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Warum sich Märkte wiederholen – Saisonale Muster im Trading richtig nutzen

Statistische Saisonalität richtig einordnen: Wie wiederkehrende Marktphasen im S&P 500, bei Nvidia, im Öl- und Goldmarkt helfen können, Wahrscheinlichkeiten zu erhöhen und Handelsentscheidungen strukturiert zu treffen.

Warum sich Märkte wiederholen – Saisonale Muster im Trading richtig nutzen Quelle: IG

Written by

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets du IG Deutschland

Veröffentlicht am

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Saisonale Muster liefern Wahrscheinlichkeiten, aber keine Garantien.
  • Die Kombination aus Statistik, Charttechnik und Risikomanagement entscheidet über den Erfolg.
  • Besonders stark wirken saisonale Effekte, wenn sie mit Makrotrends und Marktstruktur übereinstimmen.

Was sind saisonale Muster im Trading?

Saisonalität beschreibt wiederkehrende Kursbewegungen innerhalb bestimmter Zeiträume – beispielsweise innerhalb eines Kalenderjahres.

Die Grundidee ist einfach:
Legt man historische Kursverläufe eines Marktes über viele Jahre übereinander und bildet daraus einen Durchschnitt, entsteht ein statistisches Verlaufsmuster. Dieses zeigt, ob bestimmte Zeiträume historisch eher positiv, negativ oder besonders volatil verlaufen sind.

Wichtig:
Saisonalität ist kein eigenständiges Handelssignal, sondern ein Wahrscheinlichkeitsinstrument.

Warum die Trefferquote allein nicht ausreicht

Viele Trader konzentrieren sich ausschließlich auf die Trefferquote. Doch diese Kennzahl allein ist wenig aussagekräftig.

Entscheidend sind unter anderem:

Eine Phase kann in 80 % der Fälle positiv gewesen sein – wenn jedoch die Verlustphasen extrem stark waren, ist der statistische Vorteil schnell dahin.

Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren macht saisonale Muster robust genug für die strategische Nutzung.

Saisonale Muster im S&P 500: Jahresendrally & Wahlzyklen

Ein klassisches Beispiel liefert derS&P 500.

Historisch zeigt das vierte Quartal häufig eine positive Tendenz – die bekannte Jahresendrally. Gleichzeitig zeigen Zwischenwahljahre im ersten Quartal oftmals erhöhte Volatilität und eine schwächere Entwicklung.

Doch auch hier gilt:
Nicht jedes Jahr verläuft identisch.

Saisonale Effekte funktionieren am besten, wenn sie im Kontext von Geldpolitik, Liquidität und Makroumfeld betrachtet werden.

Nvidia: Saisonale Stärke trifft auf Quartalsvolatilität

Die Aktie von NVIDIA zeigt zwischen Januar und Ende März historisch eine positive saisonale Phase.

Gleichzeitig ist die Volatilität hoch – insbesondere rund um Quartalszahlen.

Hier zeigt sich ein zentraler Punkt:
Saisonale Stärke allein reicht nicht.

Trader sollten zusätzlich berücksichtigen:

  • Charttechnische Widerstände und Unterstützungen

  • Implizite Volatilität im Optionsmarkt

  • Übergeordnete Marktstruktur

  • Guidance bei Earnings

Gerade bei Nvidia entscheidet häufig weniger das Ergebnis selbst als vielmehr der Ausblick.

Ölpreis: Saisonalität unter geopolitischem Einfluss

Auch der Ölpreis – beispielsweise WTI  – zeigt zu Jahresbeginn häufig saisonale Stärke.

Doch geopolitische Spannungen oder Angebotsveränderungen können diese Muster verstärken oder abrupt beenden.

Hier wird besonders deutlich:
Saisonalität ist ein Zusatzinstrument – kein Ersatz für Marktanalyse.

Goldpreis: Starke Phase im Frühjahr

Im Goldmarkt zeigt sich historisch zwischen Anfang März und Mitte April eine überdurchschnittlich starke Phase. Der Markt, repräsentiert durch Gold, profitiert zusätzlich von strukturellen Faktoren wie:

  • Zentralbankkäufen

  • Geopolitischer Unsicherheit

  • Vertrauensfragen gegenüber Fiat-Währungen

Ein idealer Anwendungsfall entsteht, wenn zusammenkommen:

  • Saisonales Muster

  • Intakter Aufwärtstrend

  • Klare Stop-Strategie

  • Zeitlicher Exit (Time-Stop)

Wie Sie saisonale Muster strategisch einsetzen

Saisonalität entfaltet ihre Stärke vor allem in Kombination mit:

  1. Trendanalyse (gleitende Durchschnitte, Marktstruktur)

  2. Volatilitätsbewertung

  3. Makroanalyse

  4. Klarem Risikomanagement

Sie hilft dabei:

  • Zeitfenster mit erhöhtem Potenzial zu identifizieren

  • Risiken besser einzuordnen

  • Entscheidungsprozesse zu strukturieren

  • Emotionale Fehlentscheidungen zu reduzieren

Fazit: Statistik schlägt Bauchgefühl

Saisonale Muster sind kein Geheimtrick.
Sie sind ein statistisches Werkzeug.

Wer sie isoliert nutzt, handelt unvollständig.
Wer sie intelligent mit Charttechnik, Makroanalyse und Risikomanagement kombiniert, verschafft sich einen strategischen Vorteil.

Gerade in Märkten wie dem S&P 500, Nvidia, Öl oder Gold zeigt sich immer wieder:
Märkte wiederholen sich nicht exakt – aber sie reimen sich.

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