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Market Update

WTI, GBP/USD und Microsoft – Ölpreis mit Chance auf Bodenbildung und Dollar unter Druck

Die Drohgebärden gegen den Iran werden lauter und hieven den Ölpreis gen Norden. Der immer schwächer werdende Dollar schiebt das britische Pfund zum Greenback an. Dagegen geht es für die Microsoft-Aktie gen Süden. Die KI-Sorgen könnten wieder Nahrung bekommen.

Quelle: Adobe
Quelle: Adobe

Written by

Christian Henke

Christian Henke

Chief Market Analyst

Veröffentlicht am

Wichtigste Punkte:

  • Beim Ölpreis der Sorte WTI könnte sich eine Bodenbildung abzeichnen. Das britische Pfund zum Dollar befindet sich in einem Aufwärtstrend, hat sich aber zu weit von seinem statistischen Mittelwert entfernt und könnte daher kurzfristig korrigieren. Die Microsoft-Aktie weist einen Abwärtstrend auf
  • Viel mehr fehlt nicht mehr bis zur charttechnischen Trendwende. Dafür sollte das 38,2%-Fibonacci-Retracement auf Schlusskursbasis überwunden werden
  • Dank des zurzeit sehr schwachen Dollar kann das Währungspaar GBP/USD durchstarten und wichtige charttechnische Widerstände zurückgewinnen
  • Die sehr hohen Investitionen für KI haben den Anlegern bei Microsoft überhaupt nicht geschmeckt. Die Aktie verlor nachbörslich an Boden

Zwei Ausreißer und eine mögliche Bodenbildung

US-Präsident Trump droht dem Iran mit einem massiven Militärschlag. Und prompt geht es mit dem Ölpreis aufwärts. Die zurzeit sehr hohe Volatilität an den Ölmärkten ist im Linearen Regressions-Chart zu sehen. Noch zeigt die Regressionsgerade gen Süden. Doch dies könnte sich ändern. Aufwärts zeigt der statistische Mittelwert hingegen beim GBP/USD. Der Dollar gerät immer stärker unter Druck. Davon profitiert das „Cable“. Allerdings hat sich das britische Pfund zum Greenback mittlerweile zu weit von seinem Durchschnitt entfernt. Ein Rücksetzer (Mean Reversion) bis rund 1,36 USD wäre keine Überraschung. Die Microsoft-Aktie hat gestern die Quartalszahlen präsentiert. Die hohen Investitionen in KI sind den Anlegern auf den Magen geschlagen. Nachbörslich ging es für den Big Tech-Titel abwärts. Aber auch hier hatte sich die US-Aktie zu weit von der abwärts gerichteten Regressionsgerade nach oben entfernt. Mit einem nachbörslichen Kurs von 452,05 USD liegt der Kurs nun wieder leicht unterhalb des Mittelwertes.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Performance-Trendfolgemodell. Der Ölpreis der Sorte WTI notiert zurzeit über dem Schlusskurs vor vier Wochen und drei Monate. Auf Sicht der letzten sechs und zwölf Monate weist das schwarze Gold ein Minus auf. Somit ist die Einschätzung neutral. Viel fehlt nicht mehr bis zur Trendwende. Positiv sieht es beim GBP/USD aus. Wie bereits erwähnt, könnte es kurzfristig jedoch zu einem Rücksetzer kommen. Die Microsoft-Aktie musste auf Sicht der letzten vier Wochen, drei und sechs Monate Federn lassen. Nur auf Zwölf-Monatssicht steht noch ein Plus zu Buche, welches heute weiter dahin schmelzen könnte. Unter dem Strich ist die Einschätzung negativ.

Lineare Regression und Performance-Trendfolgemodell

Quelle: Refinitiv, IG Research
Quelle: Refinitiv, IG Research

WTI – Chance auf eine Bodenbildung

Der Startschuss für eine mögliche Bodenbildung fiel bereits am 9. Januar mit dem Sprung über die exponentielle 50-Tage-Durchschnittslinie. Kurs darauf konnte das 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 60,66 USD zurückgewonnen werden. Gestern gelang dann der Bruch der waagerechten Widerstandslinie bei 63,08 USD nach oben. Im Augenblick streiten sich Bullen und Bären um das wichtige 38,2%-Retracement bei 64,09 USD.

Gelingt der Sprung darüber auf Schlusskursbasis, wäre die Boldenbildung beim Ölpreis der Sorte WTI erfolgreich abgeschlossen. Die nächsten Ziele wären dann das fallende Hoch bei 66,74 USD sowie das 50,0%-Fibonacci-Niveau bei 66,86 USD.

Ölpreis der Sorte WTI auf Tagesbasis 

Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen

GBP/USD – Wichtige Marken bezwungen

Der US-Dollar gerät zurzeit empfindlich unter Druck. Dafür gibt es mehrere Gründe. Dazu zählen die Zinspause der Fed, die steigende Staatsverschuldung, die derzeitige Flucht in Sachwerte wie beispielsweise Gold und zu guter Letzt natürlich US-Präsident Trump, der einen schwachen Greenback einfach großartig hält. Von der Dollarschwäche profitiert das Währungspaar GBP/USD, welches wichtige charttechnische Widerstände überwinden konnte. Dazu zählen die obere Abwärtstrendkanallinie bei 1,36195 USD sowie die fallenden Hochs bei 1,37266/1,37706 USD. Nun könnte das markante Hoch bei 1,42495 USD von Ende Mai 2021 angesteuert werden

GBP/USD auf Tagesbasis 

Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen

Microsoft – Charttechnisch angeschlagen

Die gestrigen Geschäftszahlen waren nicht schlecht, dennoch ging es für Microsoft -Aktie nachbörslich deutlich abwärts. Die hohen Investitionen in KI sind den Anlegern auf dem Magen geschlagen. Und prompt kommen natürlich wieder die Sorgen auf, ob der KI-Hype ein Ende finden könnte.

Charttechnisch musste im Wochenchart bereits vor zwei Wochen das ehemalige Hoch bei 470,09 USD der Angebotsseite überlassen werden. Die drei exponentiellen 21-, 34- und 55-Wochen-Durchschnittslinien bei 469,71/482,63 USD wurden ebenfalls unterschritten und stehen nun als Widerstände im Weg. Drehen die Notierungen weiter gen Süden, könnte der mittelfristige Aufwärtstrend bei momentan 383,14 USD angesteuert werden.

Microsoft auf Wochenbasis 

Quelle: IG Handelsplattform; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: IG Handelsplattform; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen

Long- und Short Setups

Long-Szenario für WTI

  • Bei einem Schlusskurs oberhalb des 38,2%-Retracements bei 64,09 USD könnte es für den Ölpreis der Sorte WTI weiter aufwärts gehen
  • Ziele wären das fallende Hoch bei 66,74 USD und das 50,0%-Fibonacci-Level bei 66,86 USD
  • Der Stop Loss könnte unterhalb der zurückeroberten Widerstandslinie bei 63,08 USD platziert werden

Short-Szenario für WTI

  • Bleibt der Ausbruch gen Norden aus, könnte es ganz schnell in Richtung des 23,6%-Retracements bei 60,66 USD gehen
  • Bei einem Schlusskurs oberhalb des erwähnten 38,2%-Retracements sollte auf eine Short-Position verzichtet werden

Long-Szenario für GBP/USD

  • Die fallenden Hochs bei 1,37266/1,37706 USD konnte auf Schlusskursbasis bezwungen werden
  • Ziel ist das vorherige markante Hoch bei 1,42495 USD
  • Unterhalb der oberen Trendkanallinie bei aktuell 1,36203 USD sollten Short-Positionen geschlossen werden

Short-Szenario GBP/USD

  • Entpuppt sich der jüngste Ausbruch nach oben als Fehlausbruch und dreht das GBP/USD unter die Hochs bei 1,37266/1,37706 USD, wäre die obere Abwärtstrendkanallinie bei 1,36302 USD das Ziel der Korrektur
  • Die charttechnische „Reißleine“ könnte oberhalb des jüngsten Verlaufshochs bei 1,38688 USD gelegt werden

Long-Szenario Microsoft

  • Oberhalb des ehemaligen Hochs bei 470,09 USD und der drei exponentiellen 21-, 34- und 55-Tage-Durchschnittslinien bei 469,71/482,62 USD könnte eine Long-Position eingegangen werden
  • Anschließend könnte es in Richtung des Doppelhochs bei 555,45/553,72 USD gehen
  • Ein Stop Loss würde unterhalb der Unterstützung bei 468,38 USD Sinn machen

Short-Szenario Microsoft

  • Bei einem Wochenschlusskurs unterhalb des einstigen Hochs bei 470,09 USD müsste mit weiteren Kursverlusten bis zur mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei 383,14 USD gerechnet werden
  • Der Stop Loss könnte oberhalb des exponentiellen 21-Wochen-Durchschnitts bei 482,63 USD platziert werden

Morning Report

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