darauf ab, dass die Dividendenzahlungen im gleichen Umfang wachsen wie die langfristigen Erträge. Eine gebräuchliche Möglichkeit zur Strukturierung einer stabilen Richtlinie ist die Nutzung eines Zielauszahlungsverhältnisses. Dabei wird festgelegt, welcher Anteil der Gewinne mittel- bis langfristig an die Aktionäre zurückgegeben wird.

Der Vorteil der stabilen Dividendenpolitik besteht darin, dass die Auszahlungen zuverlässig und gleichbleibend erfolgen, auch wenn das Unternehmen kurzfristige Turbulenzen erfährt. Ein Unternehmen versucht, die Dividende auch in einem schlechten Jahr auszuschütten und nutzt dafür Barmittelreserven, falls die Gewinne nicht zur Deckung ausreichen. So wird eine Art Sicherheitsnetz für Aktionäre geschaffen. Das Unternehmen kann jedoch auch die Richtlinie oder die Basis für die Dividendenzahlung ändern, wenn es der Überzeugung ist, dass die schlechtere Performance länger anhalten wird. Gleichzeitig erfahren die Aktionäre keinen großen Anstieg bei den Ausschüttungen, wenn in einem Jahr die Erwartungen des Unternehmens übertroffen werden, da die Überschüsse vermutlich einbehalten werden.

Zu einer stabilen Dividendenpolitik gehört längerfristiges Engagement. Anleger erwarten gleichbleibende Dividenden auch in Zeiten des Abschwungs. Allerdings können Unternehmen in guten Zeiten auch Geldmittel zurücklegen, da sie nicht verpflichtet sind, diese zusätzlichen Gewinne an die Anleger zurückzugeben.

Progressive Dividendenpolitik

Wenn ein Unternehmen eine progressive Dividendenpolitik verfolgt, verspricht es ein jährliches Wachstum der Dividende. Wie bei stabilen Dividenden ist die Auszahlung mit langfristigen Gewinnprognosen für das Unternehmen verbunden. Der Hauptunterschied besteht darin, dass eine progressive Richtlinie bei steigenden Gewinnen darauf abzielt, die Dividende um einen ähnlichen Betrag zu erhöhen. Wenn jedoch die Gewinne fallen, erhöht das Unternehmen dennoch die Auszahlung.

Diese Richtlinie ist beliebt bei Anlegern, da sie praktisch jedes Jahr höhere Dividenden garantiert, und zwar unabhängig davon, welche Performance das Unternehmen zeigt. Wenn ein Unternehmen eine progressive Ausschüttung einsetzt und unter Schwierigkeiten leidet, stellen sich jedoch Fragen nach der Nachhaltigkeit der Richtlinie und der Rechtfertigung für die Verteilung von Geldern an die Aktionäre, wenn dafür gar nicht ausreichend Mittel vorhanden sind. Der Aktienkurs eines Unternehmens wird unter Umständen gestützt, wenn es diesem gelingt, über einen längeren Zeitraum eine progressive Ausschüttung zu erzielen. Dabei wird jedoch die Flexibilität des Unternehmens in schwierigen geschäftlichen Zeiten deutlich eingeschränkt.

Konstante Dividendenpolitik

Bei einer konstanten Dividendenpolitik sind die Auszahlungen eng mit der Performance des Unternehmens verknüpft und steigen und fallen mit den Gewinnen. Dafür wird häufig eine Ausschüttungsrate festgelegt. Beispiel: Eine Ausschüttungsrate von 20 % bedeutet, dass die Aktionäre insgesamt 20 % der jährlichen Unternehmensgewinne erhalten. Dies können 20 % von 10.000 € oder 20 % von 10 Millionen € sein.

Das Hauptmerkmal einer konstanten Dividendenpolitik ist die Höhe der Auszahlungen abhängig von den Gewinnen: Wenn das Unternehmen einen Anstieg von 50 % beim Gewinn vermeldet, müssen die Dividenden unverzüglich folgen. Dies gilt natürlich auch, wenn der Gewinn um 50 % sinkt. Das bedeutet, dass die Anleger von einem fantastischen Jahr enorm profitieren, aber genauso Verluste erleiden, wenn das Unternehmen schwierige Zeiten durchläuft.

Das kann zu volatilen Dividenden für die Anleger führen, bedeutet jedoch, dass die Ausschüttungen nachhaltiger sind, weil sie direkt mit den Gewinnen verknüpft sind. Da sich das Unternehmen zu einer festen Rate in Bezug auf die Erträge verpflichtet hat, lassen sich zukünftige Budgets besser planen.

Andere Formen der Dividendenpolitik (Sonderdividenden)

Manche Unternehmen zahlen Dividenden ohne eine formelle Dividendenpolitik zu verfolgen. Einige Unternehmen erhalten in großem Umfang Barmittel, die sie an die Aktionäre zurückgeben möchten, ohne dabei kontinuierliche Ausschüttungen in der Zukunft zu versprechen. Das kann passieren, wenn ein Unternehmen einen wertvollen Anlagegegenstand veräußert und einen ordentlichen Profit verbucht. Wenn ein Unternehmen in einem Jahr einen großen Gewinn erwirtschaftet, aber nicht davon ausgeht, dies zu wiederholen, kann es ebenfalls eine Dividende ohne ausdrückliche Richtlinie auszahlen.

Es gibt in erster Linie zwei Möglichkeiten, um einmalig Geld an Aktionäre auszuschütten. Die erste Möglichkeit wird als „Sonderdividende“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um einmalige Zahlungen an Aktionäre, die häufig zusätzlich zu „normalen Dividenden“ erfolgen. Dadurch wird sichergestellt, dass die einmalige Sonderzahlung die reguläre Dividendenpolitik nicht beeinträchtigt oder Erwartungen für das kommende Jahr weckt. Wenn eine Sonderzahlung mit der regulären Dividendenzahlung kombiniert wird, besteht das Risiko, dass Aktionäre im kommenden Jahr eine noch höhere Ausschüttung erwarten, selbst wenn sich der Grund für die Sonderzahlung (z. B. der Verkauf eines Anlagegegenstands) nicht wiederholt.

Sonderdividenden sind eine Möglichkeit, einmalige Rückzahlungen an Aktionäre vorzunehmen, die den Unternehmen große Flexibilität bietet. Unternehmen weisen in der Regel keine Richtlinie für Sonderdividenden auf, manche zahlen diese jedoch regelmäßig zusätzlich zu den regulären Dividenden aus.

Aktienrückkäufe

Die zweite Möglichkeit, eine Ausschüttung an Aktionäre vorzunehmen, besteht in einem Aktienrückkauf. Ein Aktienrückkauf (auch als Aktienrückkaufprogramm bezeichnet) besteht darin, dass ein Unternehmen seine eigenen Aktien von Anlegern zu einem vorab festgelegten Kurs zurückkauft. Dieser Kurs liegt häufig nah am aktuellen Aktienkurs zu diesem Zeitpunkt. So kann ein Unternehmen die Anzahl der Aktien im Umlauf verringern – und so den Wert jeder im Umlauf verbleibenden Aktie erhöhen –, anstatt Anlegern eine Dividende zu zahlen.

Unternehmen verfügen selten über Richtlinien für den Aktienrückkauf und nehmen diesen oftmals parallel zu regulären oder Sonderdividenden vor. Wenn ein Unternehmen allerdings über umfangreiche Barmittel verfügt, die es in einer einmaligen Auszahlung an die Anleger zurückgeben will, entscheidet es sich in der Regel für eine Sonderzahlung oder für den Aktienrückkauf, nicht jedoch für beides. Dennoch können Aktienrückkaufprogramme viele Jahre und ohne festgelegten Endtermin laufen. Beispiel: Ein Unternehmen verspricht, in den nächsten drei Jahren 5 Milliarden $ zurückzugeben, behält sich jedoch die Flexibilität bei der Wahl der Art und des Zeitpunkts des Aktienrückkaufs abhängig von den Marktbedingungen vor. Der Kurs, den die Aktionäre beim Aktienrückkauf erhalten, bewegt sich oft entlang dem aktuellen Aktienkurs. Unternehmen entscheiden sich häufig für Aktienrückkäufe, wenn sie der Überzeugung sind, sie seien unterschätzt, da sie in diesem Fall die Aktie günstiger zurückkaufen und so ihre Aktien stützen können.

Aktienrückkäufe haben gegenüber Bardividenden zahlreiche Vorteile. Der Rückverkauf an das Unternehmen kann für Anleger eine vorteilhaftere Möglichkeit sein, an Barmittel zu kommen, da dabei normalerweise keine Kapitalertragsteuer anfällt. Dividenden hingegen unterliegen in der Regel der Einkommensteuer. Aktienrückkäufe erfolgen in der Regel einmalig und verschaffen Unternehmen so Flexibilität. Der Rückkauf von Aktien gleicht auch etwaige Verwässerungen auf, beispielsweise durch neue Aktien, die an Mitarbeiter ausgegeben wurden. Aktienrückkäufe können von einem Unternehmen zudem eingesetzt werden, um den finanziellen Hebel zu steigern, da Aktienkapital aus dem Unternehmen abgezogen wird.

Dividenden mit Zuteilung von Gratisaktien

Des Weiteren möchten wir Dividendenprogramme mit Zuteilung von Gratisaktien erwähnen, mit denen Anleger neue Aktien eines Unternehmens anstelle einer Barauszahlung erhalten können. Ein Unternehmen, das eine Dividende mit Zuteilung von Gratisaktien nutzt, stellt Anleger vor die Wahl, ob sie die Bardividende oder neue Aktien erhalten möchten. Der Wert der Bardividende ist in der Regel höher als der Kurs der Gratisaktie. Die Annahme neuer Aktien stellt jedoch eine kostengünstige Möglichkeit dar, Ihren Anteil am Unternehmen zu erhöhen und von zukünftigen Dividenden oder Sonderzahlungen verstärkt zu profitieren.

Wenn Dividenden mit Zuteilung von Gratisaktien nicht durch eine Gegenmaßnahme wie einen Aktienrückkauf kompensiert werden, verwässern sie das Angebot für die Anleger durch die Ausgabe von mehr Aktien. So können Unternehmen den Aktionären jedoch etwas zurückgeben, ohne Bargeld ausgeben zu müssen. Dividenden mit Zuteilung von Gratisaktien können auch Vorteile aufweisen. Beispielsweise sind im Vereinigten Königreich solche Dividenden von der Stempelsteuer ausgenommen und Anleger können unter bestimmten Umständen Steuervorteile erzielen.

So ermitteln Sie die Dividendenpolitik eines Unternehmens

Der beste Ort, um festzustellen, welche Dividendenpolitik ein Unternehmen verfolgt, ist der Jahresbericht. Wenn es eine Richtlinie gibt, ist diese dort detailliert aufgeführt. Informationen zu Aktienrückkaufprogrammen oder Dividenden mit Zuteilung von Gratisaktien werden gegebenenfalls vermutlich in angrenzenden Abschnitten erläutert.

Größere Unternehmen verfügen auf ihrer Website für Investorbeziehungen häufig über einen Bereich zu Dividenden. Dort liegt der Schwerpunkt üblicherweise eher darauf, wann zugesagte Dividenden ausgeschüttet werden.

Warum ist die Dividendenpolitik eines Unternehmens wichtig?

Dividenden sind ein wichtiger Teil der Strategie und des Investitionsgeschehens eines Unternehmens. Die Zahlung von Dividenden wird als Zeichen eines gesunden Unternehmens erachtet, auch wenn die Einschätzung der finanziellen Stärke nicht allein auf Dividendenzahlungen basieren sollte. Dividenden bieten eine regelmäßige Rendite für potenzielle Anleger. Ohne Dividenden müssen sich Aktionäre auf die Wertsteigerung des Aktienkurses als alleinige Möglichkeit zur Gewinnerzielung verlassen.

Die Attraktivität mancher Unternehmen hängt in hohem Maße von der Dividende ab. Nehmen Sie als Beispiel Versorgungsunternehmen. Die Bereitstellung von Strom und Gas gehört zu einer besonders streng regulierten Branche und bietet trotz aller Stabilität nur begrenzte Wachstumsmöglichkeiten. Die Umsätze erfahren selten große Bewegungen im Laufe der Jahre und die Gewinne sind eher gleichbleibend. Nun könnte zwar argumentiert werden, dass sie deshalb weniger Potenzial entfalten als andere Aktien und eher langweilig sind, doch üblicherweise gehören diese Unternehmen zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern auf dem Markt. Diese Arten von Aktien werden als „Ertragsaktien“ bezeichnet.

Unternehmen setzen bei Dividenden unterschiedliche Prioritäten. So stehen beispielsweise bei Kapitalanlagegesellschaften die Aktionäre ganz oben auf der Liste, während andere Unternehmen die Priorität bei Auszahlungen nach dem Erfüllen anderer Anforderungen, z. B. Investitionsaufwendungen, sehen.

Dividendenrichtlinien bieten Anlegern einen klaren Weg und zeigen dem Markt, was zu erwarten ist. Durch die Einführung einer Richtlinie verpflichtet sich ein Unternehmen zu einer bestimmten Art einer regelmäßigen Rendite für die Aktionäre. Wie bei jedem Ziel wird auch bei einer versprochenen Ausschüttung von Dividenden davon ausgegangen, dass ein Unternehmen die Zielsetzungen erreicht. Hält ein Unternehmen jedoch seine Versprechen gegenüber den Aktionären nicht, können sich diese auch rasch abwenden.

Dabei sollten Sie jedoch nicht vergessen, dass Unternehmen keinerlei Verpflichtung zur Ausschüttung von Dividenden an Aktionäre haben und dass Auszahlungen ziemlich schnell vom Tisch sein können. Wenn sich die Lage eines Unternehmens verschlechtert und Einsparungen vorgenommen werden müssen, ist die Dividende ein logischer Ausgangspunkt für solche Einsparungen. Gleiches gilt, wenn die Geschäfte hervorragend laufen: In diesem Fall sind Dividenden eine logische Möglichkeit, überschüssige Barmittel an die Aktionäre zurückzugeben, die es nicht gerne sehen, wenn Geld untätig auf der Bank liegt und nicht ausgegeben wird.

Anleger wissen, was sie erwartet, wenn eine Dividendenpolitik vorhanden ist, und können absehen, in welche Richtung sich zukünftige Auszahlungen abhängig von den Prognosen oder Erwartungen für das Unternehmen bewegen. Eine Richtlinie kann Unternehmen auch dabei unterstützen, ihre Ausgaben besser zu planen. Wenn jedoch ein Unternehmen keine passende Politik aufweist, ist es möglicherweise nicht in der Lage, seine Versprechen zu halten, und Richtungswechsel werden von Aktionären nicht gern gesehen. Allerdings besteht beim Festhalten an einer Politik, auch wenn es sich das Unternehmen eigentlich nicht leisten kann, das Risiko, Ausschüttungen über Schulden finanzieren zu müssen. So wird das Problem aufgeschoben.

Analyse von Dividendenaktien

Anleger müssen eine umfassende Analyse eines Unternehmens vornehmen, um die Dividende richtig zu verstehen. Die Beurteilung der Erfolgsaussichten, des Cash Flow und der Verschuldung eines Unternehmens hilft dabei zu verstehen, wie wahrscheinlich die Zahlung der Dividende ist. Ein Unternehmen kann attraktiv aussehen, weil es eine ordentliche, zuverlässige Dividende zahlt. Das hilft aber nicht wirklich, wenn die Verschuldung hoch ist, ein schwaches Wachstum prognostiziert wird oder der Cash Flow leidet. Im Grunde ist es zwar sehr einfach, eine Aktie zu finden, bei der großzügige Dividenden gezahlt werden, deutlich schwieriger jedoch, eine zu finden, die langfristig sicher ist.

Dabei ist es wichtig, die Dividende eines Unternehmens mit anderen Unternehmen im gleichen Sektor zu vergleichen, da in manchen Branchen Ausschüttungen gängiger sind als in anderen.

Nachstehend finden Sie eine Liste mit Schlüsselmetriken, die Anleger für die Analyse einer Dividende eines Unternehmens verwenden können:

Auszahlungsrate für die Dividende

Die Auszahlungsrate für die Dividende zeigt, welcher Anteil der Unternehmensgewinne in Form von Dividenden ausgeschüttet wird. Diese Rate kann gemessen werden, indem Sie die Dividende pro Aktie durch den Gewinn je Aktie im gleichen Zeitraum teilen. Technisch gesehen gilt: Je höher die Auszahlungsrate für die Dividende, umso besser, da dabei ein größerer Anteil des Gewinns an die Aktionäre zurückgegeben wird. Anleger sollten sich jedoch bewusst sein, dass eine sehr hohe Auszahlungsrate für die Dividende gleichzeitig bedeutet, dass das Unternehmen in schwierigen Zeiten wenig Spielraum hat, wenn es die Ausschüttungen nicht kürzen oder ganz streichen möchte. Ähnlich sieht es bei einer niedrigen Auszahlungsrate für die Dividende aus: Vermeintlich verteilt ein Unternehmen keinen so großen Anteil seiner Gewinne an die Anleger wie andere Unternehmen, dafür sind voraussichtlich zukünftige Dividenden gesichert.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite wird berechnet, indem die jährliche Dividende des Unternehmens durch den Aktienkurs geteilt wird. Er zeigt das Verhältnis zwischen beiden Elementen. Dieses Verhältnis wird in erster Linie genutzt, um die Aktie rein aus Dividendenperspektive zu analysieren. Solange die Dividende unverändert bleibt, schwankt die Rendite abhängig vom Aktienkurs. Das heißt, er kann durch die Volatilität bei den Aktienkursen verzerrt werden (wenn eine Aktie mit Dividendenzahlung an einem Tag einen stark fallenden Aktienkurs verzeichnet, sieht die Rendite übermäßig hoch aus, umgekehrt gilt dasselbe). Letzten Endes wird hiermit die Performance der Dividende in Bezug auf den Aktienkurs analysiert.

Dividendendeckung

Mithilfe der Dividendendeckung können Anleger verstehen, wie nachhaltig die Dividendenzahlungen eines Unternehmens sind. Sie wird berechnet, indem Sie den Gewinn je Aktie durch die Dividende der Aktie teilen. Dadurch können Sie feststellen, wie viele Male das Unternehmen seine Dividendenzahlungen decken kann. Beispiel: Wenn ein Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 10 Cent verbucht und eine Dividende von 2 Cent ausschüttet, ist die Dividendendeckung 5x, d. h. das Unternehmen kann diese Dividende fünf Mal aus seinem Gewinn auszahlen.

Verhältnis freier Cash Flow zu Aktienkapital

Der freie Cash Flow ist eine Schlüsselmetrik, mit der die Fähigkeit eines Unternehmens zur Dividendenausschüttung untermauert wird. Das Verhältnis freier Cash Flow zu Aktienkapital misst, welche Geldmenge an die Aktionäre ausgeschüttet werden könnte. Es wird gemessen, indem Sie zum Gewinn eines Unternehmens die Nettoverschuldung addieren und anschließend die Verbindlichkeiten und vertraglichen Pflichten subtrahieren – einschließlich Investitionsaufwand, Schuldenrückzahlungen und Betriebskapital. Dadurch wird ermittelt, wie gut sich das Unternehmen die Dividende leisten kann. Letztlich ist diese Metrik vergleichbar mit der Dividendendeckung, da sie die Fähigkeit des Unternehmens zur Ausschüttung der Dividende zeigt – Aktionäre möchten mindestens sehen, dass ein Unternehmen ausreichend Mittel zur Finanzierung der Auszahlungen erwirtschaftet.

Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA

Dieses Verhältnis wird gemessen, indem Sie die Nettoverschuldung des Unternehmens (Verbindlichkeiten insgesamt abzüglich Barmittel und Barmitteläquivalente) durch den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierung (EBITDA) dividieren. Damit wird die Fähigkeit eines Unternehmens gezeigt, die Verschuldung mit eigenen Gewinnen zu verwalten. Das ist wichtig, weil ein Unternehmen, das seine Schulden nicht begleichen kann, kaum in der Lage ist, eine Dividende zu zahlen. Wenn das Unternehmen hingegen seine Schulden gut im Griff hat, besteht eine höhere Chance für Ausschüttungen an Anleger. Je niedriger das Verhältnis, umso besser. Es kann sich jedoch auch lohnen, diese Metrik über einen längeren Zeitraum zu verfolgen, da sie Hinweise darauf geben kann, ob sich die Bilanz eines Unternehmens verstärkt oder abschwächt.

Datumsangaben für Dividenden: wichtige Ereignisse für Ihren Kalender

Es gibt vier wichtige Termine, die Sie hinsichtlich Dividenden beachten sollten. Diese gelten für im Vereinigten Königreich gelistete Aktien:

Ankündigung der Dividende

Der Tag, an dem die Dividendenzahlung angekündigt wird. Diese Ankündigung erfolgt häufig zeitgleich mit der Veröffentlichung von Ergebnissen (Quartals-, Zwischen- oder jährliche Ergebnisse), manche Unternehmen machen jedoch separate Ankündigungen, die nur die Dividende betreffen. Dabei handelt es sich in Wahrheit um die Bestätigung der aktuellen Dividende. Deshalb wirken sich diese Ankündigungen häufig auf die Aktienkurse aus, weil der Markt auf eine bessere oder schlechtere Ausschüttung als erwartet reagiert. Die folgenden Datumsangaben werden üblicherweise bei der Ankündigung der Dividende bekannt gegeben.

Stichtag

Der Stichtag ist für Anleger besonders wichtig. Anleger, die ab dem Stichtag im Aktionärsregister eines Unternehmens eingetragen sind, sind zum Erhalt von Dividenden berechtigt. Wenn Sie Aktien eines Unternehmens bei der Ankündigung der Dividende gehalten haben, diese aber vor dem Stichtag verkaufen, sind Sie nicht zum Erhalt der Dividende berechtigt. Mit diesem Datum legt das Unternehmen fest, wer die aktuelle Ausschüttung erhält. In den Tagen vor dem Stichtag steigen unter Umständen die Aktienkurse, da die Nachfrage meist steigt, weil Anleger Aktien kaufen möchten, um sich die Dividende zu sichern.

Ausschüttungstag

Der Ausschüttungstag ist der Tag nach dem Stichtag. Die Dividende wurde noch nicht ausgezahlt, aber jeder, der nach dem Stichtag Aktien des Unternehmens kauft, qualifiziert sich nicht für die Ausschüttung. Der Ausschüttungstag hat deutliche Auswirkungen auf die Aktienkurse, da diese in der Regel fallen, da ja Barmittel aus dem Unternehmen entnommen werden, um die Dividendenzahlungen zu tätigen. Eine Aktie mit einer Dividende ist offensichtlich wertvoller als eine ohne Ausschüttung. Wenn Sie Aktien eines Unternehmens am oder nach dem Ausschüttungstag kaufen, sind Sie nur für zukünftige Auszahlungen berechtigt – solange Sie sich zum nächsten Stichtag im Register befinden.

Wie wirken sich Dividendenanpassungen auf meine CFD-Position aus?

Auszahlungsdatum

Das Auszahlungsdatum ist der Tag, an dem die Dividende an die Anleger ausgezahlt wird, die sich zum Stichtag im Register befanden. An diesem Tag verlässt das Geld offiziell das Unternehmen und geht zurück an die Anleger. Die Auswirkungen auf die Aktienkurse sind aber in der Regel minimal, da der Effekt der Dividende zu diesem Zeitpunkt oft bereits eingepreist ist.

Dividendenpolitik: Sicherheit ohne Garantien

Die Analyse der Dividendenpolitik eines Unternehmens hilft Ihnen, sich Klarheit über die Rendite für Aktionäre zu verschaffen, sie darf jedoch nicht als unveränderliche Tatsache betrachtet werden. Auch wenn viele Unternehmen nach Möglichkeit versuchen, ihre Zusagen hinsichtlich ihrer Dividendenpolitik einzuhalten, geschieht es nicht selten, dass sie die Grundlage für ihre Dividende ändern oder die Dividendenzahlung komplett abschaffen müssen, wenn diese nach mehreren schwierigen Jahren nicht aufrecht erhalten werden kann. Manchen Unternehmen bleibt keine andere Wahl, nachdem sie Fehlbeträge bei der Finanzierung durch Verschuldung gestopft haben. So lassen sich langfristig keine Renditen für die Aktionäre finanzieren. Für viele ist eine weniger großzügige, dafür aber verlässliche Dividende die verantwortungsbewusstere Option.

Unternehmen setzen auf ganz unterschiedliche Arten von Dividendenpolitik, von der einige für bestimmte Branchen besser geeignet sind als andere. Welche Art von Politik verwendet wird, sagt viel über das Selbstvertrauen und den Fokus eines Unternehmens aus. Die Zusage einer progressiven Ausschüttung ist ein optimistisches Signal dafür, dass die Gewinne in den kommenden Jahren steigen werden. Konstante oder residuale Dividendenpolitik gilt als vorsichtigere und vernünftigere Wahl, während stabile Richtlinien auf langfristiges Wachstum ausgerichtet sind, Vorteile bei Auszahlungen bieten und gleichzeitig Abwärtsbewegungen begrenzen.

Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, die Dividende eines Unternehmens zu analysieren, sollten diesen Punkt jedoch unbedingt in eine allgemeinere Beurteilung des Unternehmens einfließen lassen. Kenntnisse über die Dividende einer Aktie anhand vielfältiger Verhältnisse sind wichtig, da diese eine große Rolle bei der Bewertung spielen können, wie sich potenzielle Renditen Ihrer Investition maximieren lassen können. Gleichzeitig ist es wichtig, die Sicherheit und Nachhaltigkeit der Dividende zu kennen.


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