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Rohstoffe
Der Ölpreis der Sorte WTI steht erneut am Widerstand bei 91 US-Dollar. Gelingt der nachhaltige Ausbruch, rücken 96, 100 und 105 US-Dollar in den Fokus.
Der WTI-Ölpreis bewegt sich in einem aufsteigenden Dreieck unmittelbar unter dem Widerstand bei 91 US-Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch würde das positive Chartbild bestätigen und zunächst 96 sowie anschließend die psychologische Marke von 100 und den Bereich um 105 US-Dollar in den Fokus rücken. Unterhalb von rund 82 US-Dollar würde sich die technische Lage dagegen deutlich eintrüben.
Die erneute Eskalation zwischen den USA und Iran sorgt am Ölmarkt für steigende Versorgungsrisiken. WTI steuerte am Freitag auf ein Wochenplus von rund 8,8 Prozent und damit auf die stärkste Handelswoche seit Mitte Juli zu.
Besonders im Fokus bleibt die Straße von Hormus. Am Donnerstag passierten lediglich vier erfasste Handelsschiffe die Meerenge – deutlich weniger als der Zehn-Tage-Durchschnitt von etwa 15 Schiffen. Vor Beginn des Konflikts lief rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung durch diese Route.
Auch die längerfristige Entwicklung bleibt bemerkenswert: Laut der zur Verfügung gestellten Datastream-Datenbank ist WTI vom Jahresende 2025 bis zum 3. September 2026 um rund 61,6 Prozent gestiegen. Bereits Mitte August hatten wir die Frage gestellt, ob die Hormus-Krise den WTI-Ölpreis erneut auf 100 US-Dollar führen könnte.
Charttechnisch befindet sich der Ölpreis übergeordnet in einem aufsteigenden Dreieck. Der horizontale Deckel verläuft bei rund 91 US-Dollar. Bislang konnte dieser Widerstand nicht nachhaltig überwunden werden.
Positiv ist, dass WTI oberhalb des oberen Keltner-Bandes notiert. Gleichzeitig hält sich der RSI mit einer Einstellung von 34 Perioden über der von mir beobachteten Schwelle von 48,5. Beide technischen Indikatoren sprechen derzeit für ein konstruktives Momentum.
Entscheidend bleibt jedoch die Bestätigung durch einen nachhaltigen Ausbruch beziehungsweise Tagesschluss oberhalb von 91 US-Dollar. In diesem Fall wären 96 US-Dollar, die psychologische Marke von 100 US-Dollar und anschließend der Widerstandsbereich um 105 US-Dollar die nächsten Zwischenziele.
Das aufsteigende Dreieck zählt zu den klassischen Fortsetzungsformationen der technischen Analyse. Wie die Formation entsteht, woran ein valider Ausbruch zu erkennen ist und wie sich mögliche Kursziele ableiten lassen, zeigt das folgende Video. Beim WTI-Ölpreis steht dabei aktuell die Ausbruchsmarke von 91 US-Dollar im Mittelpunkt.
| Szenario | Technischer Trigger | Mögliche Kursziele | Invalidation |
|---|---|---|---|
| Long | Nachhaltiger Ausbruch über 91 US-Dollar | 96, 100 und 105 US-Dollar | Rückfall und Tagesschluss unter 91 US-Dollar |
| Short | Bruch der steigenden Trendlinie und des Monatspivots bei rund 82 US-Dollar | 77 und anschließend 69 US-Dollar | Rückkehr über 82 bis 83 US-Dollar |
Gerade bei geopolitischen Konflikten können wichtige Meldungen außerhalb der regulären Handelswoche auftreten. Bei IG lässt sich Weekend Oil – US Crude auch von Samstagmorgen bis Sonntagabend handeln. Dabei können die geringere Liquidität und die eigenständige Preisstellung des Wochenendmarktes allerdings zu höheren Schwankungen führen.
Der Ölpreis steht technisch und geopolitisch an einer wichtigen Entscheidungsmarke. Oberhalb von 91 US-Dollar wäre das aufsteigende Dreieck bestätigt und der Weg in Richtung 96, 100 und 105 US-Dollar grundsätzlich frei. Scheitert der Ausbruch erneut, bleibt WTI zunächst in der Formation gefangen. Erst unterhalb von rund 82 US-Dollar würde das derzeit konstruktive Chartbild deutlicher kippen.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Morning Report
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