Erläuterungen zum Gartley-Muster (Gartley Pattern): Einsatz beim Trading

Das Gartley-Muster ist ein technischer Indikator, mit dem definitive Unterstützungs- und Widerstandslevel basierend auf der Fibonacci-Folge aufgestellt werden. Hier erläutern wir, was das Gartley-Muster ist.

Was ist das Gartley-Muster?

Das Gartley-Muster wurde erstmals von Harold McKinley Gartley beschrieben – einem Trader, der in den 1930er Jahren als einer der ersten statistische Analysen nutzte, um Aktienmarktpreise auszuwerten. Es wird auch als „222-Muster“ bezeichnet, da Informationen zu seiner Erkennung und Nutzung auf Seite 222 von Gartleys Buch „Profits in the Stock Market“ (Gewinne auf dem Aktienmarkt) zu finden sind.

Das Gartley-Muster ist ein harmonisches Chartmuster, weil mit den Fibonacci-Zahlen der Versuch unternommen wird, präzise Kurspunkte zu ermitteln, an denen ein Trend entweder ausbricht oder sich zurückzieht. Die Fibonacci-Folge ist eine Zahlenfolge, bei der jede Zahl die Summe der beiden vorherigen Zahlen ist (0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144). Trader nutzen das Gartley-Muster, um Unterstützungs- und Widerstandslevel an den Finanzmärkten hervorzuheben. Es wird am häufigsten auf dem Forex-Markt eingesetzt.

Zu Referenzzwecken beziehen sich Unterstützung und Widerstand auf getrennte Level, die scheinbar die Preisbewegungen eines Vermögensgegenstands eingrenzen. Unterstützung ist das Level, bei dem der Preis eines Vermögensgegenstands möglicherweise nicht weiter fällt; beim Widerstandslevel hört der Preis eines Vermögensgegenstands eventuell auf zu steigen. Im nachstehenden Diagramm sind die jeweiligen Level für Unterstützung und Widerstand markiert.

Erfahren Sie mehr über Unterstützungs- und Widerstandslevel

Das Gartley-Muster ähnelt in einem Kursdiagramm in der Form entweder einem „M“ oder einem „W“. Wenn die Kursbewegung bullisch (optimistisch) ist, ähnelt sie einem „M“, ist sie bärisch (pessimistisch), bildet sich eine „W“-Formation. Dieses Muster ist das gebräuchlichste unter den harmonischen Mustern. Andere Muster sind der „Schmetterling“, die „Fledermaus“ und die „Krabbe“.

Erkennen des Gartley-Musters

Das Gartley-Muster beruht auf einer Reihe verschiedener gekennzeichneter Punkte innerhalb einer allgemeinen Kursbewegung. Im nachstehenden Beispiel zeigt das Gartley-Muster einen allgemeinen bullischen Trend (da sich der Punkt von X nach A nach oben bewegt), der aktuell ein bärisches Retracement erfährt.

Die Methode zur Erkennung des Gartley-Musters lautet wie folgt:

  1. X zu A: Die Bewegung beginnt mit X zu A, und es gibt keine spezifischen Anzeichen zur Erkennung der X-zu-A-Linie des Gartley-Musters.
  2. A zu B: Hier wird Fibonacci für das Muster relevant. Der Abstand zwischen A und B sollte ungefähr 61,8 % der Größe der Bewegung von X zu A ausmachen.
  3. B zu C: Diese Bewegung sollte ein Retracement von 38,2 % oder 88,6 % der Bewegung von A zu B darstellen. Wenn die Bewegung von B zu C als Retracement über den Punkt A hinausgeht, ist das Gartley-Muster ungültig.
  4. C zu D: Hierbei sollte es sich um eine Verlängerung der B-zu-C-Linie um 127,2 % bis 161,8 % handeln.
  5. A zu D: Wenn C zu D abgeschlossen ist, sollten Sie die Gesamtbewegung von A zu D messen. Diese sollte ein Retracement um 78,6 % der Kursänderung von X zu A darstellen.

Die verwendeten Prozentsätze erhält man durch eine Betrachtung der Fibonacci-Folge. Der Wert 61,8 % wird erzielt, indem Sie eine Zahl in der Folge durch die Zahl unmittelbar rechts daneben dividieren und das Ergebnis mit 100 multiplizieren. Wenn Sie beispielsweise 89 durch 144 dividieren, erhalten Sie 0,618. Wenn Sie diese Zahl mit 100 multiplizieren, lautet das Ergebnis 61,8 %.

Der Wert 38,2 wird erzielt, indem Sie eine Zahl in der Folge durch die Zahl zwei Stellen weiter rechts dividieren, z. B. ergibt 55 dividiert durch 144 den Wert 0,3819, der auf 0,382 gerundet werden kann. Wenn Sie dieses Ergebnis mit 100 multiplizieren, erhalten Sie 38,2 %.

Der Wert 127,2 ist das Ergebnis der Quadratwurzel aus 1,618 multipliziert mit 100, und der Wert 78,6 ist die Quadratwurzel aus 0,618 multipliziert mit 100. 127,2 % ist das Ziellevel für Trader, auf das der Preis idealerweise steigen sollte, nachdem er Punkt D erreicht hat.

Gartley-Muster - Beispiel

Als Beispiel für das Gartley-Muster betrachten wir sowohl ein bullisches als auch ein bärisches Fortsetzungsmuster – die Muster „M“ und „W“ der Gartley-Theorie.

Als Erstes zeigt das nachstehende Diagramm ein Beispiel für ein bullisches Gartley-Muster. Beachten Sie, wie das Muster entsprechend den Fibonacci-Verhältnissen zwischen den Punkten X und D verläuft und anschließend den allgemeinen Trend vor Punkt X und dem Beginn des Musters fortsetzt.

Aus diesem Grund gilt das Gartley-Muster „M“ als bullisch, weil es ein Fenster für eine Abwärtsbewegung in einem generellen Aufwärtstrend (zwischen X und A) darstellt. Folglich könnte ein Trader eine Long-Position (Kaufen) an Punkt D eröffnen, um von zukünftigen Hochständen zu profitieren, da dies eine Möglichkeit bietet, zu einem niedrigen Preis zu kaufen mit der Erwartung, dass der Preis im Rahmen des Gartley-Musters steigern wird.

Im Gegensatz dazu stellt das nachstehende Gartley-Muster ein Beispiel für eine bärische Fortsetzung dar, denn nachdem der Marktpreis Punkt D erreicht hat – gemäß dem Gartley-Muster –, setzt er den generellen bärischen Trend fort, der zwischen Punkt X und A bereits vorhanden war. Dabei werden erneut die Fibonacci-Verhältnisse zwischen den Punkten von X zu D zugrunde gelegt.

In diesem Beispiel würde ein Trader eine Short-Position (Verkaufen) eröffnen, sobald der Preis das Widerstandslevel bei Punkt D erreicht hat, und zwar mit der Erwartung, dass sich der Trend wieder in Richtung bärisch verändert. Dahinter steht die Idee, dass der Trader durch Eingehen einer Verkaufsposition für einen Vermögensgegenstand bei Erreichen des höchsten Preises die größten Gewinne erzielen kann, wenn der Preis fällt.

Trading mit dem Gartley-Muster

Wenn Sie nach dem Gartley-Muster traden, möchten Sie eine Kauf-Order an Punkt D platzieren, wenn Sie glauben, dass der Marktpreis steigen wird. Alternativ platzieren Sie eine Verkaufsorder an Punkt D, wenn Sie glauben, der Marktpreis wird fallen. Dies hängt natürlich davon ab, ob das Muster eine „M“-Form (für bullische Märkte) oder eine „W“-Form (für bärische Märkte) aufweist.

Sie können auch mit Finanzderivaten wie CFDs nach dem Gartley-Muster traden. Darauf können Sie zugreifen, indem Sie ein IG-Handelskonto eröffnen. Mit Derivaten können Sie auf den Preis eines Vermögensgegenstands spekulieren, ohne diesen direkt zu besitzen, d. h. Sie können Long oder Short gehen.

Erfahren Sie mehr über das CFD-Trading

Da Sie eine Vorhersage darüber treffen, ob der Preis eines Vermögensgegenstands steigt oder fällt, wird Ihr Gewinn dadurch bestimmt, in welchem Ausmaß Ihre Vorhersage zutrifft. Sie können Ihre CFD-Positionen auch mit Hebel eröffnen. Das heißt, Sie erhalten das volle Marktengagement für einen Bruchteil der Kosten. Denken Sie jedoch daran, dass ein Hebel zwar Ihre Gewinne vergrößern, aber auch Ihre Verluste deutlich erhöhen kann.

Zusammenfassung zum Gartley-Muster

  • Das Gartley-Muster ist ein technischer Indikator, mit dem Unterstützungs- und Widerstandslevel sowie Trendfortsetzungen erkannt werden können.
  • Es beruht auf einer wirksamen Fibonacci-Folge und gilt folglich als exakt.
  • Trader können mit der Gartley-Theorie entweder einen bullischen oder bärischen Markt erkennen. Dies hängt davon ab, ob das Muster einem „M“ oder einem „W“ ähnelt.
  • In beiden Fällen ist der beste Zeitpunkt zum Kaufen oder Verkaufen bei Punkt D im Gartley-Muster.

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